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Panne bei den Oscars Trump lacht sich ins Fäustchen

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Let's make the Oscars great again: 2011 war Donald Trump selbst Gast bei der Zeremonie.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nicht erst seit gestern steht US-Präsident Donald Trump mit vielen in der Filmbranche auf Kriegsfuß. Bei der Oscar-Verleihung sticheln die Stars ein ums andere Mal in seine Richtung. Umso größer ist nun Trumps Schadenfreude über den Patzer bei der Awards-Zeremonie.

Für US-Präsident Donald Trump scheint klar, was zu der unrühmlichen Panne bei der Oscar-Show am Sonntagabend geführt hat: zu viel Politik. "Ich denke, sie waren so stark auf die Politik fokussiert, dass sie am Ende nicht mehr die Kurve gekriegt haben. Es war ein bisschen traurig", sagte Trump nach der Veranstaltung dem rechten US-Portal "Breitbart News".

Die Verkündung des falschen Siegers in der Kategorie für den besten Film am Ende der Verleihung habe den Glanz der Oscars geschmälert, fügte Trump hinzu. Er sei selbst mal bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises dabei gewesen. Die Gala am Sonntag habe sich aber nicht glamourös angefühlt: "Etwas ganz Besonderes hat gefehlt, und dann so zu enden, war traurig."

Die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway hatten einen falschen Umschlag bekommen und deshalb fälschlicherweise zunächst das Musical "La La Land" als Gewinner verkündet. Wenig später wurde korrigiert: Der wichtigste Oscar ging an das Drama "Moonlight".

"Bist du wach?"

Anders als erwartet war bei der Show allzu heftige Kritik an Trump und dessen Politik ausgeblieben. Gleichwohl wurde mehrfach in Richtung des US-Präsidenten gestichelt. Moderator Jimmy Kimmel bekundete im Verlauf der Show etwa Verwunderung darüber, dass Trump sich noch nicht auf Twitter gemeldet habe: "Ich fange an, mir Sorgen um ihn zu machen." Der Moderator schickte daraufhin live von seinem Smartphone einen Tweet an den Präsidenten: "Hey, @realDonaldTrump, bist Du wach?".

In einer weiteren Botschaft an Trump nahm Kimmel mit dem Hashtag "Merylsayshi" Bezug auf Schauspielerin Meryl Streep. Sie hatte den US-Präsidenten in der Vergangenheit scharf kritisiert. Trump hatte die dreifache Oscar-Gewinnerin daraufhin als eine der "überbewertesten Schauspielerinnen" verspottet.

Protest gegen Einreisestopp

Wirklich offene Kritik an Trump gab es am Sonntag bei der Verleihung des Auslands-Oscars an den Film "The Salesman" von Regisseur Asghar Farhadi. Der Iraner war aus Protest gegen Trumps Einreisestopp für die Bürger von sieben überwiegend muslimischen Ländern nicht nach Hollywood gekommen. "Wer die Welt in Kategorien von 'Wir' und 'Unsere Feinde' einteilt, schafft Angst", hieß es in einer Erklärung, die Farhadi verlesen ließ.

Die Feindschaft Trumps zu vielen Filmschaffenden in Hollywood ist nicht neu. Wie die etablierten Medien ist die Branche für den US-Präsidenten Teil der Eliten und des Establishments, das der Multimillionär zu bekämpfen behauptet. Viele Schauspieler und Regisseure machten hingegen aus ihrer Unterstützung für Hillary Clinton im Wahlkampf keinen Hehl.

Quelle: n-tv.de, vpr/dpa/AFP

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