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"Foltertest" für die Opfer US-Anwältin knöpft sich Prinz Andrew vor

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Wie lange kann er noch schweigen? Prinz Andrew.

(Foto: picture alliance / Stefan Rousse)

Was wusste Prinz Andrew im Missbrauchsskandal um Millionär Jeffrey Epstein? Die US-Behörden würden dies gern erfahren. Doch der britische Royal hält sich trotz aller Beteuerungen, die Ermittlungen unterstützen zu wollen, weiter bedeckt. Einer Anwältin platzt nun der Kragen.

Der britische Prinz Andrew gerät im Missbrauchsskandal um den Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck. Die US-Anwältin Gloria Allred warf dem Royal vor, die Opfer einem "Foltertest zu unterziehen". Er weiche der US-Justiz immer wieder aus, so die Opferanwältin im Gespräch mit dem britischen Sender ITV. Sie forderte Andrew auf, endlich zu sagen, was er wisse: "Er muss das machen - ohne Verzögerung."

Andrew ist der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. und gab im Zuge des Skandals seine royalen Pflichten vorerst auf. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte ihn jetzt in einem Interview des Senders LBC dazu auf, mit den US-Behörden zu kooperieren. Premier Boris Johnson wollte sich öffentlich nicht konkret dazu äußern. Es sei eine Sache des Königshauses, hieß es.

Die Anwältin Allred vertritt einige Frauen im Skandal um Epstein. Der einschlägig vorbestrafte US-Geschäftsmann hatte sich in einem New Yorker Gefängnis im vergangenen August das Leben genommen. Er hatte Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen.

Epsteins mutmaßliche Gehilfin festgenommen

Prinz Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie als Minderjährige missbraucht. Andrew bestreitet das. Der 60-Jährige sagte zu, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen.

Die US-Polizei nahm jetzt Epsteins frühere Partnerin wegen mutmaßlicher Beihilfe fest. Ghislaine Maxwell werde vorgeworfen, Epstein beim Missbrauch teils minderjähriger Mädchen geholfen und manchmal sogar selbst daran teilgenommen zu haben, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft mit.

Die 58-Jährige habe zu Epsteins "engsten Verbündeten" gehört und eine "entscheidende Rolle" bei dessen Machenschaften gespielt, sagte Staatsanwältin Audrey Strauss. Rund ein Jahr nach der Anklage Epsteins könne nun auch seine Ex-Partnerin endlich angeklagt werden.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa