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"Dschungelcamp" - Tag 10 Vom Mann, der ungern beherrscht wird

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Ein Regelverstoß ist ein Regelverstoß ist - Folter. Ansgar wirft das Handtuch. Alles zu viel, was die sich beim RTL da erlauben. Der Grund seines Abgangs: banal und wenig heldenhaft. Tschüss, Ansgar, es war sehr schön mit deinem Longboard!

"So ein Scheiß, jeden Tag Wache und auf das Feuer aufpassen, keinen Schlaf mehr, ich fühle mich abgefuckt gerade", sagt "Kolumbien" und hat sichtlich die Faxen dicke. "Noch zwei Stunden", dann geht "Kolumbien" schlafen. Tina, das alte "Kampfschwein" mit der niedlichen Cocker Spaniel-Frisur versucht, die Truppe im Inneren zusammenzuhalten und übernimmt drei Feuerwachen hintereinander. DREI. "Schlaft ihr mal, ich mache ja keine Prüfung, das ist mein Anteil, den ich beitragen kann." "Hut ab vor ihr", lobt Ansgar, den man zuletzt auch viel abmatten sah. "Im Tiefschlaf" dann das: Er hat versehentlich sein Mikro abgelegt. BÄM! Regelverstoß.

"Der Kuchen ist gegessen"

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David - der Umsonst-Schrauber.

Wie bitte? Nein, das können die von RTL nicht machen! "Scheiß auf die Regelverstöße! Jetzt muss mal Schluss sein mit dem Mist!" Daniele, dem eben erst seine orgastischen Fluppen zurückgegeben wurden, fürchtet erneute Sanktionen. "Komm, Ansgar, Straße hält zusammen", fleht er seinen Bro fast an, der ob der "Mikro-Losigkeit" zum Rapport ins Dschungeltelefon gerufen wird, sich aber weigert, dort aufzulaufen. "Ich werde ungern beherrscht! Wenn ich jetzt dafür bestraft werde, ist der Kuchen für mich hier gegessen!" Geruch von Meuterei liegt in der Luft. Revolution von unten.

Ansgar lässt sich von seinen Homies nicht belatschern, denn Ansgar "muss atmen". Kampf dem Dschungel! Schlimmste Schnarchnasen aller Staffeln, vereinigt Euch! Stürmt die Barrikaden, macht aus den Moderatoren Spanferkel, aber MACHT was! Was erlauben RTL? Nicht mit Ansgar, der in seiner Spielzeit Beef mit 39 Trainern hatte und mit den Abmahnungen sein Haus tapezierte! "Ich lasse mich nicht unterordnen, ich gehe mit einem Lächeln", schwurbelt der "Freigeist". Dann fällt er, jener wenig revolutionäre Satz, den man von dem "Bäm"-Sager bis zuletzt nicht erwartet hätte. Tschüss, Ansgar, es war sehr schön mit deinem Longboard!

"Ich freu mich richtig hart auf Deutschland"

Während der Mikroableger sein Gedöns einpackt, geschieht es: das Erwachen Tinas. "Was? Was ist passiert? Hab ich was verpasst?" Nein, nein Tina, schlaf ruhig weiter!

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Nein, Tina, du hasst nichts verpasst.

Tag zehn ist der Tag, an dem es erstmals zweistellig wird, ab jetzt wird "richtig hart" runtergezählt. Man ist ja inzwischen für die dünnsten Strohhalme dankbar, bald ist sie vorbei - diese elendigliche Tristesse, Menschen anzuschauen, die vor allem eines vergessen zu haben scheinen: wie viel Zaster sie für ihre Performance von unserem RTL in den Hintern geblasen bekommen.

Lustlos, mürrisch, komatös: Darf der Zuschauer für eine Gage von 60.000 - 150.000 Euro nicht ein bisschen mehr Einsatz erwarten? Stattdessen wird viel geschlafen, noch mehr gemeckert und auch der Ton, von dem ja gern proklamiert wird, er mache die Musik, wird immer schroffer. Daniele freut sich "richtig hart auf Deutschland", Dschungeldeutschland freut sich auch richtig hart, und zwar, wenn diese Staffel vorbei ist. Wer soll Dschungelkönig oder Königin werden? Auf diese Frage antworten die Baumstammlümmler so enthusiastisch wie ein Stück Treibgut: "Ich mach's, wenn's keiner will." Dankeschön, wie gnädig.

Der Mann, der mit den Schrauben kämpft

Tag zehn ist auch der Tag, an dem David seine Dschungelprüfung versemmelt. Ihm sei zugutegehalten: Er hat sich redlich bemüht. Doch es heißt: entweder alle Sterne oder keinen. David muss in einen Tank mit acht verschlossenen Boxen krabbeln und jede in chronologischer Reihenfolge mit einem Schraubendreher öffnen, während der Tank gleichzeitig mit Wasser befüllt wird. Problem: Die Schrauben sind teils zu fest gezogen, und wenn man seit Tagen nichts Vernünftiges zu beißen hat, schwinden verständlicherweise auch die Kräfte. Der Mann, der mit den Schrauben kämpft, scheitert an der letzten Box. Alles umsonst. Dabei hat er vorher extra noch sein T-Shirt ausgezogen.

Als er ins Camp zurückkommt, um die traurige Kunde zu verbreiten, stellt er fest: Die Hälfte der Genossen liegt sich schon wieder auf den Pritschen wund und sinniert (hoffentlich) über die jämmerliche Überflüssigkeit ihres Dschungeleinsatzes. Vieles wird inzwischen auch nicht mehr als Bestrafung, sondern als Folter wahrgenommen! FOLTER, "ey", ihr von RTL und auch ihr Moderatoren, "asi seid ihr, asi!" Alle sind down und spüren eine innere Leere, auch die "Lieblingsschwuchtel", die für den emotionalen Moment des Tages sorgt und vom Tod der dementen Schwiegermutter erzählt.

Während der eine ob der Fluppen-Rückgabe einen "innerlichen Orgasmus" und ein "Glücksgefühl verspürt, das besser als Sex ist", pfeift der anderen die Lunge. Natascha und David rücken zur Schatzsuche aus, bei der sie sich dutzende Codes einprägen müssen und einige Stunden "ohne Essen und ohne auf die Toilette zu gehen" unterwegs sind. Die Suche ist beschwerlich, die Tücken des Dschungels lauern überall, aber sie finden den Schatz: Die Belohnung: ein winziger Streuer mit einer Brise Salz. Die Reaktionen: Wut, Enttäuschung, HASS.

Weil Ansgar abgelaufen ist, darf leider niemand das Camp verlassen, auch nicht Tina, die sich schon so gefreut hat. Der Tag zusammengefasst in einem Satz: "Ich hasse diesen Laden hier!"

Quelle: n-tv.de

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