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"Die Höhle der Löwen" Wer zuerst kommt, ma(h)lt zuerst

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Schlummern in Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl verborgene Talente?

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Verrutschte Einstecktücher, leere Zahnbürstenakkus, Malen für Singles und miefende Katzen-Exkremente: Den Löwen werden diesmal die wirklich wichtigen Problemlöser des Alltags auf dem Silbertablett serviert.

Wer sich heutzutage auf die Suche nach dem großen Dating-Glück macht und dafür den antiken "Ausgeh"-Pfad wählt, der stellt schnell fest, dass man in freier Wildbahn nur noch selten auf Gleichgesinnte trifft. Im digitalen Zeitalter ist die persönliche Kontaktaufnahme vom Aussterben bedroht. Amors Pfeile fliegen schon lange nicht mehr durch Bars und Cafés. Im Hier und Jetzt thront das Internet auf dem Verkupplungsgipfel.

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Erneut in der "Höhle der Löwen" zu Gast: Medienunternehmer Georg Kofler

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Die beiden Kunstliebhaber Aimie-Sarah Carstensen und David Neisinger wollen die fortschreitende Verkümmerung der Face-to-Face-Kultur mit aller Macht aufhalten: "Wir wollen die Menschen aus den Häusern locken und wieder zusammenbringen", so die Gründer von "Artnight.com". Mit Hilfe von Mal-Workshops sollen einsame Herzen wieder auf rosa Wölkchen schweben. Die flammende Begeisterung der beiden "Artnight.com"-Präsentatoren hinterlässt im Löwenkäfig vor allem bei Judith Williams-Ersatz Georg Kofler große Spuren: "Ich finde die Idee toll und will gar nicht groß verhandeln", sagt der Medienexperte.

"Katzeklo, Katzeklo …"

Auch Frank Thelen könnte sich eine Zusammenarbeit mit dem sympathischen Wir-sind-nur-gute-Freunde-Pärchen vorstellen. Aber wie heißt es so schön: Wer zuerst kommt, ma(h)lt zuerst. Und so zeigt Georg Kofler als erster Löwe beide Daumen nach oben.

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Experte für Miezekatzen: Gründer Ali Dilgin

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Für den Imbiss-Verkäufer und Tierfreund Ali Dilgin läuft es im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern zunächst nicht ganz so rund. Mit der Präsentation seiner innovativen Katzenstreuschaufel "KeDDii Scoop" sorgt der 37-jährige Heim-Tüftler nicht nur bei Katzen-Banause Frank Thelen für zusammengezogene Augenbrauen. Auch vor den Augen der anderen Löwen fahren dutzende Fragezeichen Achterbahn. Aber Ali lässt nicht locker. Der Hauptstädter hat eine Vision. Und die präsentiert er mit viel Leidenschaft und Herzblut. Der Lohn: Kurz vor Toresschluss springt doch noch ein Löwe aus seinem Sessel und verbrüdert sich mit Ali im zukünftigen Kampf gegen Miezmaus-Exkremente. Sein Name: Ralf Dümmel.

Die beiden "No Limit"-Erfinder Norman Alexander und Cemal Osmanovic hätten auch gerne einen Löwen an ihrer Seite. Dumm nur: Ihr Produkt - eine vermeintlich zukunftsweisende Entspannungs- und Mentaltrainings-App - steckt noch in den Kinderschuhen. Da kann Hobby-Gedankenleser Alexander noch so geschmeidig flüstern und sein Kollege Cemal noch so sympathisch grinsen: Bei derzeit gerade einmal 120 App-Daily-Usern gehen bei den Investoren sofort die Alarmglocken an. Technik-Nerd Frank Thelen knallt im Namen aller Löwen die Tür zu: "Unterirdische Vorstellung!" No Deal. Adieu …

Verbale Ratgeber-Ohrfeigen

Auch das "Tee Fee"-Duo Marco Rühl und Jill-Evelin Erlac verlässt die Löwenhöhle mit hängenden Köpfen. Die Süße der paraguayischen Stevia-Pflanze reicht den Löwen nicht aus, um mit den beiden Bio-Fans eine Anti-Zucker-Revolution auf dem Kindertee-Markt anzugehen. Statt eines Millionen-Zuschusses gibt es von den Löwen am Ende verbale Ratgeber-Ohrfeigen in puncto Firmenbewertung.

Ebenfalls ziemlich hoch pokern die Herren Florian Kiener und Stefan Walter aus München. Satte 500.000 Euro fordern die "Happy Brush"-Erfinder für 10 Prozent ihrer Firmenanteile. Schnell sind drei Löwen aus dem Rennen. Sonderlich innovativ scheint die elektrische Zahnbürste mit leistungsstarkem Akku nicht zu sein. Als schon alles vorbei zu sein scheint, schütteln Florian und Walter aber noch ein Ass in Gestalt eines smarten Zubehörteils aus den Ärmeln. Mit Hilfe einer sogenannten "Smart-Cap" kann gemessen werden, ob intensiv genug geputzt wird. So könnten im Einzelfall Versicherungsbeiträge gesenkt werden. Plötzlich sind Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel Feuer und Flamme und schlagen ein. Klassischer Fall von "nochmal gut gegangen".

Bleibt noch Manuel Planella aus dem westfälischen Steinhagen: Der ehemalige Autoverkäufer und passionierte Anzugträger hat sich eingehend mit der Einstecktuch-Problematik befasst und ist überzeugt, dass seine Federstahlband-Erfindung "Man Plan" des Rätsels Lösung ist. Das lästige Verrutschen von Einstecktüchern ist aber natürlich kein Gesellschaftsproblem, mit dem sich die Masse rumärgert. Soll heißen: Mit "Man Plan" wird man in Zukunft wahrscheinlich keine Millionen scheffeln. Einstecktuch-Liebhaberin Dagmar Wöhrl ist dennoch angetan und zückt ihr Portemonnaie. Und so wird wieder einmal der Beweis erbracht: In der Löwenhöhle kann man mitunter auch mit Mikro-Markt-Präsentationen punkten. Man muss halt nur den richtigen Löwen-Nerv treffen.

Quelle: n-tv.de