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Kreativität in Serie Wim Wenders will jetzt Fernsehen machen

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Für gute Leute sieht Wim Wenders kreatives Potential nicht etwa beim Film, sondern bei Fernsehserien.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wim Wenders hat mit Werken wie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" und "Der Himmel über Berlin" Filmgeschichte geschrieben. Mittlerweile flirtet der Regisseur aber mit einem anderen Genre. Von dem verspricht er sich mehr kreatives Potenzial.

Mit Spannung wird bei der Berlinale Wim Wenders' neuer Film "Every Thing Will Be Fine" mit James Franco und Charlotte Gainsbourg erwartet. Zudem widmet das Festival dem deutschen Starregisseur eine umfassende Hommage und zeichnet ihn am Donnerstag mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk aus. Der 69-Jährige hat als einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Filmemacher Kinogeschichte geschrieben. Jetzt würde er gern auch einmal eine Serie drehen.

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"Every Thing Will Be Fine" läuft auf der Berlinale.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Ich finde, dass nirgendwo sonst etwas Spannenderes passiert als derzeit in den Serien", erklärt Wenders. "In Amerika ist das Erzählkino inzwischen komplett umgezogen aus der Filmindustrie in die Serien." Die richtig guten Leute würden für Fernsehformate arbeiten. Nur dort könnten sie sich noch kreativ ausleben, so der Regisseur. "Im kommerziellen Kino sind die Zügel so hart angezogen und die Rezepte so ausgekocht, dass das Abenteuer des Filmemachens verloren gegangen ist."

Serien-Engagement platzte

Weil er noch mit "Every Thing Will Be Fine" beschäftigt gewesen sei, habe er mit großen Schmerzen ein Angebot für den Regiestuhl bei einem TV-Format abgelehnt, erzählt Wenders. "Aber das kann auf jeden Fall noch kommen."

Erst einmal stehen nach der Berlinale für Wenders allerdings die Oscars auf dem Programm. Seine Dokumentation "Das Salz der Erde" über das Leben und Werk des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist nominiert. Große Hoffnungen auf einen Award macht sich der Regisseur aber nicht. "Die beiden vorigen Male, sowohl bei 'Buena Vista Social Club' wie auch bei 'Pina', hat jeder gesagt: Das gewinnst du", so Wenders. Geklappt hat es beide Male nicht. Daher gehe er in diesem Jahr einfach ohne Erwartungen in die Verleihung.

Quelle: ntv.de, ame/dpa