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Brandbrief und Ultimatum Wurde Naidoo deshalb geschasst?

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Mitarbeiter des NDR protestierten gegen seine ESC-Teilnahme: Xavier Naidoo.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Theater um die Ex-und-hopp-Nominierung von Xavier Naidoo für den Eurovision Song Contest wird immer mehr zum Krimi. Offenbar führte ein Protestschreiben der Mitarbeiter dazu, dass der NDR von dem Sänger abgerückt ist. Denn freiwillig wollte Naidoo nicht gehen.

"Der Mob hat gewonnen", schrieb Comedian Atze Schröder am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Damit kommentierte er die Nachricht, dass der Norddeutsche Rundfunk (NDR) seine Nominierung von Xavier Naidoo für den Eurovision Song Contest (ESC) nach nur zwei Tagen auch schon wieder einkassiert hatte. Zuvor waren bereits andere Promis wie Til Schweiger oder Michael Mittermeier mit der öffentlichen Kritik an dem Sänger und seiner geplanten Entsendung zum ESC hart ins Gericht gegangen.

Doch nur wenige Tage später sieht alles ganz anders aus. Offenbar führten weder angebliches Medien-Bashing noch Shitstorm im Internet dazu, dass der NDR Naidoo so schnell wieder fallen ließ, wie er auf ihn gekommen war. Wirklich ausschlaggebend soll stattdessen ein interner Brandbrief gewesen sein.

"Unverständnis und Fassungslosigkeit"

So erfuhr die "Bild"-Zeitung, dass insgesamt 40 Mitarbeiter, darunter viele leitende Kräfte, einen Protestbrief an die Leitung des Senders formulierten. Mit Blick auf die Nominierung Naidoos heißt es darin: "Wir festangestellte Redakteure und Redakteurinnen des Bereiches Zeitgeschehen und Kultur und Dokumentationen haben die Entscheidung mit Unverständnis und Fassungslosigkeit aufgenommen." Weiterhin zitiert die "Bild"-Zeitung das NDR-Personal mit den Worten: "Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig."

Der Sender hat die Existenz des Schreibens laut "Bild" bestätigt. Auch darüber, wie die Kehrtwende bei der Naidoo-Nominierung konkret vollzogen wurde, gibt es dem Blatt zufolge neue Details. So soll der NDR dem Sänger die Möglichkeit gegeben haben, innerhalb einer gewissen Frist selbst von der Nominierung zurückzutreten. Darauf soll der 44-Jährige jedoch nicht eingegangen sein. Deshalb habe der NDR dann Naidoo von sich aus das ESC-Ticket wieder entzogen.

Das Hick-Hack könnte nicht nur einen massiven Imageschaden für den NDR zur Folge haben. Auf seiner Facebook-Seite sprach Naidoo von einer "vertraglichen Einigung" mit dem Sender. Daraus könnten sich auch finanzielle Ansprüche des Sängers ergeben. Für die kommt dann wohl am Ende der Gebührenzahler auf.

Quelle: n-tv.de, vpr

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