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Der Alte, der Jäger, der Agent Das Geheimnis der "Akte Adenauer"

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Der erste Kanzler der Bundesrepublik steht im Zentrum eines Thrillers.

(Foto: picture alliance / dpa DENA)

Im September 1953 steht Konrad Adenauer vor seiner Wiederwahl als Bundeskanzler. Als ein BKA-Beamter ermordet wird, tauchen Spuren zu einer Geheimorganisation auf, deren Wurzeln in der Nazizeit liegen. Soll Adenauer sterben? Es existiert immerhin eine geheime Akte mit seinem Namen darauf.

Im September sind Bundestagswahlen. Der Ausgang ist völlig offen, denn dass eine Partei mehr als 40 Prozent der Stimmen erhält, ist nahezu ausgeschlossen. Bei der Bundestagswahl 1953 war das ganz anders. Damals sicherte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer, von Freunden und Feinden "der Alte" genannt, eine weitere Amtszeit. Es hätte aber auch anders kommen können. Philipp Gerber weiß das, denn er ist eine der Schlüsselfiguren für die Wiederwahl Adenauers - auch wenn sein Name heute in Vergessenheit geraten ist.

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Gerbers Familie emigrierte bereits vor Kriegsausbruch in die USA. Sein Vater war dabei die treibende Kraft. In den USA wird Gerber zum Agenten des US-Militärgeheimdienstes CIC und kehrt nach Deutschland zurück. Kurz vor Kriegsende ist er am Rhein unterwegs, soll eine Person finden, die die USA als wichtig für das Nachkriegsdeutschland erachten. Gerber findet die Person. Sie ist alt, das Gesicht vom bisherigen Leben gezeichnet. Es ist der ehemalige Kölner Oberbürgermeister. Es ist Konrad Adenauer.

Ein paar Jahre darauf, im Sommer 1953, kreuzen sich die Wege der beiden erneut. Gerber soll den Tod eines Beamten der Bonner Sicherungsgruppe aufklären. Der Mann war mit seinem Dienstwagen nach einer Reifenpanne von der Straße abgekommen und tödlich verunglückt. Doch ein Unfall war es nicht, denn der Reifen des Porsche wurde von einem Projektil zerfetzt, abgefeuert aus einem deutschen Scharfschützengewehr der Nazis. Kein Unfall, ein Anschlag. Aber warum? Wer steckt dahinter? Gerber soll es herausfinden. Der CIC macht ihn kurzerhand zum BKA-Beamten und Teil der Bonner Sicherungsgruppe.

"Operation Werwolf"

Bei seinen neuen Kollegen eckt Gerber an: Da ist sein plötzliches Erscheinen in Bonn, wie aus heiterem Himmel. Da ist aber auch die Zusammenarbeit mit einer Journalistin, die für das linke Blatt "Brennpunkt Bonn" schreibt, Eva Herden. Und auch seine Ermittlungsmethoden stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe - ein Bürohengst ist Gerber nicht, er geht vielmehr raus, stellt Fragen und nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund.

Gerbers Ermittlungen nehmen mit Herdens Hilfe Fahrt auf. Sie kommen einer Geheimorganisation und einem alten Bekannten Gerbers, dem Jäger, auf die Spur. Sie treten dabei einflussreichen Menschen auf die Füße, die offenbar ein doppeltes Spiel spielen, an dessen Ende es um politische Macht geht - und um die Fragen: Wer hält im Deutschland der Westalliierten die Fäden der Hand? Der Schlüssel zur Antwort liegt in der "Akte Adenauer".

Bestseller mit Erfolgsgarantie

Bei der "Akte Adenauer" handelt es sich um einen zeithistorischen deutschen Thriller der Extraklasse, der sich vor seiner ausländischen Konkurrenz nicht verstecken muss. Der Autor bleibt dabei geheim, der Startschuss der neuen Thrillerreihe erscheint als Taschenbuch bei Rowohlt und als Hörbuch bei Argon. Die Sprecherstimme lässt dabei aufhorchen, sie gehört Johannes Steck und dürfte bislang vor allem Fans von Markus Heitz-Büchern und der Bruno-Courreges-Reihe von Martin Walker. Stecks sonore und ebenso wandelbare Stimme zieht den Hörer in den Bann, ebenso wie der spannungsgeladene Plot selbst.

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"Die Akte Adenauer" entführt den Leser in eine scheinbar längst vergessene Welt. Sie liefert hervorragend recherchierte Einblicke in eine Zeit, deren reale Zeitzeugen immer weniger werden. Es ist eine Zeit, in der mit der Senkung der Kaffeesteuer noch Bundestagswahlen gewonnen werden konnten. Eine Zeit, in der CDU und SPD noch echte Volksparteien waren und deren politische Führer Charakterköpfe, die bei den Bürgern mit ihren Programmen aneckten. Manche mögen sagen, es sei eine bessere Zeit damals gewesen. Zumindest gab es noch kein Internet, keine Mobilfunktelefone. Auch das macht den Reiz der "Akte Adenauer" aus.

Langroth erzählt seine Geschichte in den Worten der damaligen Zeit. Sie sind klar und direkt, schnörkellos. Sie finden ihr Ziel und wirken. Ein Topplatz in den Bestsellerlisten ist daher keine Überraschung. Allerdings hat der Autor mit seinem Serienstart auch die Messlatte für weitere Teile sehr hoch gelegt. So sicher wie der Termin der diesjährigen Bundestagswahl dürfte aber dennoch sein: Die Figur Gerber hat bereits ihre Fans gefunden.

Quelle: ntv.de

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