Unterhaltung
Sonntag, 08. Mai 2011

Die "unverhoffte" Retterin: Oksa muss es schaffen

von Solveig Bach

Das Buch ist bei Oetinger erschienen und kostet 19,95 Euro.
Das Buch ist bei Oetinger erschienen und kostet 19,95 Euro.

Ein guter Entstehungsmythos ist für ein Buch schon die halbe Miete, den Rest erledigen dann die Fans. Diese Erfahrung machen auch die beiden Bibliothekarinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf, deren Geschichte von "Oksa Pollock" schon jetzt als der Harry Potter-Nachfolger gilt.

Angeblich haben die Autorinnen die Idee zu Silvester, und statt auf eine Party zu gehen, entwickeln sie schon in dieser  Nacht ihre Story und beginnen am nächsten Tag, sie aufzuschreiben. Doch sie finden keinen Verleger, bringen das Buch schließlich im Selbstverlag  heraus und verkaufen es in einem Straßburger Buchladen. Die Käufer sind begeistert und erzählen die Geschichte weiter. Die Frage, warum es keinen Verleger gefunden hat, wird lauter, immer mehr Leser verlangen nach dem Buch. Von da an war es bis auf die  Bestsellerlisten nur noch ein kleiner Schritt.

Plötzlich Zauberin

Die Geschichte kommt einem auf den ersten Blick durchaus bekannt vor, Oksa ist ein ganz normales Mädchen und lebt in Paris. Sie hat einen besten Freund, Gus, nette Eltern und eine etwas schrullige Großmutter, Dragomira. Doch plötzlich muss die ganze Familie nach London umziehen, Oksas Vater will dort ein neues Restaurant eröffnen. Oksa ist alles andere als begeistert. Zum Glück kommen wenigstens Gus und seine Familie mit und auch die Großmutter.

Gleichzeitig merkt Oksa, dass in ihr Fähigkeiten schlummern, die sich wohl am besten mit Zauberei beschreiben lassen.  Sie hat komische blaue Flecken und kann Flammen erzeugen. Und nicht nur das, schließlich erfährt Oksa, dass ihre Familie väterlicherseits aus dem verschwundenen Land Edefia stammt und bei seiner Flucht von dort allerlei komische Gesellen im Gepäck hatte, die nun mit ihnen leben. So langsam entfaltet sich das Geheimnis, dass ihre Eltern bisher vor ihr verborgen haben.

Ihre Großmutter war die Herrscherin jener Parallelwelt, aber dann kam es zu einer Rebellion. Nun zeigt sich, dass Oksa die nächste Huldvolle sein soll.  Es tut sich die Chance zur Rückkehr auf. Aber es gibt natürlich auch die Widersacher, schnell wird klar, dass es beim fiesen Lehrer McGraw nicht mit rechten Dingen zugeht.

Netter Lesestoff

Cendrine und Wolf ist eine sympathische Hauptfigur gelungen, selbstbewusst, aber nicht ohne Selbstzweifel, temperamentvoll und gleichzeitig ein Familienmensch. Um Oksa herum entwickelt sich eine gute Geschichte mit vielen Figuren, bei denen man manchmal allerdings in Gefahr gerät, zwischen Plemplems und Granuck-Spuck ein wenig den Überblick zu verlieren.  Das alles ist humorvoll geschrieben, wobei die Sprache manchmal etwas zu schlicht bleibt. Ob der Vergleich zu Harry Potter taugt, mag dahingestellt bleiben. Aber der erste Band der Oksa-Reihe liest sich unterhaltsam, vor allem für Leser von 10 bis 12 – und hat seine Fans ja auch schon gefunden.

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Quelle: n-tv.de