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Riesentrubel um "Michael"Berlin in der Hand des Jackson-Clans

11.04.2026, 15:30 Uhr Foto-Volker-ProbstVon Volker Probst, Berlin
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L.A., London oder New York? Nein, aktuell ist es Berlin, wo der Bär steppt und zugleich den Moonwalk tanzt. Der halbe Jackson-Clan, Fans aus aller Welt sowie Cast und Crew sind angereist, um nur einen und eins zu feiern: "Michael".

Nicht nur um Elvis, sondern auch um Michael Jackson rankt sich so manches Verschwörungsmärchen, dass er noch am Leben sei. Einige etwa glauben, der einstige "King of Pop" habe sich nach Bora Bora abgesetzt, um dort ein ruhiges Leben zu führen. Wer an diesem Wochenende in Berlin ist, könnte dagegen zu der Überzeugung gelangen, Jackson habe sich womöglich geklont und genieße - ganz im Gegenteil - den Trubel in der deutschen Hauptstadt gleich in mehrfacher Ausführung. Jedenfalls kann man hier gerade so einigen zum Verwechseln ähnlich sehenden Lookalikes des Sängers begegnen.

Der Grund: die "Global Fan Celebration", die anlässlich der Premiere des Biopics "Michael" am Freitag das ganze Wochenende über in Berlin abgehalten wird. Nicht nur zahlreiche Fans aus aller Welt sind dafür angereist, sondern auch der halbe Jackson-Clan. So spazierten am Premierenabend unter anderem Michael Jacksons noch lebende Brüder Jermaine, Jackie und Marlon sowie seine beiden Söhne Prince und Bigi (Blanket) über den roten Teppich.

Lediglich die berühmten Frauen der Familie glänzten durch Abwesenheit. Weder Michael Jacksons Schwestern Janet und La Toya noch seine Tochter Paris ließen sich blicken. Letztere ganz sicher deshalb, da sie sich von der Machart des Films über ihren Vater glasklar distanziert hat. Die 28-Jährige beklagt insbesondere, die familiäre Realität werde in "Michael" nicht richtig dargestellt. Die Macher des Streifens und ihre Unterstützer preisen dagegen gerade dessen angebliche Authentizität.

Sunnyboy Jaafar Jackson

Es geht also ein Riss durch den Jackson-Clan. Und der hat nichts mit den zuletzt wieder befeuerten Missbrauchsvorwürfen gegen Michael Jackson zu tun. Der Film beleuchtet schließlich ausschließlich seine musikalischen Anfänge mit den Jackson Five und seinen Durchbruch zum Solo-Superstar - eine Zeit lange vor den ersten Anschuldigungen. All das wird sicher noch thematisiert und heftig diskutiert werden, wenn der Streifen am 23. April in die Kinos kommt. Noch allerdings gilt ein strenges Review-Verbot. Bis zum offiziellen Start soll niemand gespoilert werden.

Eines lässt sich jedoch natürlich schon verraten: In die Rolle des erwachsenen Michael Jackson ist Jaafar Jackson geschlüpft, Sohn von Jermaine Jackson und somit ein Neffe des "King of Pop". Die übrigen Cast- und Crew-Mitglieder überschlagen sich regelrecht mit Lobhudelei für den 29-Jährigen, der in dem Film tatsächlich sein Schauspieldebüt gibt - nicht nur für sein Talent, sondern auch dafür, was für ein feiner Mensch er sei.

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Durchaus ein Sympathieträger: Jaafar Jackson. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Ausgesprochene Sunnyboy-Qualitäten kann man Jaafar Jackson, der selbstverständlich ebenfalls bei der Premiere zu Gast ist, zweifelsohne nicht absprechen. Mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen umweht ihn eine Aura von Bodenhaftung und Normalität, die seinem berühmten Onkel in seinem Alter längst abhandengekommen war.

Es darf gefeiert werden

Als sich heute Morgen neben Jaafar Jackson auch Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day"), Produzent Graham King ("Bohemian Rhapsody"), Nia Long, die Michael Jacksons Mutter Katherine spielt, und KeiLyn Durrel Jones, der den Leibwächter Bill Bray verkörpert, in einer Fragerunde präsentieren, stiehlt allerdings einer nahezu allen anderen die Show: Juliano Valdi, zwölfjähriger Darsteller von Michael Jackson im Kindesalter.

Als er etwa erzählt, besonders schwer sei ihm das Tanzen mit dem "James-Brown-Spagat" gefallen, eine im Film zu sehende Ratte habe ihn "angepisst" und er wolle vor allem, dass die Leute das Kino nach dem Film mit einem Michael-Jackson-typischen "hee-hee" freudig verlassen, hat er die Lacher auf seiner Seite.

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Michael - bist du es? (Foto: picture alliance/dpa)

In einer anderen Fragerunde mit mehreren Crew-Mitgliedern, die hinter den Kulissen etwa für Kostüme und Make-up zuständig waren, geht Chef-Choreograf Rich Talauega darauf ein, wie wichtig Deutschland als Markt für Michael Jackson gewesen sei. Wohl auch ein Grund, weshalb sich die "Michael"-Macher nicht für Los Angeles, New York oder London als Premieren-Ort entschieden haben, sondern prompt für Berlin. Den Ort, an dem Michael Jackson mit seinem Konzert vor dem Reichstag 1988 auch eine seiner zahlreichen Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen hat.

Der offizielle Teil der "Global Fan Celebration" ist erledigt - jetzt darf gefeiert werden. So steht heute Abend noch eine große Party zu Ehren des "King of Pop" in Berlin auf dem Programm, sicher auch wieder mit dem einen oder anderen Michael-Jackson-Double. Ob sich der Rummel um das Pop-Idol auch auszahlt, wird sich in knapp zwei Wochen an den Kinokassen erweisen.

Quelle: ntv.de

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