Kino

"Mein Name ist Somebody" Terence Hill beeindruckt mit knapp 80

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Terence Hill freut sich sehr über den warmen Empfang in Deutschland. Und er liebt immer noch Pistazieneis.

dpa

In Gedenken an seinen Freund Bud Spencer hat er diesen Film gedreht, so steht es im Abspann und das wird auch immer wieder im Gespräch deutlich. Bud vermisst er zwar oft, aber "der war trotzdem immer irgendwie da", so Terence Hill im Interview mit n-tv.de. Lang ist es her, dass der "Himmelhund" einen Kinofilm gedreht hat und nun, mit "Mein Name ist Somebody", hat er sich einen großen Wunsch erfüllt. Verschwunden vom Bildschirm war er nie - er hat in TV-Serien und Fernsehfilmen gespielt - und auch die Wiederholungen seiner größten Erfolge haben die Fans lange bei der Stange gehalten. Aber nun, wo Hill endlich wieder im Kino zu sehen ist, ist die Euphorie riesig. Hieß es Anfang der Siebzigerjahre noch "Mein Name ist Nobody" heißt es nun: "Mein Name ist Somebody". Terence Hill ist auf jeden Fall "Somebody", also "Jemand", und zwar jemand Beeindruckendes. Mit knapp 80 Jahren sprüht er vor Vitalität. Seine Kino-Tour durch Deutschland ist eine Art Triumphzug - überall, wo er auftaucht, geraten die Menschen in Verzückung. Das liegt zum einen an der langen Kino-Abwesenheit, ja, aber zum anderen sicher auch daran, dass Terence Hill so ein bodenständiger Typ geblieben ist. In seinem neuen Film, der im Untertitel den Zusatz "Zwei Fäuste kehren zurück" trägt, betont er zwar immer wieder, dass er alleine reist, wenn sich jemand oder etwas zu ihm gesellen will, allein ist dieser Mann jedoch nie - weder im Kino noch im Leben. Mit n-tv.de traf die Legende sich im Hotel Adlon. Auch nicht allein - aber Zeit hat er sich genommen.

n-tv.de: Lieber Mister Hill, wie ist das, wenn die Fans so ausflippen, egal, wo man auftaucht? Was macht das mit Ihnen?

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Wo er auch hinkommt - die Fans warten schon auf ihn.

(Foto: dpa)

Terence Hill: Ich bin froh und dankbar. Aber ich glaube, der Hype ist zwar schön, aber es ist das Resultat der langen Karriere. Und: Die Leute sehen mich nicht wie einen Star, sondern wie einen Freund, und das macht mich sehr zufrieden.

Endlich wieder ein Kino-Film mit Ihnen …

Ja, ich hätte das schon früher machen sollen, es war wie ein Urlaub (lacht). Im Gegensatz zum Dreh bei einer Serie hat man für einen Kino-Film doch wirklich viel mehr Zeit. Im Fernsehen muss immer alles schnell gehen.

Ihr Deutsch ist ja sehr gut …

Na klar, ist ja auch meine Muttersprache. Ich habe nur Deutsch gesprochen, bis ich sechs Jahre alt war. Sächsisch kann ich aber nicht (lacht). Dann sind wir nach Italien gegangen. Und da meine Mutter starb, als ich noch sehr jung war, hatte ich keinen Trainingspartner mehr. Da ich aber oft nach Deutschland gekommen bin, zum Beispiel um zu Drehen für Karl-May-Filme wie "Winnetou 2", bin ich nie aus der Übung geraten.

Sie haben in Lommatzsch bei Dresden gewohnt, als Ende 1944, Anfang 1945, die Bomben fielen …

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"My Name is Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück" ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Road-Movie.

(Foto: dpa)

Ja, das werde ich nie vergessen, wir hatten alle Angst. Man kann sich nicht vorstellen, was das für ein Kind bedeutet. Und heute werden immer noch Bomben geschmissen, in Syrien zum Beispiel, auf Kinder. Ich kann das nicht verstehen. Ich hatte als erwachsener Mann noch Albträume.

Wie kam es dazu, dass Sie nach so langer Zeit endlich wieder einen Kino-Film gedreht haben?

Ich wollte das schon länger machen, aber es war dann schließlich folgendermaßen: Ich war gerade auf der Suche nach einem Drehort und Bud lebte noch. Ich wollte so etwas Ikonisches finden wie das Haus auf dem Hügel bei "Psycho", damit man sich gut daran erinnern würde. Und da stand ich nun im Sommer 2016 vor einem solchen Haus, das gut geeignet schien, aber ich wollte mir noch andere angucken. In dem Moment hat mein Handy geklingelt. Buds Sohn sagte: "Mein Vater ist gegangen." Ich war sehr traurig, aber plötzlich auch wieder voller Freude. Und ich habe gedacht, dass dies der richtige Ort ist. Es war so ein Gefühl, weil an diesem Ort in diesem Moment der Anruf gekommen war. Und dann fiel mir auf: In Almeria, in dieser kleinen spanischen Wüste, hatte ich Bud das erste Mal getroffen. Ich habe viele schöne Erinnerungen daran.

Zum Beispiel?

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Hill kennt das Geheimnis für ein langes Leben - und für eine lange Ehe: "Folge deinem Gefühl", sagt er.

(Foto: imago/Future Image)

Bud und ich waren so gute Freunde, aber wir waren auch sehr verschieden: Er hat mir immer gesagt, dass ich zu perfekt sein will. Er dagegen hat immer aus dem Bauch heraus gehandelt. Wir haben uns gegenseitig dafür respektiert. Und er war immer stolz auf mich. Bud hat mich beschützt, wie ein großer Bruder. Aber er war auch ein verrückter Typ, er wollte immer etwas Neues lernen,  Helikopterfliegen zum Beispiel. Seine arme Frau hat mich manchmal gebeten, dass ich auf ihn aufpasse, damit er sich nicht schon wieder etwas Neues ausdenken konnte (lacht).

Wie halten Sie sich fit?

Ich habe die guten Gene meines Vater geerbt (lacht). Früher war ich Turner, da konnte ich die meisten Stunts selbst erledigen. Heute schaff ich nur noch die Schlägereien (lacht). Und ich esse zwar sehr gerne, aber ich esse nicht so viel Fleisch. Vielleicht ist das der Trick.  

Sind Sie mehr Terence Hill oder Mario Girotti (Anm: sein Geburtsname)?

Für meine Brüder war ich immer Mario. In Italien, wo ich in Umbrien wohne, nennt man mich "Terrrensche", aber am meisten bin ich Terence Hill, auch, als ich mit meiner Familie noch in Massachusetts gelebt habe.

Mit Terence Hill sprach Sabine Oelmann

"Mein Name ist Somebody" startet am 23. August in den deutschen Kinos.

Im sächsischen Lommatzsch, wo Hill einen Teil seiner Kindheit verbrachte, treffen sich vom 31. August bis 2. September Fans zum "offiziellen Bud Spencer und Terence Hill Festival". Infos dazu gibt es hier.

Quelle: n-tv.de

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