Kino

Blonde, Atomic Blonde Voll auf die Fresse mit Charlize Theron

Charlize Theron langt in ihren Filmen gerne zu - sei es in "Monster", "Mad Max" oder nun "Atomic Blonde". In dem Streifen wird die Südafrikanerin zum weiblichen James Bond. Mit der Lizenz zum Töten schickt sie knallharte Liebesgrüße aus Berlin.

Im Moment scheint es in Hollywood geradezu zum guten Ton zu gehören, bestimmte Szenen oder sogar die ganze Handlung eines Films in Berlin anzusiedeln. Nicht nur, dass sich Superhelden wie "Captain America" oder "Spider-Man" zuletzt unter anderem in der deutschen Hauptstadt austoben durften. Auch Steven Spielberg inszenierte hier und in Potsdam vor knapp zwei Jahren seinen Spionagethriller "Bridge Of Spies".

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Mit "Atomic Blonde" kommt nun abermals ein Film im Berliner Agenten-Milieu in die Kinos. Allerdings mit deutlich mehr Kawumm. Kein Wunder, schließlich basiert der Film  nicht - wie "Bridge Of Spies" - auf wahren Begebenheiten, sondern - wie etwa auch "Captain America" und "Spider-Man" - auf einem Comic.

Von Goodman bis Schweiger

Inszeniert wurde "Atomic Blonde" von David Leitch. Als Stuntman doubelte er jahrelang Schauspieler wie Brad Pitt, Matt Damon oder Jean-Claude Van Damme, ehe er 2014 bei "John Wick" erstmals auf dem Regiestuhl Platz nahm. Mit Actionszenen kennt er sich also bestens aus. Und auch Charlize Theron, die in dem Streifen in die Rolle der Blondine mit maximaler Sprengkraft schlüpft, weiß, wie man es krachen lässt. Auf die eine oder andere Art hat sie sich schon mehr als einmal auf der Leinwand durchgeboxt, sei es in ihrer oscar-prämierten Rolle in "Monster", in der Science-Fiction-Mär "Aeon Flux" oder im Endzeit-Spektakel "Mad Max: Fury Road".

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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.

(Foto: Focus Features LLC. / Universal Pictures)

Nun wird Theron also zur Agentin. Und zwar zu einer, neben der James Bond nicht nur wie der allervornehmste Gentleman überhaupt, sondern geradezu wie ein Waisenknabe anmutet. Die 42-jährige (!) Südafrikanerin prügelt sich schließlich durch den Streifen, als gäbe es zum Sterben wirklich keinen Morgen und auch keinen anderen Tag mehr.

Unterstützt wird Theron bei ihrem Voll-auf-die-Fresse-Trip unter anderem von James McAvoy, der in "Split" zuletzt den Psychopathen geben durfte, von Mister-einmal-Roseanne-Immer-Roseanne John Goodman und von Bill Skarsgård, der demnächst in der Neuverfilmung von Stephen Kings "Es" Horrorclown Pennywise verkörpern wird. Und, ach ja, auch Til Schweiger darf in einer Nebenrolle nicht fehlen, wenn die "Atomic Blonde" ihren Gegnern wie Kleinohrhasen das Fell über die Löffel zieht.

Knalliges Haudruff-Gemälde

Lorraine Broughton (Theron) ist Topagentin des britischen Geheimdiensts MI6. Als sie nach Berlin geschickt wird, steht der Fall der Mauer unmittelbar bevor. Ihre Aufgabe ist es nicht nur, einen Spionagering auszuheben, der gerade einen befreundeten Agenten umgebracht hat. Sie muss auch den Wettlauf um eine geheime Liste gewinnen, deren Inhalt kaum brisanter sein könnte, verrät sie doch die Identitäten aller westlichen Spione in der Stadt. Dass die Russen nur allzu scharf auf das Dokument sind, ist klar. Doch welche Rolle spielen etwa der eigentlich befreundete Agent David Percival (McAvoy) oder die mysteriöse Französin Delphine Lasalle (Sofia Boutella)? Während das politische System im eiskalten Berlin um sie herum gerade kollabiert, liefern sich die Protagonisten ein Katz-und-Maus-Spiel mit ungewissem Ausgang …

Und ein Katz-und-Maus-Spiel, das nicht mit Häschern oder Mausefallen, sondern mit Wummen, Klappmessern und den blanken Fäusten ausgetragen wird. Während es beim Plot an manchen Stellen hakt, beweist Leitch großes Talent dabei, ein knalliges Haudruff-Gemälde auf die Leinwand zu pinseln. Der stets präsente Soundtrack mit 80er-Jahre-Klassikern wie New Orders "Blue Monday" tut sein Übriges dazu, den Spionage-Splatter in düsteren Bonbonfarben gebührend zu untermalen. "Atomic Blonde" ist - im besten Sinne - sinnfrei und mit Hirn auf Durchzugsstellung grandios unterhaltsam.

"Atomic Blonde" läuft ab 24. August in den deutschen Kinos

Quelle: n-tv.de

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