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Fredrika Storm ermittelt"Die mit dem Geld kriegen, was sie wollen"

18.04.2026, 12:14 Uhr Thomas-BadtkeVon Thomas Badtke
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Auch ein Ferrari löst einen Verdachtsmoment aus. (Foto: IMAGO/Pond5 Images)

Ganz Schweden feiert ein Tech-Startup. Doch auf einer Firmenparty verschwindet eine Studentin. Der charismatische Unternehmenschef gerät in den Fokus der Ermittler. Parallelen zu einem sieben Jahre zurückliegenden Mord werden gezogen - und die Geschichte eskaliert.

Wenn Menschen sich für einen Tech-Unternehmer stark machen, der eines Gewaltverbrechens verdächtigt wird, spricht das Bände und wirft Fragen auf: Ist man automatisch ein guter Mensch, wenn man ein international erfolgreicher Unternehmer ist? Wohl kaum. Das sollte zumindest der normale Menschenverstand antworten. Und dennoch wird ein Elon Musk gefeiert, heben ihn Millionen weltweit auf ein Podest. Bleibt nur eine Schlussfolgerung: Die Welt ist ungerecht. Diesen Schluss zieht auch Ermittlerin Fredrika Storm, als sie eine Menschenmenge beobachtet, die für den Tech-Unternehmer Martin Zenberg demonstriert, der eines Gewaltverbrechens verdächtigt wird.

Die gesammelten Indizien sprechen eine klare Sprache - und gegen Zenberg. In seinem Apartment befand sich das Handy von Isabelle Karlsson, Studentin an der Uni von Lund. Es gibt Fotos, die Karlsson und Zenberg gemeinsam auf einem Launchevent des Startups zeigen, dem der millionenschwere Jungunternehmer vorsteht. Sein Ferrari wurde in der Nacht nach der Party auf dem Weg zu einem abgelegenen Ferienhaus gesehen. Dort wiederum findet das Team um Storm und ihren Kollegen Henry Calment eine Feuerstelle und darin Überbleibsel einer Tasche der Studentin - sowie die Reste von einem ihrer künstlichen Fingernägel.

Aber Zenberg schweigt zu alldem. Ein Geständnis? Isabelle Karlsson bleibt verschwunden. Ihre Familie ist aufgebracht. Karlssons beste Freundin hat den Hinweis zur Startup-Party geliefert. Aber ist sie glaubwürdig? Sie bringt auch einen - vielleicht den - Freund Isabelles ins Spiel. Doch Fredrikas Bauchgefühl sagt ihr, dass der nichts mit der Sache zu tun hat.

Aber irrt ihr Bauch diesmal vielleicht? In älteren Fällen konnte sie sich zumindest immer auf ihn verlassen - egal, ob es um die eigene Familie ging oder um das Verschwinden zweier junger Bewohner einer alten Psychiatrie in den 1980er-Jahren. Ihr Kollege Calment ist nicht der Bauchmensch, so wie Storm. Er folgt eher der Logik, seinem Kopf. Kein Wunder, dass Storm und Calment das perfekte Ermittlerduo der Polizei von Lund sind. Und natürlich lösen sie auch diesen Fall. Aber irgendwie auch nicht …

Storm, Geke, Spannung pur

Wie das gehen kann? Das erfahren Leser und Hörer von "Schattenmädchen", erschienen bei dtv und DAV, erst wirklich ganz am Ende der Geschichte. Wer die schwedische Bestsellerautorin Frida Skyback kennt, weiß das - auch zu schätzen. Nach "Schwarzvogel" und "Eisenblume" ist "Schattenmädchen" bereits das dritte Werk ihrer "Fredrika Storm"-Reihe, dass hierzulande erschienen ist. Und immer mit von der Partie ist Sprecherin Tanja Geke.

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Geke und Storm, das passt perfekt. Geke verleiht der Ermittlerin eine Stimme, die im Kopf bleibt. Erst durch sie wird Storm diese vorpreschende Ermittlerin ohne Geduld. Diese Polizistin, die ihre Arbeit nie loslässt; die ihre Beziehung(en) dadurch vernachlässigt; die grübelt. Aber auch Calments Wesen - ruhig, überlegt, immer durchdacht, irgendwie vornehm - ist wunderbar. Nur die Figur von Storms und Calments Kollegen "Blitz" toppt das Ganze noch. Er ist für Witz und Humor zuständig. Auch seine Stimme ist dank Geke unverwechselbar.

Das ist gleichzeitig ein Qualitätsprädikat für die gesamte "Fredrika Storm"-Reihe. Die Figuren sind lebensnah angelegt, die Themen brisant und topaktuell. Es geht um Mobbing, Me too, Kapitalismuskritik, Wirtschaftskriminalität, Geheimbünde, Klimaschutz, Netzwerke, Pfründe, Familie, Liebe. Vor allem die letzten beiden Punkte sind es, die über die Ungerechtigkeit hinwegtrösten können. Das erkennt dann auch Fredrika Storm.

Quelle: ntv.de

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