Musik

Weniger quatschen, mehr anfassen! Ariana Grande gibt die "Dangerous Woman"

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"Dangerous Woman" heißt das neue Album von Sängerin Ariana Grande. Deswegen muss es auch etwas verrucht klingen.

(Foto: Universal Music)

Jeder Kinderstar will irgendwann mal ernst genommen werden. Ariana Grande ist der Wirbel um ihre herausragende Stimme noch nicht genug. Mit sexy Lyrics und noch schärferen Outfits schnürt sie ein Pop-Paket, das seinesgleichen sucht.

Wenn Ariana Grande im vergangenen Jahr eine Sache gelernt hat, dann dass man wirklich keine Donuts anlecken sollte, die man nicht zu bezahlen gedenkt. Was dem Kinderstar von Nickelodeon vielleicht noch verziehen worden wäre, lässt dem Popstar kaum einer mehr durchgehen. Kaum auf der Erwachsenenbühne angekommen, hat Grande den Ruf einer Diva weg und muss lernen einzustecken.

Es ist leicht zu ergründen, aus welcher Richtung die Anfeindungen kommen. Grande tritt lange auf wie eine dezent versaute Dorothy aus dem Zauberer von Oz. Ihr makelloses Gesicht platziert sie auf puppenhafter Statur, und wer mit der Lolita-Schiene einfach nichts anfangen kann, dem kann auch Grande gestohlen bleiben. Dass man sich erzählt, sie ließe sich wie ein Baby durch die Gegend tragen, hilft da nicht unbedingt.

Kindlichkeit und Sexappeal

Ungerecht ist das trotzdem. Grandes Augenaufschlag sitzt nicht deswegen so kokett, weil sie eine eitle Else ist. Grande ist zu allervorderst Entertainerin. Sie hat Talent, mehr als die meisten ihrer Kollegen. Sie ist Königin der Imitationen, engagiert in Sachen Gleichberechtigung und besitzt eine Stimme, deren kraftvolle Note zurecht mit den Stimmen großer Künstlerinnen wie Mariah Carey, Whitney Houston oder Christina Aguilera verglichen wird.

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"Super Bunny" nennt Ariana Grande ihr maskiertes Alter Ego.

(Foto: Universal Music)

Vom Cover ihres neuen Albums "Dangerous Woman" blickt Grande als Latex-Häschen. "Super Bunny" nennt sie ihr verruchtes Alter Ego, das als Projektionsfläche für Kindlichkeit, Sexappeal und eine gewisse Härte zugleich herhalten kann. Schade eigentlich, dass die Lieder der hübschen Verpackung nicht entsprechen.

"Into You" ist einer der neuen Songs, der Grande besonders gut steht. Zeilen wie "A little less conversation / And a little more touch my body" (frei übersetzt: Weniger quatschen, mehr anfassen) sind gerade so sexuell suggestiv, dass sie sich noch mit einem niedlichen "I'm so into you" (Ich steh' so auf dich) verharmlosen lassen. Der Beat ist tanzbar und doch triumphiert über dem sauber produzierten Sound Grandes fabelhafte Stimme. Bei "Greedy" läuft sie zur Hochform auf.

Vergleichbar lasziv - nur schlechter

Fast hypnotisch wirkt das Gesäusel zum Track "Let Me Love You", auf dem Grande mit Rapper Lil Wayne kooperiert. Ein guter Song, doch steht er im Schatten der vergleichbar lasziven Zusammenarbeit mit The Weeknd vom letzten Album "Love Me Harder".

Überhaupt ist das wohl das größte Problem von "Dangerous Woman": Vergeblich sucht man nach einem Song wie "Break Free", "Problem" oder "One Last Time". Wer Ariana Grandes Charme ohnehin bereits verfallen ist, wird beim zweiten oder dritten Hören einen Lieblingssong auf dem neuen Album ausmachen können. Wer noch Fan werden möchte, der höre doch vorher einfach nochmal die Vorgänger-CD "My Everything".

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Quelle: ntv.de

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