Musik

Neues Projekt SchoKKverliebt Mia Julia: "Ich liebe den sexuellen Lifestyle"

Mia_Julia&Frenzy_02_cAli Kanaan.jpg

Frenzy und Mia Julia (v.l.) lassen sich die gute Laune auch durch Corona nicht verderben.

(Foto: Ali Kanaan)

Eigentlich steht Mia Julia im Sommer am Ballermann auf der Bühne und heizt ihren Fans ein. In diesem Jahr ist wegen Corona alles anders. Stattdessen veröffentlicht sie nun mit Kollegin Frenzy als SchoKKverliebt ein Album namens "Porno" und gibt ntv.de ein Interview.

Mia Julia Brückner ist wohl das Heißeste, was der Ballermann neben den für Mallorca typischen Außentemperaturen im Sommer zu bieten hat. Zumindest, sofern kein Corona ist. Grund dafür ist unter anderem die Porno-Vergangenheit der 33-Jährigen, die sie das erste Mal zum Star machte. Von 2010 bis 2012 war die gebürtige Münchnerin nämlich als Mia Magma in mehreren Hardcore-Streifen zu sehen. 2014 dann zog sie unter ihrem inzwischen auf Mia Julia reduzierten Namen in den "Promi Big Brother"-Container.

Nun ist also Corona, und der Sommer auf Mallorca nicht mehr derselbe. Mia Julia aber weiß sich zu helfen und die Zeit anderweitig zu nutzen. Gemeinsam mit Nachwuchsstar Frenzy veröffentlicht sie jetzt unter dem Projektnamen SchoKKverliebt ein Album. Auf "Porno" gibt es brachiale Electro-Beats und gute Laune mit provokanten Texten. Schon die vorab veröffentlichten Singles "Brave Mädchen", "Gönn dir" und "Enrico" sorgten bei ihren Fans für helle Freude. Typisch Mia Julia eben. Ob sie auch im Interview mit ntv.de ähnliche Töne anschlug, lesen Sie hier.

ntv.de: Mia Julia, du bist bekannt für jede Menge Power auf der Bühne und eigentlich ständig unterwegs. Dann aber hat Corona plötzlich alles ausgebremst. Von 100 auf 0 quasi. Wie hat sich das für dich angefühlt?

Mia Julia: Wir waren jeden Tag auf einer anderen Bühne in einem anderen Land bis Corona kam und man stand auf einen Schlag still. Ich glaube, mir ging es wie den anderen - es war wie ein schlechter Traum und man wollte endlich aufwachen. Bis heute ist es schwer zu realisieren, wie schnell sich unsere Welt verändert hat. Es ist sehr ungewohnt, nach so vielen Jahren wirklich mal zu Hause zu sein. Wir haben derzeit ein "Berufsverbot", und das ist ein ganz, ganz schreckliches Gefühl.

Trübt die aktuelle Situation die Vorfreude auf das Release des Albums?

Wir haben die Chance in der Corona-Zeit genutzt und das Projekt SchoKKverliebt gestartet. Wir konnten kreativ reagieren, und aus einem Spaß-Song mit Frenzy wurden immer mehr Songs, und wir überlegten: "Komm, lass uns ein Album machen!" Unter einem ganz neuen Projektnamen, ganz was anderes, kein Partyschlager, aber auch kein Pop. Schokkverliebt eben. Ab September geht es dann auch für mich wieder ins Studio. Es steht mein drittes Solo-Studioalbum auf dem Plan, das wir coronabedingt verschieben mussten. Viele Fans freuen und wünschen sich den "Miastyle" wieder. So habe ich zwei tolle Projekte, zum einen Schokkverliebt eher Festival-Mukke, und Mia Julia so, wie sie mich kennen!

Titel des Albums ist "Porno". Kokettierst du zugunsten deiner Karriere mit deiner Vergangenheit? Andere "Aussteiger" wollen oft lieber nicht mehr mit ihrer Vergangenheit in Verbindung gebracht werden ...

Wir dachten, "Porno" wäre der perfekte Titel für das Album, weil Schokkverliebt provokant, laut und sexy ist. Wir sagen das, was wir denken und hauen auf die Kacke. Vor allem ist "Porno" ein Begriff, der das Maximum beschreibt. Natürlich erinnert das an meine Vergangenheit, aber das finde ich nicht schlimm. Ich habe nie ein Geheimnis darum gemacht, was ich getan habe und was ich auch immer noch liebe. Ich rede öffentlich über das Swingen mit meinem Mann. Ich habe gerne und mit Leidenschaft Pornos gedreht. Ich erzähle immer über meine Erlebnisse und habe vor kurzem ein Profil bei "Onlyfans" eröffnet. Hier kann ich unzensierter reden und mich zeigen. Ich hab viele Fans, die diese Seite an mir lieben und mich in meinem erotischen Leben begleiten möchten. Nach wie vor stehe ich darauf und liebe den sexuellen Lifestyle. Ich bin von Natur aus stark exhibitionistisch veranlagt und liebe es, das ausleben zu dürfen.

Du trittst trotz Corona derzeit viel auf - wenn auch nur innerhalb Deutschlands. Wie sehen diese Auftritte aus hinsichtlich der Sicherheit fürs Publikum, und was hat sich für dich als Künstlerin geändert?

Die Sicherheit wird ganz großgeschrieben. Es wird ein riesiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet, und nach unserer Erfahrung halten sich alle an die vorgegebenen Regeln. Damit haben wir aber als Künstler nicht direkt was zu tun, da wir ja "nur" gebucht und nicht der Veranstalter sind. Für uns hat es sich optisch geändert, da die Leute nicht Haut an Haut stehen, nicht direkt vor der Bühne, und man ihnen nicht die Hand reichen oder sie in den Arm nehmen kann. Aber wir wollen ja nicht meckern und danken jedem Veranstalter, der es uns möglich macht, auf einer Bühne stehen zu können.

Fühlt sich das anders an als sonst oder ist deine Motivation dieselbe wie immer?

Es fühlt sich ganz anders an. Alle springen normalerweise, eskalieren, rasten aus. Jetzt müssen sie im Auto, auf Biergarten-Garnituren oder in Strandkörben sitzen. Das Bild hat sich geändert, aber man merkt: Die Leute haben genauso Bock und sind ausgehungert und dankbar, dass es vorwärtsgeht. Sie freuen sich, auf irgendeine Weise Party machen zu können. Da ist die Motivation genau wie sonst auch.

Wie schätzt du die Situation am Ballermann aktuell ein? Was glaubst du, ob, wann und wie es dort weitergehen kann?

Schwierig, die aktuelle Situation einzuschätzen, denn man weiß nichts Konkretes. Wir wissen auch nicht mehr als die Ballermann-Fans, aber wir hoffen, dass es so schnell wie möglich wieder weiter geht. So viele Existenzen hängen daran. Wir sitzen alle in den Startlöchern und freuen uns, wenn es endlich wieder losgeht. Wir müssen abwarten und können leider nicht viel dran ändern.

Wie sehr fehlt dir Mallorca? Und was fehlt dir - neben den Auftritten - am meisten?

Wie sehr mir Mallorca fehlt? Das ist nicht in Worte zu fassen. Mir fehlt Mallorca wahnsinnig. Die Stimmung, die Partys - es ist mehr als Sommer, Sonne, Saufen - es ist ein Lebensgefühl. Es fühlt sich mittlerweile an wie nach Hause zu kommen. Ich war an keinem Ort öfter als auf Mallorca. Unsere Wohnung ist direkt an der Playa, und wir vermissen sie jeden Tag.

Was ist es ganz allgemein, was dir persönlich in dieser Zeit am meisten fehlt?

Mir fehlt natürlich der Kontakt zu meinen Fans, die Auftritte, einfach den Lifestyle zu leben "Heute hier und morgen da". Jeden Tag Partystimmung zu erleben, mit den Leuten zu feiern und sie zum Lachen zu bringen. Das fehlt mir sehr.

Sicher macht sich der Mallorca-Ausfall für dich als Künstlerin auch finanziell bemerkbar. Ist der Einbruch besorgniserregend?

Natürlich merken wir einen enormen finanziellen Einbruch. Wir haben nie auf großem Fuß gelebt und konnten uns so diverse Rücklagen in den letzten Jahren aufbauen. Mit drei Festangestellten und den Fixkosten ist es eine Frage der Zeit, wie lange wir ohne Einnahmen aus dem Live-Geschäft "überleben" können. Mein Management ist sehr kreativ und für viel Innovatives der Vorreiter in der Branche. Wir sind sehr kreativ und suchen täglich nach alternativen Einnahmequellen. Nicht, um die Live-Auftritte zu kompensieren, sondern um uns Zeit zu verschaffen.

Mit Icke Hüftgold war gerade ein Mallorca-Kollege von dir bei "Promi Big Brother". Wäre ein solches Format auch für dich noch einmal - gerade in Zeiten wie diesen - eine Option?

Ich war bereits ja 2014 bei "Promi Big Brother" und das genau zur richtigen Zeit. Man kann schon sagen, dass das Format zusammen mit meiner Hymne "Mallorca, da bin ich daheim" ein entscheidender Step in meiner Karriere war.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Was wünscht sich jeder im Moment für die Zukunft? Ich glaube, da spreche ich für alle, wenn ich sage, Corona soll einfach nach Hause gehen und uns in Ruhe lassen. Wir wollen unser altes Leben zurück. Sich frei bewegen können, dass man die Angst aus den Köpfen der Menschen bekommt, dass man wieder ein nettes, schönes Miteinander erleben kann. Und einfach, dass alle gesund bleiben. Ja, das wünsche ich mir ganz, ganz schnell wieder zurück.

Mit Mia Julia sprach Nicole Ankelmann

Das Album "Porno" von SchoKKverliebt ist ab dem 4. September erhältlich.

Quelle: ntv.de