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"Ho Hey" war gesternThe Lumineers halten Erfolgsdruck stand

09.04.2016, 16:05 Uhr
imageVon Anna Meinecke
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The Lumineers haben ein neues Album rausgebracht. (Foto: Universal Music)

Sommer-Hits sichern einem selten dauerhaft einen Platz in der vorderen Musik-Riege. Wer The Lumineers nicht kennt, hat trotzdem ziemlich sicher ihren Song "Ho Hey" im Ohr. Vier Jahre nach dem Blitzerfolg muss ein neues Album zeigen, ob die Folk-Band gekommen ist, um zu bleiben.

Mit dem zweiten Album ist das ja immer so eine Sache. War das erste ein Reinfall, ist man eh schon abgeschrieben, war es ein Hit, kann man eigentlich nichts richtig machen. "Cleopatra" von The Lumineers hängt irgendwo dazwischen - das ist entweder das Beste oder das Ärgerlichste, was der Band hätte passieren können.

Entscheidet man sich dagegen "Cleopatra" im Wust der netten, aber doch eben auch wenig einprägsamen Folk-Rock-Produkte verpuffen zu lassen, ist zunächst einmal festzustellen, dass die Platte ein paar ordentliche Songs vorzuweisen hat. Die erste Singleauskopplung "Ophelia" ist einer dieser hitverdächtigen Tracks, die zwar jedem gefallen, aber niemandem richtig schnell auf die Gehörkanäle gehen. Geduld ist also gefragt. Und "Sleep on the Floor" entwirft mit einer lyrischen Mischung aus Hoffnung und Resignation eine Gefühlswelt jenseits des Emotionsspektrums der üblichen Ohrwürmer.

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The Lumineers "Cleopatra" ist seit 8. April 2016 erhältlich. (Foto: Universal Music)

Vier Jahre nach ihrem Mega-Debüt mit "Ho Hey", zu dem einen Sommer lang weltweit Füße gestampft und Hände geklatscht wurde - danke Eon, danke "Silver Linings", müssen The Lumineers beweisen, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Ernsthafte Absichten deuten sich bereits an mit Titeln wie Shakespeare-Frauen, doch Belesenheit macht noch keinen Hit. Gleichzeitig soll der Hit auch nicht in die Nachahmerfalle tappen.

Vielleicht aus Reife, vielleicht aus der Angst heraus als By-the-Book-Band abgestempelt zu werden, haben Wesley Schultz, Jeremiah Fraites und Neyla Pekarek keinen völlig offensichtlichen Knaller auf "Cleopatra" platziert. Das Tempo der Songs ist gemächlich bis faul. Dazu wird nicht angestoßen, sondern eingeschlafen - auf eine wohlige, nicht auf eine langweilige Weise, damit das klar ist.

"Cleopatra" ist weniger kommerziell als das Vorgängeralbum, das den Bandnamen The Lumineers trägt. Es ist meditativ, aber nicht so melancholisch wie es die Intro-Akkorde vielleicht vermuten lassen. Die neuen Songs der Lumineers erzählen von der Liebe, von Verlust und Sehnsucht. Sie erzählen von der Desillusionierung durch Blitzerfolg, von falschen Freunden. Austauschbar? Man muss sich nur etwas reinhören, da hat sich jemand Gedanken gemacht.

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Quelle: ntv.de

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