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"Wir haben alle Träume" Das Wichtigste im Leben von Jürgen Vogel

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Jürgen Vogel spielt den liebenswürdigen, manchmal aber auch völlig überforderten Vater Kurt.

(Foto: TVNOW / Martin Rottenkolber)

Familie Fankhauser aus Bonn führt in der neuen Vox-Serie "Das Wichtigste im Leben" ein mittelständisches, durchschnittliches Leben mit ganz alltäglichen Problemen. Verglichen mit dem, was sonst derzeit in Sachen Serien auf den Markt geschwemmt wird, ist das herrlich ungewöhnlich. Die Konflikte berühren durch ihre Normalität und den Umgang der Familienmitglieder miteinander, verzichten auf Schockmomente, rasante Kamerafahrten und schnelle Schnittfolgen.

Die Geschichten mitten aus dem Leben der Frankhausers werden stattdessen langsam und so besonders einfühlsam erzählt. Zudem punktet die Serie durch ihren namhaften wie sympathischen Cast. Neben Bettina Lamprecht als Mutter Sandra sowie Bianca Nawrath, Sidney Holfreter und David Grüttner als Kinder ist Jürgen Vogel in der Rolle von Vater Kurt zu sehen. Im Interview verrät er, was ihn mit seiner Figur verbindet.

Herr Vogel, was ist denn das Wichtigste im Leben?

Jürgen Vogel: Ich glaube, man darf den Titel nicht als Aussage verstehen. Also dass wir oder die Macher wissen oder behaupten zu wissen, was das Wichtigste im Leben ist. Im Grunde ist jede Figur in der Serie auf der Suche nach dem für ihn persönlich Wichtigsten. Das ist bei jedem etwas anderes. Für Theo ist es der Hund. Für die Pubertierenden ist es bei dem einen sein Hobby oder das, was er eigentlich machen will, seine Leidenschaft. Und für die andere ist es die erste Liebe.

Was ist es für Vater Kurt?

Er ist Basketballtrainer und verfolgt den Plan, seinen Sohn Phillipp ganz nach vorne zu bringen. Er will, dass er irgendwann vielleicht in Amerika als Profi spielt. Das ist das Ziel, an dem Kurt seit acht Jahren arbeitet. Er hat den Ehrgeiz, dass das, was er in seinem Leben durch eine Verletzung nicht geschafft hat, vielleicht sein Sohn schaffen könnte. Da legt er unheimlich viel Kraft und Energie rein in seiner mittleren Lebensphase. Aber Kinder haben dann eben doch vielleicht was anderes vor.

Was ist für Sie das Besondere an dieser Serie?

Es ist toll, dass man auch mal Dinge aus dem normalen Alltag erzählt, die mit dem normalen Leben zu tun haben. Sachen, die man selbst empfindet oder schon erlebt hat, zumindest kennt von Freunden oder Familienmitgliedern. Sehnsüchte, Erwartungen, Scheitern, Kindererziehung, Visionen, die man hat, für seine Kinder, die aber von denen mit Recht durchbrochen werden. Dinge passieren einfach und wir müssen lernen, damit umzugehen. 

Im Vergleich zu Ihrer eigenen Patchworkfamilie sind die Frankhausers eher eine Mini-Ausgabe davon ...

(lacht) Ich kenne natürlich das Chaos. Dann kommen auch noch Freunde der Kinder, dann noch Freundesfreunde. Irgendwie ist in meinem Leben immer "Full House" gewesen. Ich mag das sehr gerne, ich finde das toll.

Kurt Frankhauser hat noch Träume. Geht es Jürgen Vogel auch so?

Natürlich. Wir Schauspieler sind doch alle ganz normale Menschen, wir haben alle Träume. Uns passiert genau das, was anderen auch passiert. Es ist nicht so, dass nur, weil man diesen Beruf hat, alles toll ist. Das Leben ist für jeden eine Herausforderung. Jeder muss das irgendwie meistern und kennt diese Dinge. Dass Erwartungen, die man hat, immer dazu dienen, zu scheitern, weil sie im Ansatz schon so einen Druck aufbauen. Das ist eine Regel, die lernt man ganz doll im Leben, gerade wenn man älter wird: Dinge mit weniger Druck anzugehen und sie so anzunehmen, wie sie eben sind. Man lernt, damit zufrieden zu sein.

Die Ereignisse im Leben der Frankhausers werden auf eine entschleunigte Art erzählt. Das ist eher ungewöhnlich ...

Ja, das ist etwas, das wir nicht so häufig im deutschen Fernsehen sehen. Es gibt das schon, international gesehen. Drama-Serien, die gemischt sind mit anderen Genres, und das kommt jetzt eben auch bei uns. Vox hat sich was getraut und auf gute Leute gesetzt, was die Entwicklung angeht. Die Autoren haben das sehr liebevoll skizziert. Die Serie ist einfach clever gemacht, finde ich. Für mich sind die Bücher wahnsinnig besonders, weil sie eine tolle Form sind, das Leben zu erzählen und trotzdem eine Dramaturgie und Spannung reinbringen. Denn natürlich passiert etwas, vieles ist wirklich überraschend, aber es wirkt alles ganz unverkrampft. 

"Das Wichtigste im Leben" läuft ab 5. Juni immer mittwochs um 20.15 Uhr bei Vox. Außerdem sind die Folgen schon vorab im Premium-Abo bei TVNOW abrufbar.

Quelle: n-tv.de, nan

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