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Der "Tatort" im Schnellcheck Die Vergangenheit ist ein fernes Land

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Sara Manzer (Johanna Wokalek) holt die Vergangenheit wieder ein.

(Foto: SWR / Benoit Linder)

Als Sara Manzer nach vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, scheint alles wieder von vorn loszugehen. Ein Ex-Polizist belagert sie, hat Zweifel an "Saras Geständnis". Für Tobler und Berg ein Fall mit viel Redebedarf und einigen unappetitlichen Fußangeln.

Was passiert?

Für Sara Manzer (Johanna Wokalek) teilt sich das Leben in zwei Hälften, eines vor ihrer Haftstrafe, eines danach. Dazwischen liegt ein schweres Verbrechen - die junge Frau soll ihren Vater erstochen haben. Bis dahin ist Sara eine "lebenslustige Frau", wie es so schön heißt, zieht um die Häuser und lässt es krachen. Dem alten Herrn, Chef eines erfolgreichen Verlags, ist das von jeher ein Dorn im Auge. Als die beiden sich wieder einmal ums Erbe in die Haare kriegen, kommt es zu der Bluttat, so gibt es Sara jedenfalls zu Protokoll. Während des Prozesses stilisiert die Boulevard-Presse sie zur "Hure" und zum "Partygirl", am Ende geht Sara in den Knast.

Als sie vier Jahre später entlassen wird, ist sie kaum noch wiederzuerkennen, blass, in sich gekehrt, das alte Leben, die Freunde und Freundinnen von einst scheinen ihr fremd. Zur Ruhe kommt sie nicht, im Gegenteil: Ein Ex-Polizist belagert sie, will den Fall noch einmal aufrollen. Als der schließlich getötet wird, müssen Hauptkommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) und "Tatort"-Hauptkommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen.

Worum geht es wirklich?

Eigentlich soll es wohl um Sara gehen: Was treibt sie an? Was brachte sie damals zu der Tat? Und falls sie es am Ende doch nicht war, warum in Gottes Namen hat sie dieses Verbrechen gestanden? Doch während Johanna Wokalek, zum dritten Mal nach 2008 und 2018 im "Tatort" zu sehen, ihre Rolle extrem reduziert, an der Grenze zur Pantomime anlegt, rieselt um sie herum das Klischee-Konfetti zu Boden: Social Media und Computernöte, Bier im Büro und Scheiße am Schuh, schmierlappige Chefs und Gängsterpärchen aus dem Schultheater, too much of everything.

Wegzapp-Moment?

Zum zweiten Mal binnen kürzester Zeit spielt Hundekot eine Rolle im "Tatort". War die übelriechende Tretmine vor einigen Wochen noch bei der Aufklärung des Stuttgarters behilflich, ist hier der Fehltritt Bergs als eine Art "Running Gag" angelegt. Ums mit Grönemeyer zu sagen: Was soll das?

Wow-Faktor?

Leider gering. Auch ein Grund dafür: dass Berg und Tobler nach mittlerweile acht Fällen immer noch keinen Groove miteinander gefunden haben, mal am Rande des Flirts agieren, dann wieder wie Geschwister, die sich mit 50 Jahren noch nicht voneinander emanzipiert haben.

Wie war's?

3 von 10 Punkten - über weite Strecken spannungsarmes Beziehungsgeflecht, zwischen bemüht und behäbig.

Quelle: ntv.de

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