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"Tatort" aus Wien Exorzismus und Erbsensuppe

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Waren im "Tor zur Hölle": die Kommissare Eisner (l.) und Fellner (r.).

(Foto: ARD Degeto/ORF/Film 27/Hubert Mi)

Spätestens als im "Tatort" am Vorabend die Stimme der Natalie so klang, als würde sie bei einer Death-Metal-Band "singen", fiel der Referenzgroschen: Das gutturale Vulgär-Grunzen stammt aus William Friedkins Filmklassiker "Der Exorzist", in der Hauptrolle: Linda Blair. Hier sind zehn höllische Fakten zum kontroversen Klassiker aus dem Jahre 1973.

1. Als Linda Blair in ihrer Rolle der vom Teufel besessenen Regan McNeil zum ersten Mal eine jener teuflischen Tiraden ansetzte, war ihr Gegenpart, Max von Sydow alias Pater Lenkin, davon so geschockt, dass er prompt seinen Text vergaß.

2. Damit die damals 13-Jährige überzeugend erbrechen konnte, verabreichte man ihr jenes Gemüsegericht, das sie verabscheute wie der Teufel das Weihwasser: Erbsensuppe.

3. Unter den Nachwuchsschauspielerinnen, die für die Rolle der Regan zum Vorsprechen antraten, waren auch Laura Dern und Melanie Griffith, zudem galt Sharon Stone kurzzeitig als Anwärterin auf den Part.

4. In einer kleinen Cameo-Rolle ist Linda Blairs Mutter zu sehen - als Krankenschwester.

5. Bei seiner US-Premiere am 26. Dezember 1973 war das Kinopublikum zuweilen so konsterniert, dass Krankenwagen gerufen werden mussten. Zuschauer wurden hysterisch, andere verloren das Bewusstsein.

6. Die Dreharbeiten wurden von einigen merkwürdigen Vorgängen überschattet. So wurde die Pazuzu-Statue zunächst nach Hongkong verschifft, bevor sie am Drehort im Irak ankam. Linda Blair und Ellen Burstyn, die ihre Mutter spielte, erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Als sich ein Vogel in einem Sicherungskasten verirrte, kam es zu einem Kurzschluss, infolgedessen das gesamte Set abbrannte - lediglich jener Raum, in dem die drastischen Exorzismus-Szenen gedreht werden sollten, blieb unbeschädigt.

7. Nicht nur Linda Blair, auch Max von Sydow musste an jedem Drehtag in die Maske. Während Blair auf gruselig getrimmt wurde, musste von Sydow optisch älter gemacht werden. Bei ihr dauerte es jeweils um die zwei Stunden, bei ihm etwa doppelt so lang.

8. Der Score des Films beinhaltet einiges an sogenannter "Musique concrètes" und klassische Experimentalmusik, unter anderem von Harry Bee und George Crumb. Als erster Regisseur brachte William Friedkin Musik des Polen Kryzsztof Penderecki in einem Horrorfilm unter, sein "Polymorphia" setzten später auch Größen wie Stanley Kubrick ("Shining") und David Lynch ("Inland Empire") ein.

9. "Der Exorzist" wurde für zehn Oscars nominiert, darunter als erster Horrorfilm in der Hauptkategorie "Bester Film". Lediglich zwei gab es am Ende, Autor William Blatty wurde für das beste Drehbuch ausgezeichnet, eine weitere Statuette gab es für den besten Sound. Kontrovers diskutiert wurde die Nominierung Linda Blairs, als herauskam, dass die besonders intensiven Szenen mit ihrem Double Eileen Dietz gedreht wurden, zudem synchronisiert von Mercedes McCambridge.

10. "Entertainment Weekly" und "Maxim" wählten "Der Exorzist" zum "Scariest Movie of All Time".

Quelle: ntv.de

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