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"Wer wird Millionär?"Hochbegabte Abiturientin verzockt sich bei Jauch

05.10.2026, 23:59 Uhr
imageVon Kai Butterweck
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Günther Jauch gibt zum Start der  "3-Millionen-Euro-Woche" der Jugend eine Chance. (Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Zum Start der neuen "3-Millionen-Euro-Woche" begrüßt Günther Jauch die Jugend des Landes. Vier 18-Jährige sichern sich ihr Ticket für die Finalshow. Nur die vermeintlich Klügste geht leer aus.

An hiesigen Quizshow-Stammtischen brodelt es scheinbar seit geraumer Zeit ganz gewaltig. Fallen gezielte Bevölkerungsgruppen bei der Auswahl der "Wer wird Millionär?"-Kandidaten etwa bewusst aus dem Raster. Günther Jauch hält dagegen und macht aus der neuen "3-Millionen-Euro-Woche" mal eben eine Motto-Show. Für den Start dürfen sich die jungen Wilden bereit machen. "Endlich volljährig!" lautet das Motto der ersten Folge, in der nur 18-jährige Kandidaten um die begehrten Finaltickets der Sendungsreihe kämpfen.

"Heute geben wir der Jugend eine Chance!", erklärt Jauch. Sekunden später nimmt Marco Schwarz aus Hessisch Lichtenau auf dem Ratestuhl Platz. Der angehende Abiturient ist mit seiner Freundin angereist, die im selben Internat wohnt. Schon nach wenigen Minuten steckt der nervöse 18-Jährige in einem Wissensloch fest. Es sind gerade mal 2000 Euro auf der Habenseite, da sind bereits zwei der drei Joker futsch. Glücklicherweise findet Schwarz schnell wieder zurück in die Spur. Der smarte Blonde, der stolz seinen Internats-Tadeleintrag wegen eines Verstoßes gegen die interne Alkoholverordnung der Schule präsentiert, sichert sich nicht nur sein Ticket für die große Finalshow am kommenden Donnerstag, sondern steht kurz darauf auch noch mit seinem letzten Joker in der Hinterhand vor der verlockenden imaginären Tür mit dem 64.000-Euro-Schild.

"Ich bin mit nichts gekommen, da sind 16.000 Euro viel Geld"

Günther Jauch möchte wissen: "Wofür werden von den deutschen Behörden am Hauptwohnsitz Gebühren von mindestens 26 Euro und maximal 124 Euro erhoben?" Der Papa am Telefon hat nicht wirklich eine Ahnung. Und auch Marco Schwarz steht auf dem Schlauch. Aber: "Da 32.000 Euro jetzt nicht so viel mehr sind als 16.000 Euro, entscheide ich mich einfach mal für die 'Anmeldung eines Pkw.'" Nicht nur Jauch schüttelt bei diesem "Wertverständnis" ungläubig den Kopf. Sekunden später bekommt Schwarz die Quittung für sein lockeres Denken. Die richtige Antwort wäre "deutscher Reisepass" gewesen. Aufgrund der gewählten Sicherheitsvariante fällt der Internatsschüler nicht ganz so hart. "Ich bin mit nichts gekommen, da sind 16.000 Euro viel Geld", bilanziert Marco Schwarz. Da ist was dran.

Auch Jay Mohrenweiser aus Augsburg verzockt sich kurz nach dem Erreichen des sicheren 16.000-Euro-Hafens. "Den Triglav, mit knapp 3000 Metern der höchste Berg des Landes, findet man auf den 50-Cent-Münzen aus …?", lautet die 32.000-Euro-Frage. Die Kandidatin entscheidet sich für "Litauen". Erdkunde-Experten wissen natürlich: Hier wäre "Slowenien" die richtige Antwort gewesen. Der Frust hält sich jedoch in Grenzen. Für 16.000 Euro könne man sich schließlich "ein eigenes Pferd" kaufen, so die Auszubildende im Bereich Ergotherapie.

Ebenfalls das Ticket für die Finalsendung lösen Jura-Studentin Antonia-Sophie Roggendorf aus Köln und Matteo Mecelli, der demnächst eine Ausbildung zum Bankangestellten beginnt. Neben der Einladung zum Finale freuen sich die beiden Kandidaten über je 16.000 Euro.

Gibt es in Bayern Bulgarierinnen?

Nur zu gerne wäre auch Maya Upmann aus Bayern zu Gast in der letzten Format-Sendung. Noch vor dem Eintritt in die Fragezone, in denen es um die großen Beträge geht, präsentiert sich die einstige Musterschülerin leicht hibbelig und überdreht. Als es um die 1000-Euro-Frage geht, wird es kurios: "Bei welchem Land benötigt man zur Bezeichnung der Einwohnerinnen einen Umlaut – für die männlichen Einwohner hingegen nicht?", möchte Günther Jauch wissen.

Der eigentliche Kern der Frage gerät irgendwann völlig außer Acht. Der Grund: Upmann ist sich ziemlich sicher, dass die Einwohnerinnen von Bulgarien "Bulgarierinnen" sind. Das Gelächter im Studio will gar nicht aufhören. Nur die hochbegabte, mit etlichen Schulpreisen ausgezeichnete und mit einem IQ von über 130 gesegnete Maya Upmann kommt nicht drauf, dass man die Einwohnerinnen von Bulgarien Bulgarinnen nennt. Egal, ein Stift und ein kleines Blatt Papier aus Jauchs Jackentasche helfen ihr wenigstens dabei, die eigentliche Frage zu lösen ("Frankreich").

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Fordert Günther Jauch Geduld ab: Kandidatin Maya Upmann. (Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Es ist der Anfang einer teils amüsanten, teils aber auch sehr anstrengen Achterbahnfahrt, die nicht nur Jauch bisweilen an seine Grenzen stoßen lässt. Der Moderator nimmt's aber mit Humor. Egal, ob die Kandidatin wie ein unruhiger Tiger um ihren Stuhl herumspaziert, sich selbst und ihrem Handeln gerne mal eine Clownsnase verpasst oder ihr Gesicht, in einem intensiven Denkprozess gefangen, minutenlang in den Händen vergräbt: Jauch hat immer ein Schmunzeln übrig. Irgendwann ist aber Schluss mit lustig.

Der "Stein der Weisen" bringt kein Glück

Die 16.000 Euro und die damit verbundenen Finalteilnahme sind in greifbarer Nähe, da fragt Jauch: "Was befindet sich auf der zu Indien gehörenden North Sentinel Island, die vor Jahrzehnten zum Sperrgebiet erklärt wurde?" Mit Harry Potter scheint die Kandidatin nicht viel anfangen zu können, denn sie entscheidet sich für den "Stein der Weisen".

Die richtige Antwort wäre "isoliertes Volk" gewesen. Da sie die Risiko-Variante gewählt hat, fällt Maya Upmann auf 500 Euro runter. Der Schock sitzt tief. Aber Günther Jauch hält einen verbalen Trostpreis parat: "Sie waren eine der unterhaltsamsten Kandidatinnen in der 'Wer wird Millionär?"-Geschichte'", resümiert der Moderator.

Auf RTL+ stehen die regulären Folgen von "Wer wird Millionär?" schon sieben Tage vor TV-Ausstrahlung zum Streamen bereit.

Quelle: ntv.de