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"Die Höhle der Löwen" Im Raubtierkäfig brennt die Luft

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"Das war richtig, richtig scheiße! Und das wisst ihr auch" - Carsten Maschmeyer platzt in der Sendung der Kragen.

(Foto: Bernd-Michael Maurer)

Da soll nochmal einer behaupten, einen wie Carsten Maschmeyer könne man nicht zur Weißglut bringen. Von wegen! Man muss den Ferres-Gatten einfach nur wie Luft behandeln. Und schon spuckt der Vulkan Feuer.

Bevor sich die Tore in die Höhle der Löwen öffnen, stehen die meisten Tüftler und Erfinder mit schlotterigen Knien in der Studio-Lobby und knabbern aufgeregt an ihren Fingernägeln. Panik, Angst, Vorfreude, Anspannung: Das Geschäft ums große Geld wird von vielen Gefühlen begleitet. Kein Wunder, schließlich geht es um ganze Existenzen und um die Antwort auf die Frage: Hat sich das jahrelange Tüfteln und Basteln im stillen Kämmerlein gelohnt?

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Brigitte Steinmeyer präsentiert den "Löwen" "Diamant Blading", ein Permanent Make-up der Augenbrauen.

(Foto: Bernd-Michael Maurer)

Auch diesmal sorgt so mancher Pitch für großes Aufsehen. Abermals fahren die Emotionen im Löwenkäfig Achterbahn - und das nicht nur im Dunstkreis der Präsentationsfläche. Auch auf den eleganten Ledersesseln rutscht das nicht mehr ganz so faltenfreie Sitzfleisch hibbelig hin und her.

Braucht die Welt in Bio-Säften aufgedunsene Chia-Samen ("Chia-Bowl")? Sollte man das Kinderzimmer zur designfreien Zone erklären ("Flippo")? Ist das wackelige Jonglieren mit Kundendaten satte zehn Millionen Euro wert ("Finanzguru")? Und bedarf es einer überteuerten Revolution innerhalb der Permanent-Make-up-Szene ("Diamant-Blading")? Die Löwen präsentieren sich wieder einmal als gespaltene Gesellschaft. Was dem einen gefällt, sorgt zwei Sessel weiter für Kopfschütteln.

Nicht jeder Löwe kommt auf seine Kosten

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Tim Ley (l.) und Jérome Glozbach de Cabarrus präsentieren mit "Goleygo" eine Hundeleine mit Magnetverschluss.

(Foto: Bernd-Michael Maurer)

Zwischen sperrholzigen Kinderstühlen und feingeschliffenen Kosmetik-Werkzeugen kommt nicht jeder Löwe auf seine Kosten. Zwei Einzel-Deals stehen zwei Luftnummern gegenüber. Die Aufregung hält sich erwartungsgemäß in Grenzen. Bis zu diesem Zeitpunkt präsentiert sich der Abend für die Investoren im Standard-Modus. Doch dann betreten die Herren Jérôme Glozbach de Cabarrus und Tim Ley aus Köln die Löwenhöhle. Und plötzlich ist Leben in der Bude.

Gemeinsam mit ihren beiden 80-Kilo-Vierbeinern "Lumpi" und "Josef" präsentieren die Rheinländer ihr Leinen-Verschlusssystem "GoLeyGo". Dieses basiert auf einer Kombination aus Kugelstift und Magnet, eine zugkräftige Mixtur, die der seit Urzeiten "regierenden" Karabinerhaken-meets-Eisenring-Regentschaft durchaus gefährlich werden könnte. Ruckzuck werden die Löwenaugen immer größer. Spätestens als klar wird, dass das Verschlusssystem auch in Bereichen abseits gängiger Hundeauslaufgebiete für Furore sorgen könnte, spaltet sich das investitionswillige Rudel in zwei lechzende Lager.

"Das war richtig, richtig scheiße!"

Während Carsten Maschmeyer, Georg Kofler und Dagmar Wöhrl die Köpfe zusammenstecken, schmieden Frank Thelen und Ralf Dümmel einen Duo-Plan, der in die Format-Geschichtsbücher eingeht. Das bis dato noch nie miteinander kollaborierende Duo ist nämlich so heiß auf den Deal, dass es den beiden verdutzten Gründern noch vor dem Beratungsende der Konkurrenz die Hände reicht. Das Ergebnis: ein Eklat auf höchster Löwenebene. Während Frank Thelen und Ralf Dümmel ihren "Spontan-Deal" feiern, platzt Carsten Maschmeyer die Hutschnur: "Das war richtig, richtig scheiße! Und das wisst ihr auch. So was macht man nicht", poltert die sonst eher zurückhaltende Investor-Ikone los.

Kurz vor Feierabend ist so richtig Feuer unterm Dach. Statt Schampus und Handshakes gibt es verbale Ohrfeigen zur Nachbesprechung. Unglaublich. Das gab es in der Löwenhöhle noch nie: Rivalisierende Raubtiere, die sich gegenseitig ans Bein pinkeln. Herrlich mit anzusehen. Fehlt eigentlich nur noch der Einmarsch von Deeskalations- und Nachhake-Queen Frauke Ludowig. Aber die tanzt ja bekanntlich nur noch auf Rosenhochzeiten …

Für alle, die die Sendung bei Vox verpasst haben sollten: Am Freitag (5.10.) um 20.15 Uhr wird sie bei n-tv wiederholt.

Quelle: n-tv.de

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