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"Tatort" aus Wien Immer geht es um die Wurst

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"Moritz und Bibi ernähren sich in den 'Tatort'-Folgen so gut wie gar nicht", fällt Adele Neuhaus auf.

(Foto: ARD Degeto/ORF/KGP/Pedro Domenig)

Mit dem österreichischen Saisonauftakt "Alles was Recht ist" finden Moritz Eisner und Bibi Fellner nach zuletzt etwas diffusen Fällen wieder zurück in die Spur. Dabei greifen sie auf eine Tradition zurück, die man auch in Köln kennt: Feierabend an der Imbissbude. Was ist nur dran an der Wurst?

Es wäre interessant, einmal herauszufinden, wer damit eigentlich angefangen hat: Wann hielt die Imbissbude, und mit ihr die gemeine Bratwurst, Einzug ins "Tatort"-Geschehen, wer löste seinen ersten Fall zwischen Frittenfett und Mayo, Currywurst und Thüringer, Bullen und Buletten? Gefühlt kann es eigentlich nur Schimanski gewesen sein, sah die unförmige Jacke des legendären Motz-Cops doch ohnehin immer so aus, als sei sie serienmäßig mit Senfflecken hergestellt worden.

Nun lässt sich das ohne ausgiebigen Tauchgang ins "Tatort"-Archiv kaum wasserdicht belegen, feststeht jedoch, dass es in Köln, bei Ballauf und Schenk, in schöner Regelmäßigkeit an den Imbisswagen, die Wurstbude, vulgo "zum Fettpuff", geht. In US-Krimis mögen Donuts und Milchshake die Junkfood-Variante der Wahl sein, am Rhein - und nicht nur dort - sind Bratwurst und Bier das Schmiermittel bei der zuweilen schwergängigen Täterermittlung.

Dabei ist die Geschichte der Kölner Grill-Dependance zuletzt tragisch verlaufen. Die "Wurstbraterei", die tatsächlich im linksrheinischen Rheinauhafen stand, ist seit 2020 Geschichte. Das Betreiber-Ehepaar Ralf Jäger-Vosen und seine Frau Eva mussten der Pandemie Tribut zollen, auch privat galt es, einen schweren Schicksalsschlag zu bewältigen, das Ende für die televisionär längst legendäre "Wurstbraterei". Nach 13 Jahren also der Abschied und dennoch ein kleines Happy-End inklusive: Die Bude wurde an den Landschaftsverband Rheinland überstellt und ist heute Teil des Freilichtmuseums Kommern.

Grönemeyer bringt es auf den Punkt

Und während Kriminalhauptkommissar Franz Markowitz (Günter Lamprecht) 1991 den "Blutwurstwalzer" tanzte, man in Hamburg auch gern mal an der "Heißen Ecke" steht und stippt, man versonnen an Brocki und Stoever, die chansonesken Gourmets, denkt, geht es nun auch in Wien um die Wurst. Von musealen Ritterschlägen ist man zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber wenn man sich anschaut, wie herzhaft auch hier abgebissen wird, scheint klar, dass die Kunst das Leben imitierte.

Adele Neuhaus bekommt schon im Interview Appetit auf Gebratenes. "Moritz und Bibi ernähren sich in den 'Tatort'- Folgen so gut wie gar nicht, aber manchmal gehen sie auch zum Würstelstand", erzählt die 63-Jährige. "Ich gehe oft an einem Stand vorbei und denke immer wieder, ich hätte gerne mal wieder eine Burenwurst, aber dann lass ich es doch. Diese grobe Brühwurst, eine österreichische Spezialität, ist sehr fettig und ungesund, aber sie schmeckt auch super. Mir läuft jetzt richtig das Wasser im Mund zusammen."

So wird man sie wohl wiedersehen, ob nun in Wien oder Köln, in Kiel oder Konstanz, Münster oder München, die gute, alte Bratwurst. Oder lieber gleich die Curry-Variante. Wie sang es es Grönemeyer einst doch so appetitanregend:

"Gehste inne Stadt
Wat macht dich da satt?
'Ne Currywurst
Kommste vonne Schicht
Wat Schönret gibt et nich'
Als wie Currywurst"

In diesem Sinne: Mahlzeit. Bis zum nächsten Sonntag. Dann übrigens aus Kiel.

Quelle: ntv.de

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