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Bremer "Tatort" mit NeuzugangVon Milli Vanilli zu Prince

25.01.2026, 21:48 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Muss spontan bei den Mordermittlungen unterstützen: Patrice Schipper (Tijan Njie) vom KDD. (Foto: Radio Bremen/Magdalena Stengel)

Das war eine kurze Stippvisite: Mit Tijan Njie verbuchte das Bremer "Tatort"-Team Selbmann und Moor einen Neuzugang, als Patrice Schipper, den alle Prince nennen - und der so schnell wieder verschwindet, wie er kam.

"Warum tut sich der 'Tatort' nur so schwer mit den jungen Leuten?" fragt der Kollege Christian Buß in seiner Kritik auf spiegel.de. In der Tat, was die Punkte angeht, gibt es mal wieder Differenzen, inhaltlich sind wir uns einig: Das Personal, das sich da im achten Fall der Bremer Filiale zusammengerottet hatte, wäre im parallel laufenden "Dschungelcamp" ebenso gut aufgehoben, wenn nicht besser. Ein einziges Hauen und Stechen und Schimpfen und Schlagen. Dass die eigene Schwester am Ende die Tote auf dem Gewissen hatte, geriet da zur beinah zynischen Pointe.

Nicht nur im Kreis der Tatverdächtigen war Stress angesagt, auch auf dem Revier ging es einigermaßen hoch her. Linda Selb (Luise Wolfram) bekam einen Stein an den Schädel, Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) für die außer Gefecht gesetzte Kollegin einen Ersatzmann an die Seite gestellt: Patrice Schipper (Tijan Njie) vom Kriminaldauerdienst. Wer sich gefragt hatte, was das denn nun ist - wo doch sonst im "Tatort" wirklich alles auserklärt wird: Der Kriminaldauerdienst, kurz KDD, ist eine spezielle Organisationseinheit der bundesdeutschen Kripo. Diese stellt sicher, dass die Einsatzfähigkeit rund um die Uhr, als auch außerhalb der regulären Dienstzeiten, gewährleistet ist.

Wie die KDD-Leute ihre Zeit verbringen, wenn sie denn mal Feierabend haben, das führte Schipper der Kollegin Moormann eindrucksvoll vor Augen: Mit One-Night-Stands, die am Morgen danach keine Zahnbürste haben, in einer Aufreißer-Bude, gegen die der Bang-Bus wirkt wie der Fahrdienst vom Seniorenheim - Kaminfeuer, schummriges Licht und Marvin Gaye aus den Lautsprechern. Ernsthaft jetzt, "Let's get it on" als Soundtrack fürs Vorspiel aus dem Pleistozän? Alarmstufe Cringe auch, als Schipper vor der Moormann die Hüften schwingt, sie jedoch die Aufforderung zum Tanz glücklicherweise dankend ablehnt.

Matcha-Sud bei der Obduktion

Das mit dem Tanzen kann Tijan Karim eigentlich besser, 2020 nahm er an der 13. Staffel von "Let's Dance" teil und belegte zusammen mit Kathrin Menzinger den vierten Platz. Auch musikalisch war der 34-Jährige aus Herford bereits unterwegs, in Simon Verhoevens Biopic "Girl You Know It's True" (2023) spielte er Rob Pilatus, eine Hälfte des tragischen Pop-Duos Milli Vanilli. Nun war er als Wiedergänger von Prince im Einsatz, was stereotype Spitznamen-Vergabe angeht, auch nicht gerade ein Coup.

Und wenn wir schon am Möppern sind: Angesichts einer jungen Frau, die unter tragischsten Umständen ums Leben gekommen ist, verkostet Gerichtsmedizinerin Edda Blingley (Helen Schneider) locker gelaunt ihren Matcha-Sud, läd Schipper die Moormann zu versalzener Pasta ein? Nun denn, auf der Haben-Seite war jedenfalls Cathrin Striebeck unterwegs, der man die Verzweiflung einer hilflosen Mutter durchaus abnahm. "Eine enorme emotionale Herausforderung sowohl für die Figur, als auch für mich als Schauspielerin", kommentierte die Schauspielerin ihre Rolle.

Was bleibt also hängen von diesem "Tatort"? Schipper, der Hobby-Casanova, macht sich gleich wieder vom Acker, der Kriminaldauerdienst erscheint ihm attraktiver. Die Kollegin Selb ist ohnehin wieder auf den Füßen, beim nächsten Mal heißt es also 'business as usual' in Bremen. Mal schauen, wer dann sein Leben nicht richtig auf die Kette bekommt.

Quelle: ntv.de

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