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Der "Tatort" im SchnellcheckWas hat euch bloß so ruiniert?

24.01.2026, 15:30 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Kommissarin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) muss nicht nur einen Mordfall aufklären, sie steht auch vor weiteren Herausforderungen. (Foto: Radio Bremen/Magdalena Stengel)

"Wenn man nur einen retten könnte" lautet der Titel des Bremer "Tatorts". Es geht um den Tod einer jungen Studentin. Ein weiteres Mal ist dies weniger Krimi als Sozialstudie - die Gen Z als Jugendbewegung, deren Teil man eher nicht sein möchte.

Was passiert?

Vor einem Bremer Nachtclub liegt morgens eine Leiche. Es handelt sich um die Jurastudentin Annalena Höpken (Annika Gräslund), ihr Genick ist gebrochen. War es ein Unfall oder hat jemand sie die Treppe hinuntergestoßen? Als die Bremer Kommissarinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) am Ort des Geschehens eintreffen, überschlagen sich die Ereignisse. Selb nimmt die Verfolgung eines Obdachlosen (Robin Bongarts) auf, es kommt zum Kampf, der Mann schlägt Selb nieder. Mit einer Kopfverletzung muss sie ins Krankenhaus, Moormann bekommt derweil anderweitig Unterstützung. Vom KDD, dem Kriminaldauerdienst, wird ihr der charmante Kollege Patrice Schipper (Tijan Njie) an die Seite gestellt.

Zu zweit machen sie sich daran, den Background von Annalena, oder Anni, wie sie von vielen genannt wird, zu erkunden. In ihrer WG hängt der Haussegen schief, Annis Mutter (Catrin Striebeck) ist von Schulden gebeutelt und bekommt ihre jüngere Tochter, Annis Schwester Betty (Mathilda Smidt), einfach nicht gebändigt. Als Moormann und Schipper herausbekommen, wie es tatsächlich um Annis Studium stand, wird der Fall zunehmend vertrackter. Die KTU findet es schließlich heraus: Es war Fremdeinwirkung im Spiel. Doch wer aus dem Kreis der Verdächtigen rund um die WG und eine zwielichtige Bande im Nachtclub hatte ein Motiv?

Worum geht es wirklich?

Schulabschluss, von zuhause ausziehen, die Eltern hinter sich lassen - und dann hinein ins fröhliche Leben zwischen Party-WG, Nachtclub, Showbühne und, na gut, dem Uni-Hörsaal … klingt nach wahrem Leben, nach Aufbruch in eine neue Ära, voller Inspiration, Lust und Leichtigkeit. Im Bremer "Tatort" zeigt sich ein anderes Bild: Versagensängste, Schulden, Drogen und Prostitution, dazu eine zerrüttete WG, in der man nicht mal zum Brunch eingeladen sein möchte.

Die Autorinnen Christine Otto und Elisabeth Herrmann über die Story: "Hier wird sichtbar, wie jede Figur ihren eigenen Weg durch Erwartungen, Selbstzweifel und Leistungsdruck sucht. Im Club lockt das toxische Versprechen, mithilfe aufputschender Drogen Schritt zu halten. Und über allem schwebt die schwarze Wolke des 'immer funktionieren müssens' - an der Uni, beim Sex, im kreativen Ausdruck."

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Liv Moormann und Patrice Schipper (Mitte, Jasna Fritzi Bauer und Tijan Njie) überbringen Gabriele Höpken (links, Catrin Striebeck) und ihrer Tochter Betty (rechts, Mathilda Smidt) eine traurige Nachricht. (Foto: Radio Bremen/Magdalena Stengel)

Wegzapp-Moment?

Der Einstieg mit dem "Rap" von Colin (Mitja Over), den man bald darauf als Annis Mitbewohner kennenlernt, dazu die Innenstadt-Impressionen in Slo-Mo, Zeilen wie "Feuer über Bremen, das Feuer über Bremen, es brennt in ihrer Seele, doch keiner kann es sehen" - gut möglich, dass diese Oberstufen-Prosa dem einen oder anderen gleich zu viel ist, vor allem weil mit dem RTL-Dschungelcamp zeitgleich die vielleicht härteste Konkurrenz des Jahres lockt.

Wow-Faktor?

Überschaubar - vor lauter Spannung die Fingernägel abknibbeln, das dürfte eher nicht passieren. Ein weiteres Mal ist Sozialdrama angesagt. Die Untiefen der zwischenmenschlichen Beziehungen, die Leiden der Genz Z stehen im Fokus, das mag ein ehrenwertes Ansinnen sein, doch vieles wird nur symbolisch angerissen, sonntägliche Crime-Suspense kommt, wie schon in den vergangenen Wochen, nur in überschaubarer Dosis auf. Als der Fall Tempo bekommt - auch das nicht neu - ist er fast schon wieder vorbei.

Wie war's?

5 von 10 Punkten - wie wäre es mal wieder mit etwas handfesterem Krimistoff?

Quelle: ntv.de

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