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"Modern Love" in Serie Wie geht denn nun die Liebe heute?

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Anne Hathaway ist einer der Stars der Serie "Modern Love".

(Foto: Amazon)

Wenn es draußen kälter wird, darf es drinnen ein bisschen kuscheliger zugehen. Die Serie "Modern Love" versorgt Fans der romantischen Komödie mit süßen Liebesmärchen aus New York. Mal kitschig, mal clever und mit großen Stars der Unterhaltungsindustrie.

Wer heute lieben will, muss tindern. Wer heiratet, lässt sich wieder scheiden. Und wer Kinder bekommt, wird sie wohl oder übel mit dauerkreisenden Rotorblättern über der elterlichen Birne verziehen. Es gibt so gesellschaftliche Glaubenssätze, die haben sich einfach etabliert. Genauso wie jede Generation der Menschheit sich für die fortschrittlichste hält, hat sie ihre Nörgelthemen, in Anbetracht derer, kollektives Selbstmitleid der einzige Ausweg scheint. Die Liebe zum Beispiel soll heute besonders schwierig sein. Eine neue Amazon-Serie, "Modern Love", schaut sich das Phänomen genauer an.

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In einem New York unserer Zeit treffen zwischen gelben Taxis in acht von einander unabhängigen Episoden mehr oder minder neurotische Charaktere aufeinander. Große Stars spielen mit - Anne Hathaway, Dev Patel und auch Sänger Ed Sheeran darf nach seinem umstrittenen Gastauftritt bei "Game of Thrones" mal wieder Fernsehen machen. Alles ist ein bisschen wie bei "Tatsächlich Liebe", nur dass die Handlungsstränge eben nicht ineinander verwoben sind - und mit weniger Body Shaming, weil 2019. Nein, ein bisschen unrecht tut der Vergleich "Modern Love" wohl doch. Schließlich müht sich die Serie sichtlich, das Couch-Gekuschel der diesjährigen Romantik-Saison ein bisschen diverser und mit mehr durch geistig stimulierendem Wumms einzuleiten.

Schmerzhaft und schön

Die Liebe in "Modern Love" ist vielgestaltig. Sie ist nicht bloß hetero, nicht bloß weiß. Vor allem aber begnügt sie sich nicht mit den Wirrungen des typischen "Boy Meets Girl". Hier darf ein Kind ohne den biologischen Vater bleiben, eine Frau die Liebe suchen, stattdessen aber eine Freundin finden, und, ja, Menschen dürfen sich trennen. "Modern Love" ist so schmerzhaft wie schön, manchmal vorhersehbar, manchmal abgedroschen, aber eben stellenweise auch immer wieder herrlich clever.

Man muss schon "romantische Komödie wollen", wenn man sich "Modern Love" anschaut. Denn "romantische Komödie" ist, was man kriegt. Die Serie basiert auf einem beliebten Kolumnenformat der Zeitung "New York Times" und damit auf wahren Geschichten. Ein bisschen mutiger hätte sie allerdings sein dürfen. Netflix' "Easy" etwa versteht sich besser darauf, Zielkonflikte zeitgenössischer Beziehungskonflikte zu sezieren. "Modern Love" begnügt sich da auch mal mit einer süßen Kennenlerngeschichte - zugegebenermaßen sehr, sehr süß.

Auch wenn der Titel der Serie etwas anderes nahelegt. In "Modern Love" geht es in Wahrheit nicht darum, was das 21. Jahrhundert einer Partnerschaft abverlangt. Die Geschichten leben von Sound und Zauber. Sie verkaufen am Ende immer eine Fantasie. In der Welt von "Modern Love" kann eine flüchtige Begegnung alles verändern. Da gibt es Liebe auf den ersten Blick und Anziehung, die für immer währt. Und all das kann und darf man mögen. Nur ist all das gar nicht mal so modern, sondern ganz klassisch kitschig: Der Zufall macht die ganz großen Gefühle.

"Modern Love" ist abrufbar über Amazon Prime Video.

Quelle: n-tv.de

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