Libyen

Chronologie Libyen +++ Liveticker bis einschließich 27. März +++

Den aktuellen Liveticker zum Krieg in Libyen finden Sie hier.

+++ 21.09 Französische Jets zerstören Panzer und Depot +++
Französische Kampfjets zerstören nahe der umkämpften libyschen Stadt Misurata sowie östlich der Hauptstadt Tripolis Panzer und ein größeres Munitionsdepot. Nach Angaben des Generalstabs in Paris verstärkt Allianzpartner Katar mit dem Eintreffen von vier weiteren Kampfflugzeugen des Typs Mirage 2000-5 auf der griechischen Insel Kreta sein Kontingent auf sechs Militärjets.

+++ 20.22 NATO übernimmt Kommando im Libyen-Einsatz +++
Die NATO einigt sich auf die vollständige  Übernahme des Kommandos des Militäreinsatzes in Libyen. Die Botschafter der 28 Mitgliedsländer hätten vereinbart, dass  die Allianz das Kommando über alle Militäreinsätze übernehme, sagt ein NATO-Vertreter nach dem Treffen der Botschafter in Brüssel.

+++ 19.45 NATO übernimmt Libyen-Einsatz offanbar bald ganz +++
Die NATO steht offenbar kurz davor, das vollständige Kommando über den Militäreinsatz in Libyen übernehmen. Die 28 Mitgliedsstaaten könnten noch am Sonntagabend oder am Montag eine Einigung darüber erzielen, sagt ein NATO-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Der Militärausschuss des Bündnisses habe den Plan für den Einsatz in dem nordafrikanischen Land ausgearbeitet. Eine Entscheidung der NATO-Botschafter sei wohl nur noch eine Frage von Stunden.

+++ 18.20 NATO-Rat berät über Libyen-Einsatz +++
Die Botschafter der 28 NATO-Staaten treten in Brüssel zu einer Sondersitzung zusammen, um die Übernahme sämtlicher Militäreinsätze in Libyen durch das Bündnis zu beschließen. Sie könnten noch am Sonntagabend einem Plan zustimmen, wonach die NATO künftig auch die Einsätze zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung führen wird. Diese Einsätze, bei denen das Mandat des UN-Sicherheitsrates "alle notwendigen Maßnahmen" erlaubt, wurden bisher von einer "Koalition" aus elf Staaten durchgeführt.

+++ 17.52 Rom will mit Berlin Plan für Libyen-Lösung vorlegen +++
Italien will nach Angaben des italienischen Außenministers mit Deutschland einen Plan zur Beilegung des Libyen-Konflikts vorlegen. Wie Frattini in einem Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" erklärt, sieht das italienische Vorhaben vor allem einen Waffenstillstand und die Einrichtung eines "permanenten humanitären Korridors" für Hilfsgüter vor. Machthaber Gaddafi könnte als Option eine Flucht ins Ausland ermöglicht werden. Italiens Ministerpräsident Berlusconi wolle versuchen, Berlin für den Plan zu gewinnen, so Frattini.

+++ 17.36 NATO plant keine aktive Rebellen-Unterstützung +++
In dem Plan zur Übernahme des gesamten Einsatzes in Libyen sind keine NATO-Einsätze zur Unterstützung der Rebellen vorgesehen. Das sagen Diplomaten vor Beratungen der 28 Botschafter der Allianz in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP. "Die NATO bleibt immer unparteiisch. Die NATO schlägt sich auf keine Seite", sagt einer der Diplomaten.

+++ 16.47 Rebellen kontrollieren alle Ölhäfen +++
Die Milizen der libyschen Regimegegner haben bei ihrem Vormarsch nach Westen den Ort Bin Dschawwad erreicht. Wie schon Stunden zuvor in Brega und Ras Lanuf trafen sie auf keinen Widerstand, berichtete ein Korrespondent des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus Bin Dschawwad. Damit kontrollieren die Rebellen alle Ölhäfen im Osten Libyens - Tobruk, Adschdabija, Suweitina, Brega, Ras Lanuf und Al-Sidra.

+++ 15.33 USA: Gefolgsleute wenden sich von Gaddafi ab +++
Nach dem Beginn der internationalen Angriffe auf Libyen wenden sich nach US-Angaben immer mehr Gefolgsleute von Machthaber Gaddafi ab. Sie wisse von "zahlreichen Diplomaten und Armee-Oberen", die "umschwenken, die Seiten wechseln oder desertieren, weil sie sehen, wie alles enden wird", sagt US-Außenminister Clinton dem US-Fernsehsender CBS.

+++ 14.45 Britischer Minister: Aufständische könnten Ölexporte kontrollieren +++
Die Aufständischen in Libyen sind nach Ansicht von Großbritanniens Verteidigungsminister Liam Fox bald in der Lage, die Kontrolle über die Ölexporte des Landes zu übernehmen. Dadurch könnte das Gleichgewicht in Libyen neu verteilt werden, sagt Fox der BBC.

+++ 12.47 Papst fordert sofortigen Stopp der Kämpfe +++
Papst Benedikt XVI. fordert einen sofortigen Stopp des Waffeneinsatzes in Libyen. "Angesichts der immer dramatischeren Berichte aus Libyen steigt mein Bangen um die Zivilbevölkerung", erklärt das katholische Kirchenoberhaupt nach dem sonntäglichen Angelus-Gebet.

+++ 12.18 Rebellen erobern wichtigen Ölhafen Ras Lanuf zurück +++
Der strategisch wichtige libysche Ölhafen Ras Lanuf ist wieder in Händen der Aufständischen. Das berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP aus der Stadt im Nordosten des Landes. Die Rebellen hatten Ras Lanuf schon einmal unter ihrer Kontrolle. Vor zwei Wochen wurde sie aber von Gaddafi-Truppen zurückerobert.

+++ 11.29 "Italien hat einen Plan: Gaddafi soll ins Exil" +++
Als Ausweg aus der Libyen-Krise bringt Italiens Außenminister Franco Frattini ein Exil für Gaddafi ins Gespräch. Ganz Europa und die Vereinten Nationen hätten klargemacht, dass Gaddafi kein akzeptabler Gesprächspartner mehr sei und daher sei eine "Lösung, bei der er an der Macht bleibt" nicht denkbar, sagt Frattini der Zeitung "La Repubblica". Italien habe einen Plan und werde "sehen, ob daraus ein deutsch-italienischer Vorschlag" werden könne.

+++ 11.05 Al-Dschasira: Rebellen auf dem Weg nach Westen +++
Nach der Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Adschdabija erreichen die Aufständischen das weiter westlich gelegene Ukaila. Das berichtet der Fernsehsender Al-Dschasira. Die Kämpfer seien in die Vororte der 110 Kilometer von Adschdabija gelegenen Stadt eingezogen. Zuvor hätten sie die Ölstadt Brega unter ihre Kontrolle gebracht. Ukaila ist die letzte große Stadt auf dem Weg nach Westen zum Ölhafen Ras Lanuf.

+++ 10.32 BBC: Brega in den Händen der Aufständischen +++
Milizen der Regimegegner im Osten Libyens haben nach Angaben der BBC den Ölhafen Brega eingenommen. Offenbar hatten die Gaddafi-Truppen in der eher dünn besiedelten Region um Brega keinen Widerstand geleistet.

+++ 05.36 (MESZ) Gaddafi-Regierung: Viele Tote durch Luftangriffe +++
Durch Luftangriffe der internationalen Militärkoalition sind nach Angaben der libyschen Führung in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. "Heute Nacht gehen die Luftangriffe gegen unser Volk mit voller Wucht weiter", hatte Regierungssprecher Ibrahim am Samstagabend gesagt.

+++ 01.21 (MEZ) USA: Gaddafi-Regime legt Leichen an Angriffsziele +++
US-Verteidigungsminister Robert Gates wirft dem libyschen Machthaber Gaddafi vor, Leichen an Angriffszielen der internationalen Militärkoalition platziert zu haben. Es würden Erkenntnisse von Geheimdiensten vorliegen, dass Gaddafi die Leichen der von ihm getöteten Menschen an den Orten abgelegt habe, die zuvor von den alliierten Truppen angegriffen worden seien, sagt Gates dem Sender CBS News.

                    27. März

+++ 22.58 Fünf libysche Militärflugzeuge zerstört +++
Französische Kampfjets haben bei ihren Einsätzen in Libyen mindestens fünf Militärflugzeuge und zwei Kampfhubschrauber des Typs Mi-35 zerstört. Damit hätten die französischen Piloten am Samstag verhindert, dass die libysche Luftwaffe in die Kämpfe um die Stadt Misrata eingreift, teilt das Verteidigungsministerium in Paris mit.

+++ 20.43 Gaddafis Truppen stoppen Beschuss von Misrata +++
Die Regierungstruppen von Machthaber Gaddafi stellen offenbar den Beschuss der Stadt Misrata ein. "Der Beschuss wurde gestoppt und nun befinden sich Flugzeuge der Allierten in der Luft", sagt ein Rebellensprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 19.56 Russlands NATO-Botschafter warnt vor Krieg in Libyen +++
Der russische NATO-Botschafter Rogosin warnt das Militärbündnis vor einem groß angelegten Krieg in Libyen. "Genau wie wir es vorausgesagt haben, wird die NATO tiefer und tiefer in einen Krieg in Nordafrika gezogen", sagt Rogosin. Die USA und ihre engsten Verbündeten könnten neben dem Irak und Afghanistan in einen dritten Krieg geraten.

+++ 18.15 Rebellen verkünden Rückeroberung von Brega +++
Die gegen die Truppen von Libyens Machthaber Gaddafi kämpfenden Rebellen melden die Rückeroberung der Ölstadt Brega im Osten des Landes. "Wir sind im Zentrum von Brega", sagt der Rebellenkämpfer Abdelsalam el Maadani per Telefon der Nachrichtenagentur AFP. Brega liegt 80 Kilometer westlich der strategisch wichtigen Ölstadt Adschdabija, die ebenfalls von den Rebellen zurückerobert wurde.

+++ 15.37 Koalition fliegt Einsätze in Misrata +++
Die Alliierten haben in der von den Rebellen gehaltenen Stadt Misrata Einsätze gegen Regierungstruppen geflogen. Die Stadt im Westen Libyens wird seit Wochen von Gaddafi-treuen Einheiten belagert. Aufständische berichten aus Misrata, der Beschuss durch die Belagerer habe nachgelassen. Alliierte Angriffe hatten bei der Rückeroberung der Stadt Adschdabija eine entscheidende Rolle gespielt.

+++ 13.43 Magazin: Hochrangige Bundeswehroffiziere an Libyen-Einsatz beteiligt +++
Hochrangige Bundeswehroffiziere übernehmen laut "Focus" zentrale Aufgaben bei der Kontrolle der Flugverbotszone über Libyen. Demnach arbeiten im zuständigen NATO-Hauptquartier im türkischen Izmir etliche deutsche Luftwaffenoffiziere im NATO-Führungsstab. Sie müssten dort bleiben, weil andernfalls die Arbeitsabläufe nicht mehr gesichert wären. Die Bundeswehr argumentiert, die Mitarbeit deutscher Offiziere in den NATO-Stäben bedürfe keiner Genehmigung des Bundestags, da es sich hierbei um ständige Aufgaben handle und nicht um einen bewaffneten Einsatz. Auch Bundeskanzlerin Merkel hatte in allgemeiner Form erklärt, deutsche Soldaten dürften weiterhin in den Stäben der NATO verbleiben.

+++ 11.53 Obama: Militäraktion hat viele Menschenleben gerettet +++
Die Militäraktion des Westens in Libyen hat nach den Worten von US-Präsident Obama zahllose Menschenleben gerettet. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache sichert Obama seinen Landsleuten zu, der Einsatz werde klar, fokussiert und begrenzt sein. "Weil wir schnell gehandelt haben, wurden die Leben zahlloser Zivilisten - unschuldiger Männer, Frauen und Kinder - gerettet und eine Katastrophe für die Menschen verhindert."

+++ 11.07 Gaddafi-Truppen bei Adschdabija auf Rückzug +++
Beide Zufahrten zur Stadt Adschdabija befinden sich nach Berichten von Zeugen in der Hand von Rebellen. Die Soldaten von Machthaber Gaddafi zögen sich in Richtung der Ölstadt Brega zurück.

+++ 10.00 USA erwägen Waffenlieferungen an Rebellen +++
Die USA und ihre Verbündeten erwägen einem Zeitungsbericht zufolge, die libyschen Aufständischen mit Waffen zu versorgen. US-Präsident Obama sei der Ansicht, dass die UN-Resolution zur militärischen Durchsetzung der Flugverbotszone in Libyen eine solche Unterstützung der libyschen Opposition ermögliche, berichtet die "Washington Post". Frankreich unterstütze überdies Überlegungen, die Aufständische militärisch auszubilden.

+++ 08.59 Rebellen kontrollieren Adschdabija +++
Die umkämpfte ostlibysche Stadt Adschdabija ist wieder unter Kontrolle der Rebellen. Das berichten Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der strategisch wichtigen Öl-Stadt. In den vergangenen Tagen hatten französische und britische Kampfflugzeuge die Gaddafi-Truppen bei Adschdabija attackiert. Am Freitag gab es in der Nähe der Stadt mehrere schwere Explosionen. Zahlreiche Einwohner flohen vor den Kämpfen. Adschdabija liegt etwa 160 Kilometer südlich der Rebellenhochburg Bengasi.

+++ 07.26 Bischof sieht Gründe für Militäreinsatz +++
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, befürwortet grundsätzlich den internationalen Militäreinsatz gegen Libyen. Zollitsch sagt dem "Hamburger Abendblatt", er könne die Gründe derer nachvollziehen, die sich für das militärische Eingreifen entschieden haben. Scharf kritisiert Zollitsch den bisherigen Umgang der internationalen Gemeinschaft mit Gaddafi. Es sei nicht erst in der Rückschau problematisch, dass einem offenkundigen Despoten, jedenfalls seit 2004, Waffen und Kommunikationstechnik verkauft worden seien, die er bei Bedarf gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könne.

+++ 02.46 Luftangriffe gehen weiter +++
Die internationale Militärallianz setzt ihre Luftangriffe in der Nacht fort. In einem Vorort der Hauptstadt Tripolis steht nach einem Luftangriff eine Militäranlage in Flammen.

+++ 00.12 Obama kündigt Rede an +++
US-Präsident Obama will am Montag eine Rede zum Konflikt in Libyen halten. Das kündigt das Weiße Haus an. Ziel der Rede in einer Militär-Universität in Washington sei es, die Amerikaner über die Lage in dem Unruheland und das internationale militärische Eingreifen zum Schutz der Bevölkerung zu informieren. Die Rede ist für 1.30 Uhr Dienstag MESZ geplant. Der Libyen-Einsatz ist in den USA umstritten. Der Kongress fühlt sich nicht ausreichend informiert, zudem ist die Finanzierung unklar.

                    26. März

+++ 23.48 Angeblich 114 Tote bei Luftangriffen +++
Bei den Luftangriffen auf Ziele in Libyen sind nach Angaben des libyschen Gesundheitsministeriums mindestens 114 Menschen getötet worden. Allein zwischen Sonntag und Mittwoch seien 114 Menschen getötet und 445 weitere verletzt worden, sagt ein Ministeriumsverantwortlicher in Tripolis. Bei wie vielen der Opfer es sich um Zivilisten handele, sagt er nicht: Es sei nicht die Aufgabe seines Ministeriums, zwischen Soldaten und Zivilisten zu unterscheiden.

+++ 21.47 Aufständische erreichen Adschdabija +++
Libysche Aufständische erreichen einem Bericht des Fernsehsenders Al-Dschasira zufolge die Stadt Adschdabija. Sie hätten viele Soldaten der Regierungstruppen als Geiseln genommen, heißt es.

+++ 21.25 US-Kampfjets fliegen weniger Angriffe in Libyen +++
Vor der Kommando-Übergabe an die NATO hat die US-Luftwaffe die Zahl ihrer Einsätze gegen Ziele in Libyen reduziert. Der Anteil von Angriffsflügen durch US-Piloten sei im Zeitraum von Donnerstagabend bis Freitagabend (MEZ) auf rund 50 gesunken und werde weiter kleiner werden, teilt das US-Verteidigungsministerium in Washington mit. Zuletzt seien 16 Marschflugkörper vom Typ Tomahawk abgeschossen worden.

+++ 20.33 Tote bei Kämpfen in Misrata +++
Nach Angaben eines Aufständischen sind bei den Kämpfen in Misrata drei Rebellen und einige Scharfschützen der Regierungstruppen getötet worden. Zudem seien sechs Menschen bei Kämpfen in den Vororten ums Leben gekommen.

+++ 19.25 Kanadischer General leitet NATO-Einsatz über Libyen +++
Der NATO-Einsatz über Libyen soll von einem Kanadier befehligt werden. Das Bündnis habe Generalleutnant Charles Bouchard mit der Leitung der Mission beauftragt, teilt das Verteidigungsministerium in Ottawa mit. Bouchard war bislang Vize des NATO-Hauptkommandos in Neapel, das für den gesamten Mittelmeerraum verantwortlich ist.

+++ 18.57 Beförderung für alle Soldaten +++
Gaddafi befördert alle Mitglieder seiner Streitkräfte. Das berichtet das libysche Staatsfernsehen.

+++ 17.58 Demonstration gegen Sarkozy in Mali +++
In der Hauptstadt des afrikanischen Staates Mali, Bamako, demonstrieren Tausende Menschen für Gaddafi. Vor der französischen Botschaft rufen einige "Mörder Sarkozy". Sie wenden sich damit gegen Luftangriffe auf Liyben, an denen französische Kampfflugzeuge beteiligt sind.

+++ 17.50 Mehrere Raffinerien wieder in Betrieb +++
Nach einem Bericht des amtlichen libyschen Fernsehsenders sind mehrere Raffinerien des Landes wieder in Betrieb. Die Treibstoffreserven reichten aus.

+++ 16.40 Schwere Explosion und Rauchwolke bei Adschdabija +++
In der Nähe der ostlibyschen Stadt  Adschdabija gibt es zwei starke Explosionen. Eine Rauchwolke ist zu sehen. Was die Explosionen ausgelöst hat, ist noch unklar. Augenzeugen berichten übereinstimmend, dass die  Rebellen wieder zunehmend versuchten, die strategisch wichtige Stadt 160 Kilometer südwestlich der Rebellenhochburg Bengasi unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Aufständischen seien mit Autos ins Zentrum der Stadt vorgedrungen.

+++ 15.28 Katar steigt aktiv in Libyen-Einsatz ein +++
Katar ist als erstes arabisches Land  aktiv in den internationalen Militäreinsatz in Libyen eingestiegen. Wie die katarische Armee am Freitag erklärt, überflogen mehrere ihrer Kampfflugzeuge das nordafrikanische Land. Dies sei im Zuge der "Teilnahme an der internationalen Koalition" erfolgt, die eine Flugverbotszone über Libyen durchsetze und die libyschen Zivilisten schütze.

+++ 14.28 Angriffe werden fortgesetzt +++
Nach dem Kompromiss zum Kommando über den Libyen-Einsatz setzen westliche Luftwaffenverbände ihre Angriffe auf Ziele in dem nordafrikanischen Land fort. Aus der Hauptstadt Tripolis berichten Einwohner von einem neuerlichen Angriff. Frankreich und Großbritannien teilen mit, Militärfahrzeuge und Artillerie-Stellungen bombardiert zu haben, weil diese die Zivilbevölkerung bedrohten. Die britische Luftwaffe zieht eine positive Bilanz ihres inzwischen einwöchigen Einsatzes. Die Luftstreitkräfte des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi seien nicht mehr kampffähig.

+++ 13.59 Merkel hält nichts von Sarkozys Drohung +++
Wie Außenminister Guido Westerwelle hält auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts von den Drohungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an alle arabischen Diktatoren. "Ich habe jedenfalls kein Indiz dafür, dass die Bundeskanzlerin und der Bundesaußenminister in dieser Frage auseinanderliegen", sagt der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans.

+++ 12.19 Hague: Keine Beweise für zivile Opfer +++
Der britische Außenminister William Hague erklärt, es lägen keine Beweise dafür vor, dass es Opfer unter der Zivilbevölkerung durch Luftangriffe der internationalen Militärkoalition gegeben habe.

+++ 12.05 Briten sehen libysche Luftwaffe kampfunfähig +++
 Ein britischer Befehlshaber erklärt, dass die libysche Luftwaffe nicht mehr kampffähig sei. Die libyschen Streitkräfte stünden unter kontinuierlicher Beobachtung der britischen Luftwaffe.

+++ 11.28 Nato will gesamten Militäreinsatz in Libyen übernehmen +++
Die Nato will schon in wenigen Tagen den gesamten Militäreinsatz in Libyen leiten. "Wir prüfen, ob wir eine größere Rolle übernehmen können", sagt Nato-Sprecherin Oana Lungescu. Sie erwarte eine Entscheidung darüber in den nächsten Tagen. Diplomaten ergänzen, die Nato wolle am Sonntag beschließen, nicht nur die Flugverbotszone zu kontrollieren. Vielmehr werde dann die gesamte Militäroperation von der Nato übernommen. Damit werde die westliche "Koalition" de facto zu bestehen aufhören.

+++ 10.38 Bundestag beschließt AWACS für Afghanistan +++
Der Bundestag beschließt mit großer Mehrheit die deutsche Beteiligung an den AWACS-Aufklärungsflügen über Afghanistan. Für den Einsatz stimmen 407 Abgeordnete, dagegen votieren 113. 32 Parlamentarier enthalten sich.

+++ 08.38 Neue Angriffe auf libysche Stellungen +++
Kampfjets bombardieren Stellungen in den Außenbezirken der Hauptstadt Tripolis. Gaddafi-Truppen leisten zunächst Gegenwehr, stellen dann aber Feuer ein.

+++ 06.30 Zwölf Emirate-Kampfflugzeuge gegen Libyen im Einsatz +++
Die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligen sich mit zwölf Kampfflugzeugen an der Durchsetzung einer Flugverbotszone über Libyen. Das bestätigt ein US-Regierungsvertreter. "Wir sind über diese Beteiligung sehr dankbar", sagt er.

                     25. März

+++ 22.22 Moreno-Ocampo kündigt Haftbefehle wegen Verbrechen in Libyen an +++
Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Louis Moreno-Ocampo, kündigt die baldige Beantragung mehrerer Haftbefehle wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen an. Moreno-Ocampo sagt der Nachrichtenagentur AFP in Kairo, sein Team ermittle in sieben Fällen wegen der Tötung unbewaffneter Zivilisten durch libysche Sicherheitskräfte zu Beginn der Proteste gegen Machthaber Gaddafi zwischen Mitte und Ende Februar.

+++ 22.20 Pentagon: USA könnten Libyen-Kommando am Wochenende abgeben +++
Die USA könnten das Kommando im Waffengang gegen Libyen schon in den nächsten Tagen abgeben. Das macht US-Vizeadmiral William Gortney in Washington deutlich. Die USA könnten "die Führung frühestens am Wochenende übergeben", sagt er. Danach werde sich das US-Militärs stufenweise zurückziehen, fügt er hinzu. Danach soll die Nato die Führung übernehmen.

+++ 21.57 Clinton kommt zu Libyen-Gipfel +++
US-Außenministerin Hillary Clinton reist in der kommenden Woche zu einem internationalen Treffen zum Libyen-Militäreinsatz nach London. Clinton werde an dem von Frankreich vorgeschlagenen Treffen am Dienstag teilnehmen, heißt es aus dem Außenministerium in Washington. Der britische Außenminister William Hague erklärte, die teilnehmenden Länder würden eine "Kontaktgruppe" bilden, um die Bemühungen für den Schutz der Zivilisten in Libyen voranzubringen und Machthaber Gaddafi zu stoppen.

+++ 20.28 Flüchtlingsboot aus Tripolis verschollen +++
Im Mittelmeer wird ein Flüchtlingsboot aus Nordafrika mit 330 Menschen an Bord vermisst. Dies bestätigt ein Sprecher der italienischen Küstenwache der Nachrichtenagentur dpa.

+++ 20.12 CNN: Über 100 Tote und 1300 Verletzte in Misrata +++
Bei den tagelangen Kämpfen um die libysche Hafenstadt Misurata sind nach einem Bericht des US-Senders CNN mehr als 100 Menschen getötet worden. 1300 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtet CNN. Der Sender beruft sich auf einen Arzt.

+++ 19.45 Türkei: NATO übernimmt Kommando über Libyen-Einsatz +++
Nach tagelangen Diskussionen haben sich die NATO-Staaten nach Angaben des Mitgliedslandes Türkei auf die Übernahme des Kommandos beim Militäreinsatz in Libyen geeinigt. Die NATO werde innerhalb von ein bis zwei Tagen die Führung übernehmen, sagt der türkische Außenminister Davutoglu. "Die Operation wird komplett an die NATO abgegeben."

+++ 19.20 USA wollen nur noch Unterstützerrolle spielen +++
Die USA wollen sich nach der geplanten Abgabe ihrer Führung bei der Libyen-Militäroperation nicht mehr direkt an der Durchsetzung der Flugverbotszone beteiligen. Sie wollten nur noch "Unterstützung und Hilfe" leisten, etwa in Form von Aktionen zur Störung des libyschen Radars, sagt der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney.

+++ 18.37 Rebellen: Haben Zentrum von Misrata erreicht +++
Die Rebellen haben nach eigenen Angaben in der umkämpften Stadt Misrata 30 Heckenschützen der Regierung getötet. Ein Sprecher sagt, die Aufständischen hätten inzwischen das Stadtzentrum erreicht.

+++ 17.39 Paris: Libyscher Jet nicht in der Luft sondern nach Landung zerstört +++
Ein französischer Rafale-Kampfjet nahe der umkämpften Stadt Misrata ein libysches Militärflugzeug kurz nach der Landung am Boden zerstört. Die französischen Streitkräfte bestätigen entsprechende US-Berichte. Der Sender ABC hatte allerdings berichtet, die Maschine sei über Misurata abgeschossen worden.

+++ 17.21 Grünes Licht für türkischen Marineeinsatz vor Libyen +++
Das türkische Parlament genehmigt einen Einsatz der Marine zur Kontrolle des Waffenembargos gegen Libyen. Die Abgeordneten hätten dem Vorhaben in einer nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich zugestimmt, berichten türkische Fernsehsender.

+++ 16.46 UNESCO ruft Truppen zum Schutz des libyschen Kulturgutes auf  +++
Die UN-Kulturorganisation UNESCO ruft die Gaddafi-Truppen und das gegen sie kämpfende internationale Bündnis zum Schutz der Kulturgüter in Libyen auf. Die kulturellen Stätten in Libyen sollten nicht Ziel von Angriffen sein, fordert UNESCO-Direktorin Bokowa.

+++ 15.55 Kämpfe bei Adschdabija - Rebellen gewinnen an Boden +++
Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen gehen an der Front bei Adschdabija weiter. Die Rebellen machen dabei etwas Boden gut und kontrollieren den südlichen Zugang zu der Stadt, berichtet die libysche Oppositions-Webseite "Libya al-Youm". Die anderen Ortseingänge würden weiter von den Regimetruppen kontrolliert.

+++ 14.25 Franzosen schießen libyschen Kampfjet ab +++
Ein französisches Kampfflugzeug hat nach einem Bericht des US-Senders ABC News einen libyschen Jet abgeschossen, als dieser die Flugverbotszone verletzt habe.

+++ 13.56 Französische Jets bombardieren libysche Stellungen +++
Französische Kampfjets vom Typ Rafale und Mirage haben eine libysche Militärstellung "250 Kilometer südlich der Küste" mit Lenkwaffen bombardiert. Nach Angaben der Streitkräfte in Paris waren in der Nacht zum Donnerstag insgesamt zehn französische Flugzeuge im Einsatz.

+++ 13.26 In Libyen wird Treibstoff knapp +++
In Libyen wird nach Angaben von Landesbehörden der Treibstoff knapp. Importe seien nötig, um die Engpässe zu überbrücken. Ein Tanker sei auf dem Weg nach Libyen, werde aber womöglich wegen der Seeblockade der westlichen Militärallianz sein Ziel nicht erreichen.

+++ 12.42 Neue Luftangriffe auf Tripolis +++
Kampfjets der westlichen Militär-Allianz fliegen neue Luftangriffe. Ziel ist nach Angaben aus libyschen Militärkreisen der Stadtteil Tadschura in der Hauptstadt Tripolis.

+++11.07 Misrata: Gaddafi-Truppen nehmen Hafen ein +++
Einwohner Misratas berichten, dass Gaddafi-Truppen den Hafen der Stadt eingenommen hätten. Tausende Gastarbeiter, die darauf warteten, außer Landes gebracht zu werden, säßen fest.

+++ 10.30 Französisches Kampfflugzeug abgeschossen? +++
Der libyschen Internet-Zeitung "Al-Watan" zufolge ist über Sirte, der Heimatstadt von Machthaber Gaddafi, ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt dies. "Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen", sagte Oberst Burkhard.

+++ 09.34 Frankreich: Gaddafis Militär am Ende
Nach Einschätzung der französischen Regierung ist es eine Frage von Tagen oder Wochen, aber nicht von Monaten, bis die militärische Schlagkraft von Gaddafi zerstört ist.

+++ 07.12 Luftangriffe auf Tripolis +++
Die libysche Hauptstadt wird erneut Ziel von Luftangriffen der internationalen Allianz. Am Morgen wird der  Stadtteil Tadschura getroffen. Davor konzentrieren sich die nächtlichen Angriffe auf Jafar, knapp 100 Kilometer südwestlich von Tripolis.

+++6.04  Libyen sucht Kontakt zu USA +++
Aus Washington verlautet, Gefolgsleute Gaddafis suchten den Kontakt zu den USA, um über einen Ausweg aus der Krise zu verhandeln. Die Anfragen seien für das Land nach den Kämpfen der vergangenen Tage "nicht überraschend", sagt Denis McDonough, ein enger Berater von US-Präsident Barack Obama. Er wolle jedoch "nicht weiter ins Detail gehen", fügte McDonough hinzu.

+++ 4.56 Koalitionspolitiker kritisieren Einsatz +++
Volker Kauder (CDU) und Dirk Niebel (FDP) haben Zweifel an dem Militäreinsatz in Libyen geäußert. Kauder sagte der "Bild", das Mandat der Vereinten Nationen zu Libyen sei "nicht zu Ende gedacht". So sei von Bodentruppen "keine Rede", obwohl sie "wahrscheinlich" gebraucht würden. Bundesentwicklungshilfeminister Niebel warf den an dem Einsatz beteiligten Staaten vor, kein politisches Konzept für die Zukunft Libyens zu haben. "Man sollte wissen, wie man ein militärisches Engagement wieder beendet, bevor man es beginnt", sagte Niebel dem "Tagesspiegel".

+++ 2.38 Explosion erschüttert Tripolis +++
Die libysche Hauptstadt Tripolis ist von einer lauten Explosion erschüttert worden. Über dem Gebiet einer Militärbasis steige Rauch auf, sagten Bewohner. "Wir hören im Moment eine weitere Explosion. Wir sehen Rauch aufsteigen. Menschen sind auf den Dächern. Das scheint ein militärisches Gebiet in der Nähe der Fachhochschule im Viertel Tadschura zu betreffen ", sagte einer von ihnen.

+++ 2.15 Zwei Tote bei Krankenhausbeschuss +++
Bewohner in MIsrata berichteten dem US-Sender CNN, dass bei dem Beschuss des Krankenhauses der Stadt durch Panzer des libyschen Regimes zwei Menschen ums Leben gekommen seien.

+++ 0:51 Luftangriffe auf Tripolis +++
Die internationale Allianz zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen setzt ihre Angriffe auch in der Nacht fort. Wie der arabische Sender Al-Dschasira aus Tripolis berichtete, sind Explosionen im Südwesten der libyschen Hauptstadt zu hören. Unklar sei das Ziel der Attacken.

                    24. März

+++ 23.42 Staatsmedien: Wohnviertel getroffen +++
Libysche Staatsmedien berichten, bei Angriffen der internationalen Truppen auf einen Militärstützpunkt östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis sei auch ein Wohnviertel getroffen worden. Es gebe "eine beträchtliche Zahl von getöteten Zivilisten", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Dschana unter Berufung auf das libysche Heer.

+++ 22.51 Militärstützpunkt bei Tripolis in Flammen +++
Auf einem Stützpunkt des libyschen Heeres östlich von Tripolis hat es eine heftige Explosion gegeben. Auf der 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Militärbasis im Gebiet von Tajura seien Flammen zu sehen, meldet AFP.

+++ 21.22 Panzer an Zufahrten nach Adschdabija +++
Al-Arabija meldet, dass Panzer der Regierungstruppen an den östlichen und westlichen Zufahrten nach Adschdabija Position bezogen hätten. 

+++ 21.20 Gaddafi-Anwesen getroffen +++
Nach Berichten des Fernsehsenders Al-Arabija wurde bei Luftangriffen auf Tripolis ein Anwesen von Machthaber Gaddafi getroffen.

+++ 21.00 "Lage in Misrata sehr ernst" +++
Panzer der Gaddafi-Truppen beschießen in Misrata das Hauptkrankenhaus und Häuser, sagt ein Rebellensprecher der Nachrichtenagentur AFP per Telefon. Die Lage sei sehr ernst.

+++ 20.19 Neue Luftangriffe auf Tripolis +++
Einwohner der libyschen Hauptstadt berichten von neuen Luftangriffen. Acht Explosionen seien zu hören gewesen, Rauch steige auf. Das Staatsfernsehen berichtet über Angriffe auf militärische und zivile Ziele. Der Wahrheitsgehalt dieser Meldung lässt sich nicht überprüfen.

+++ 20.10 Arzt berichtet über Beschuss in Misrata +++
Ein Arzt in der Stadt Misrata berichtet, dass sich Panzer der Regierungstruppen seinem Krankenhaus nähern und das Areal beschießen.

+++ 20.08 NATO weiter uneins über Rolle im Libyen-Militäreinsatz +++
Die NATO erzielt weiter keine Einigung bei ihrer Diskussion über die Rolle des Bündnisses beim Libyen-Einsatz. Bei einem Treffen der NATO-Diplomaten in Brüssel kann sich das Bündnis erneut nicht darauf verständigen, eine Führungsrolle zu übernehmen, sagt ein NATO-Diplomat der Nachrichtenagentur AFP. Die Diskussion soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Frankreich will die Rolle des Bündnisses begrenzen.

+++ 20.01 Koalition greift Gaddafi-Truppen außerhalb von Städten an +++
Die internationale Koalition konzentriert sich bei ihren Angriffen jetzt auf die Gaddafi-Streitkräfte außerhalb von Adschdabija und Misrata. Gaddafis Truppen hätten ihre Attacken auf die zivile Bevölkerung in den beiden Städten verstärkt, um Rebellen auszuschalten, sagt US-Konteradmiral Gerard Hueber. "Als Ergebnis davon setzen wir Gaddafis Kräfte unter Druck, die diese Zivilisten angreifen."

++++ 18.11 Libyen-Krieg sorgt in den USA für Streit +++
Die Beteiligung an dem Militäreinsatz in Libyen sorgt in den USA für innenpolitischen Streit. Die Republikaner werfen US-Präsident Obama vor, seine Ziele für die Mission nicht klar genug darzustellen. Kritik lösen auch die hohen Kosten für den Einsatz aus.

+++ 16.40 Großbritannien: Libysche Luftwaffe geschlagen +++
Die libysche Luftwaffe ist nach Darstellung der britischen Air Force kampfunfähig. "Die libysche Luftwaffe ist keine kämpfende Kraft mehr", sagt Greg Bagwell, der Kommandeur der britischen Luftstreitkräfte, in der BBC. Die Flugzeuge der Alliierten könnten inzwischen nahezu ungestört im Luftrauf über Libyen operieren und die Flugverbotszone überwachen.

+++ 15.53 Fast 100 Einsätze gegen Gaddafi in 24 Stunden +++
Innerhalb von 24 Stunden seien fast hundert Einsätze gegen Ziele des Gaddafi-Regimes geflogen worden, sagt ein Sprecher des US-Militärs auf dem Kommandoschiff "USS Mount Whitney". Gemeint ist die Zeitspanne ab Dienstag um Mitternacht.

+++ 14.59 Schweden sperrt libysche Milliarden +++
Die schwedischen Behörden haben libysche Geldanlagen im Wert von 1,5 Milliarden Dollar gesperrt. Das berichtet die Finanzaufsicht in Stockholm.

+++ 14.07 Keine Einigung über NATO-Einsatz in Libyen +++
Die 28 Nato-Staaten haben sich immer noch nicht darüber geeinigt, ob das Nordatlantische Bündnis eine Flugverbotszone über Libyen überwachen soll. "Die Verbündeten setzen ihre Beratungen fort. Es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagt eine NATO-Sprecherin in Brüssel.

+++ 13.50 Türkei schickt U-Boot +++
Die Türkei will sich mit einem Unterseebot und fünf weiteren Schiffen an dem NATO-Einsatz im Mittelmeer beteiligen. Auch andere Länder stellen Kräfte für den Einsatz zur Verfügung.

+++ 13.03 Pro-Gaddafi-Scharfschützen in Misrata +++
Gaddafi-loyale Scharfschützen beschießen einem Bewohner Misratas zufolge ein Krankenhaus in der von Rebellen gehaltenen Stadt. Mindestens drei Menschen seien getötet worden.

+++ 12.40 Türkischer Präsident: Gaddafi soll zurücktreten +++
Der türkische Präsident Abdullah Gül ruft den libyschen Staatschef Gaddafi auf, mit einem Rücktritt ein weiteres Blutvergießen in seinem Land zu verhindern. "Die Mächtigen in Libyen müssen umgehend abtreten, um eine Plünderung durch andere abzuwenden", sagt Gül mit Blick auf die Bodenschätze in Libyen. Sein Land wolle eine friedliche Lösung für die Konflikte in der arabischen Welt. Er erinnert an das Schicksal des Iraks.

+++ 12.00 Augenzeuge: Beschuss von Misrata eingestellt +++
Gaddafi-Truppen stellen nach einem Augenzeugenbericht den Panzer- und Artilleriebeschuss der von Rebellen gehaltenen Stadt Misrata nach Luftangriffen des westlichen Militärbündnisses ein. Kampfjets der westlichen Allianz hätten am Mittwoch bislang zwei Angriffe geflogen.

+++ 09.13 Ischinger sieht NATO-Einsatz skeptisch +++
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, versteht die Zweifel derjenigen die sich fragen, "ob die NATO sich im Fall Libyen beteiligen sollte". Am Ende werde natürlich wieder der Westen am Pranger stehen, da er ein arabisches Land bombardiere. Dennoch hält er den Militäreinsatz in Libyen für richtig, auch wenn "jeder Tag, den dieser Einsatz dauert, den Westen ein kleines Stück einsamer machen wird."

+++ 07.55 Holland hilft NATO mit Kampfflugzeugen +++
Die Niederlande unterstützen das Eingreifen der NATO mit sechs F-16-Kampfflugzeugen. Zur Durchsetzung eines Waffenembargos schickt Den Haag zudem ein Tankflugzeug sowie ein Minensuchboot in die Mittelmeer-Region.

+++ 05.05 Explosionen erschüttern Tripolis +++
Die internationale Allianz zur Durchsetzung der UN-Resolution gegen das Gaddafi-Regime setzt ihre Angriffe auf die libysche Hauptstadt offensichtlich fort. Wie ein Korrespondent des US-Senders CNN berichtet, waren mehrere sehr schwere Explosionen zu hören. Allerdings habe es anschließend kein Luftabwehrfeuer der libyschen Truppen gegeben. Unklar sei auch, wo genau sich die Explosionen ereigneten.

+++ 04.20 Drei in Libyen festgehaltene Journalisten frei +++
Zwei von der libyschen Armee festgehaltene Journalisten der französischen Nachrichtenagentur AFP und ein amerikanischer Getty-Fotograf sind wieder auf freiem Fuß. Wie AFP weiter meldet, ist unter den in Tripolis Freigelassenen auch der deutsch-kolumbianische Fotograf Roberto Schmidt. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen werden in Libyen noch weitere vier Journalisten des arabischen Senders Al-Dschasira festgehalten.

                     23. März

+++ 23.35 Türkei vertritt USA in Libyen +++
Die türkische Regierung wird vorerst die diplomatischen Interessen der Vereinigten Staaten in Libyen vertreten. Das teilte das US-Außenministerium mit. "Die Türkei hat zugestimmt, unsere Schutzmacht in Libyen zu sein. Und wir sind wirklich sehr dankbar, dass die Türkei diese Rolle akzeptiert hat", sagte Sprecher Mark Toner. Die USA hatten ihre Botschaft in Tripolis geschlossen, nachdem Gaddafi mit seinen Gewaltaktionen gegen die Rebellen in dem Land begonnen hatte. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zudem gesagt, dass die USA ihre Verbindungen zur libyschen Botschaft in Washington gekappt haben.

+++ 23.08 Gaddafi: "Wir werden nicht aufgeben" +++
Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi zeigt sich trotz der Luftangriffe auf sein Land ungebrochen. "Wir werden nicht aufgeben", sagte er in einer im Fernsehen übertragenen kurzen Ansprache. "Wir werden letztendlich siegen." Libyen habe die beste Luftabwehr. Er fürchte den Sturm nicht und bleibe dort. Den an der Militäraktion beteiligten Staaten, die er als Faschisten bezeichnete, warf Gaddafi vor, mit den Angriffen die UN-Charta verletzt zu haben.

+++ 21.45 Libyen erklärt erneut Waffenstillstand +++
Nach dem Eingreifen der NATO in den Libyen-Konflikt hat die Regierung in Tripolis nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erneut einen Waffenstillstand angekündigt. Ban Ki Moon berichtete in Tunesien auf einer Pressekonferenz, der libysche Ministerpräsident habe ihn angerufen und darüber unterrichtet. Libyen hatte erst am Freitag, kurz nach der Verabschiedung der UN-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone, eine sofortige Feuerpause angekündigt, die Angriffe aber fortgesetzt. Auch am Sonntag hatte sich das Regime nicht an die Feuerpause gehalten, die es einseitig erklärt hatte.

+++ 20.53 USA verhängen Sanktionen gegen libysche Firmen +++
Das US-Finanzministerium hat 14 libysche Unternehmen mit Sanktionen belegt. Die Firmen stünden unter Kontrolle der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC und fielen damit unter das Embargo, das US-Präsident Barack Obama Ende Februar per Erlass verhängt hatte, teilte das Ministerium mit. Damit ist es Bürgern und Unternehmen in den USA verboten, Geschäfte mit diesen Unternehmen zu machen. Die libysche Ölgesellschaft NOC sei "eine der wichtigsten Einnahmequellen des Gaddafi-Regimes", erklärte ein Ministeriumsmitarbeiter. Obama hatte per Erlass das Vermögen der Familie von Machthaber Muammar al-Gaddafi, des libyschen Staats und anderer hoher Amtsträger in den USA eingefroren.

+++ 20.03 Deutschland zieht sich aus NATO-Operationen zurück +++
Nach dem Eingreifen der Nato in den Libyen-Konflikt hat die Bundesregierung alle deutschen Kräfte aus den Bündnisoperationen im Mittelmeer zurückgezogen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, zwei Fregatten und zwei Boote mit insgesamt 550 Soldaten würden wieder unter nationale Führung gestellt. Die etwa 60 bis 70 deutschen Soldaten, die bisher an einer Awacs-Aufklärungsmission im Mittelmeerraum teilgenommen haben, würden ebenfalls abgezogen. Die Nato hatte zuvor mit einem Marine-Einsatz zur Umsetzung des vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Waffenembargos gegen Libyen begonnen.

+++ 19.50 Russland bietet sich als Vermittler an +++
Im Libyen-Konflikt hat sich Russland als Vermittler angeboten. Moskau stehe für den Versuch bereit, den Streit möglichst friedlich beizulegen. Das sagte Kremlchef Dmitri Medwedew bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Robert Gates in Moskau. Ein militärisches Engagement seines Landes habe der Präsident erneut ausgeschlossen, teilte der Kreml mit. Gates kündigte eine baldige Reduzierung der Luftangriffe in Libyen an. Zuvor hatte Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen ein Ende der Luftschläge auf zivile Ziele in dem nordafrikanischen Land gefordert.

+++ 18.28 Al-Dschasira: Alliierte schießen libysches Flugzeug ab +++
Die westliche Allianz soll ein libysches Militärflugzeug mit mehreren Besatzungsmitgliedern an Bord abgeschossen haben. Das meldet der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Der Angriff sei im libyschen Luftraum etwa 60 Kilometer östlich der Rebellenhochburg Bengasi erfolgt. Aus der westlich von Bengasi gelegenen Stadt Adschdabija wurden neue Gefechte zwischen den Aufständischen und den Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi gemeldet.

+++ 18.11 UN-Sonderbeauftragter spricht mit Rebellen +++
Der UN-Sonderbeauftragte Abdul Ilah Chatib hat erstmals Gespräche mit den Aufständischen in Libyen aufgenommen. Chatib sei in Tobruk mit Mustafa Abdel Dschalil und anderen Vertretern der Rebellen zusammengekommen, wie in Kairo aus dem UN-Büro verlautete. Dschalil ist Vorsitzender des Nationalrats, wie die Übergangsregierung der Rebellen heißt. "Dabei kamen verschiedene Aspekte der gegenwärtigen Situation sowie die schwierige Lage in einigen libyschen Städten zur Sprache gekommen", hieß es.

+++ 18.01 USA: Gaddafi-Truppen greifen Zivilisten an +++
Die libysche Regierung erfüllt nach Angaben der USA weiter nicht die Auflagen der UN-Resolution, die insbesondere Angriffe auf Zivilisten untersagt. Diese seien weiter im Gange, sagt US-Admiral Samuel Locklear.

+++ 17.31 Deutscher Awacs-Einsatz bis Ende Januar 2012 +++
Die geplante deutsche Beteiligung an Awacs-Aufklärungsflügen in Afghanistan soll bis Ende Januar 2012 dauern. Dann laufe das Mandat aus, es gelte nur, solange eine Ermächtigung des UN-Sicherheitsrates vorliege, heißt es im Entwurf des Antrags der Bundesregierung. Zum Einsatz der bis zu 300 Soldaten gehören das Erstellen eines Luftlagebildes und die Unterstützung der Operationen von Bodenkräften, die von den internationalen Truppen geführt werden. Die Kosten werden mit rund 8,8 Millionen Euro angegeben. Der Einsatz dient zur Entlastung der Bündnispartner bei deren Eingreifen in Libyen.

+++ 16.39 Frankreich schließt Einsatz am Boden aus +++
Frankreich wird keine Bodentruppen nach Libyen schicken. Premierminister François Fillon betont, eine solche Option sei "explizit ausgeschlossen". Es gehe nicht an, dass sich Frankreich an die Stelle des libyschen Volkes setze, das sein Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse.

+++ 15.50 NATO einigt sich auf Organisationsplan +++
Die 28 NATO-Staaten einigen sich auf einen Organisationsplan zur Durchsetzung eines Flugverbots über Libyen. Zudem sollen Schiffe auf dem Weg in libysche Häfen auf Waffen kontrolliert werden. Der seit Freitag währende Streit um die Führungsrolle bei den Militärschlägen gegen das Regime von Gaddafi ist jedoch nicht beigelegt. Damit die NATO tätig werden kann, ist ein weiterer Beschluss der Mitgliedstaaten nötig. Dieser wird frühestens am Mittwoch erwartet.

+++ 14.26 Erdogan bekräftigt Nein zu NATO-Einsatz +++
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan lehnt eine führende Rolle der NATO bei den Luftangriffen auf Ziele in Libyen weiter ab. Ankara, selbst NATO-Mitglied, werde den Verbündeten gegenüber erklären, dass ein humanitär ausgerichteter Einsatz unter Führung der Vereinten Nationen nötig sei, sagt Erdogan vor der Parlamentsfraktion seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP.

+++ 14.02 Diplomat: NATO würde Embargo durchsetzen +++
Die NATO ist einem Diplomaten zufolge bereit, mit Kriegsschiffen die Einhaltung eines Waffenembargos gegen Libyen durchzusetzen, so die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 13.08 Spanien: Libyen-Mission dauert bis zu drei Monate +++
Die spanische Regierung geht davon aus, dass die internationale Militäraktion in Libyen voraussichtlich einen bis drei Monate dauern wird. Ministerpräsident Zapatero stellt im Madrider Parlament den Antrag, den Einsatz spanischer Kampfflugzeuge bei der Schaffung einer Flugverbotszone in Libyen für eine Zeit von einem Monat zu billigen.

+++ 13.04 NATO springt für USA ein +++
Die NATO wird nach Angaben des französischen Außenministeriums den Militäreinsatz der westlichen Koalition in Libyen unterstützen, wenn die USA ihr Engagement zurückfahren. Bislang blockieren vor allem Frankreich und die Türkei eine wichtigere Rolle der NATO im Libyen-Einsatz.

+++ 12.27 Gates: Einsätze sollten zurückgefahren werden +++
US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärt während eines Moskau-Besuchs, er habe gegenüber seinem russischen Kollegen Anatoli Serdjukow die Ansicht geäußert, dass die Militäreinsätze in Libyen in den kommenden Tagen zurückgefahren werden sollten. Die Militärkoalition sei zudem sehr bemüht, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Ziel der Angriffe sei die Luftabwehr in dünn besiedelten Gebieten. Serdjukow sagt, er verurteile die Tötung von Zivilisten in Libyen.

+++ 12.01 Zweiter US-Pilot von abgestürztem Kampfjet gerettet +++
Das US-Militär teilt mit, auch das zweite Besatzungsmitglied des bei Bengasi abgestürzten Kampfjets sei nun gerettet.

+++ 11.28 Augenzeugen: 40 Tote in Misrata +++
Die Zahl der Toten in der Rebellenstadt Misrata infolge der Kämpfe steigt einem Bewohner zufolge auf 40. Im libyschen Rebellengebiet stürzt einem Medienbericht zufolge ein US-Kampfjet vom Typ F-15 ab. Ursache sei offenbar ein technischer Defekt gewesen, berichtet der "Daily Telegraph". Der Pilot sei von Rebellen gerettet worden.

+++ 10.43 Misrata unter Panzerbeschuss +++
Die von Rebellen gehaltene Stadt Misrata wird einem Bewohner zufolge von Panzern beschossen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 10.15 Regierungstruppen greifen Sintan an +++
Gaddafi-loyale Truppen versuchen nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Dschasira, die Stadt Sintan einzunehmen. Dem Sender zufolge setzen sie dabei schwere Waffen ein.

+++ 10.02 Türkei fordert UN-Führung +++
NATO-Mitglied Türkei fordert eine Führung des Militäreinsatzes durch die Vereinten Nationen. "Der Libyen-Einsatz sollte unter dem Dach der UN ausgeführt werden. Die UN sollten die Entscheidungen treffen", zitieren türkische Medien Außenminister Ahmet Davutoglu.

+++ 09.45 China fordert Ende der Kämpfe +++
China fordert ein sofortiges Ende der Kämpfe in Libyen. Die Volksrepublik lehne die Anwendung von Gewalt ab, die zu zivilen Opfern und einer humanitären Krise in Libyen führen könnte, sagt die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Jiang Yu. China war eines der fünf Länder, die sich bei der Abstimmung über diese Resolution enthalten hatten.

+++ 07.52 Morales fordert Aberkennung des Friedensnobelpreises für Obama +++
Boliviens Staatschef Evo Morales fordert, US-Präsident Obama den Friedensnobelpreis abzuerkennen. "Wie ist es möglich, dass ein Friedensnobelpreisträger eine Invasion, ein Bombardement in die Wege leitet? Das ist Kriminalität", sagt Morales in La Paz. Deshalb müsse Obama die Auszeichnung aberkannt werden.

+++ 05.41 Großbritannien: Große Mehrheit für Einsatz +++
Das britische Parlament hat mit großer Mehrheit für das militärische Eingreifen in Libyen gestimmt. Fast alle Abgeordneten schlossen sich der Entscheidung von Premierminister Cameron an, Kampfflugzeuge zur Durchsetzung der von der UN beschlossenen Flugverbotszone in dem nordafrikanischen Land zu schicken. Lediglich 13 von 570 Parlamentsmitgliedern votierten dagegen.

+++ 05.04 USA wollen Einsatzleitung abgeben +++
Die USA wollen binnen weniger Tage die Führung des Militäreinsatzes gegen Libyen abgeben. Das sei eine Frage von Tagen und nicht von Wochen, sagte Präsident Barack Obama. Voraussetzung sei, dass die Luftabwehr Libyens weitgehend ausgeschaltet sei. Unklar ist allerdings, wer dann die Führung des Einsatzes übernehmen soll.

+++ 02.57 USA: "Es wird vermutlich weniger Angriffe geben" +++
Die USA gehen davon aus, dass die Zahl der Angriffe in den kommenden Tagen nachlässt. „Ich denke dass wir einen Rückgang in der Häufigkeit der Angriffe erleben werden, solange nicht etwas ungewöhnliches oder unerwartetes geschieht“, sagt General Carter Ham. Ham leitet die am Libyen-Einsatz beteiligten US-Truppen.

+++ 02.13 Brasilien fordert schnelle Waffenruhe +++
Brasilien bedauert den Verlust von Menschenleben in dem Konflikt in Libyen und fordert eine schnellstmögliche Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land. Dadurch solle der Schutz der Zivilbevölkerung garantiert und der Weg freigemacht werden für eine Lösung der Krise durch Dialog, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Brasília.

+++ 01.46 Explosionen in Tripolis +++
Immer wieder ist in Tripolis starkes Luftabwehrfeuer der Regierungstruppen zu hören. Bilder des US-Senders CNN zeigten, wie Salven von Leuchtspurmunition den Himmel über der libyschen Hauptstadt erleuchteten. Eine Al-Dschsira Korrespondentin berichtet von zwei starken Explosionen. Im Hafen seien anschließend zwei heftige Feuer ausgebrochen. „Wir können sehen, dass ein Teil des Hafens in Flammen steht“, sagte sie.

+++ 00.45 Luftschläge gegen Gaddafi-Truppen +++
Kampfflugzeuge der internationalen Streitmacht setzen ihre Angriffe auf die Truppen Gaddafis fort. Wie der arabische Nachrichtensender al-Dschasira berichtet, wurden Radaranlagen zweier Luftabwehrstellungen östlich der Aufständischen-Hochburg Bengasi attackiert.

++ 00.10 Tripolis: Allianz nimmt Sebha ins Visier +++
Die westliche Militärallianz nimmt im Rahmen ihrer Angriffe in Libyen nach Angaben der dortigen Regierung auch die Wüstenstadt Sebha, eine Hochburg von Machthaber Gaddafi, ins Visier. Seit Samstag gebe es "Luft- und Raketenangriffe" auf zahlreiche Städte wie Tripolis, Suara, Misrata und Sirte, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Sebha im Süden des Landes sei am Montag "ins Visier genommen" worden. Sebha werde "bedroht", bombardiert worden sei die Stadt aber bislang nicht.

                     22. März

+++ 23.26 Sicherheitsrat tagt erneut am Donnerstag +++
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird am Donnerstag zu einer weiteren Sondersitzung wegen der Luftangriffe auf Libyen zusammentreten. Das beschließt das Gremium in New York. Dann soll Generalsekretär Ban Ki Moon die 15 Mitgliedsstaaten, darunter in diesem und im nächsten Jahr Deutschland, über die Situation in dem nordafrikanischen Land informieren.

+++ 20.57 UN-Sicherheitsrat tritt zusammen +++
Wegen der Luftangriffe auf Libyen ist der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu einer Sondersitzung zusammengetreten. Der libysche Außenminister Mussa Kussa hatte das mächtigste Gremium der UN "wegen einer äußeren Verschwörung" gegen die "große Republik Libyen" angerufen. Grundsätzlich hat jedes der 192 UN-Mitglieder das Recht, eine Sondersitzung des Sicherheitsrates zu beantragen. Es liegt an den 15 Ratsmitgliedern, darunter in diesem und im nächsten Jahr auch Deutschland, über den Antrag zu entscheiden. Den Vorsitz hat in diesem Monat China.

+++ 20.53 Staatsfernsehen berichtet von Attacken auf Tripolis +++
Das staatliche libysche Fernsehen berichtet über Angriffe der "feindlichen Kreuzfahrer" auf mehrere Stellen in Tripolis. Reporter der Agentur Reuters berichteten zuvor von einer Explosion in der libyschen Hauptstadt, gefolgt von Luftabwehr-Feuer.

+++ 20.17 USA: "Vernichtung" Gaddafis Aufgabe der Libyer +++
Die "Vernichtung" des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi ist nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates keine Aufgabe der Koalitionskräfte, sondern des libyschen Volkes. Falls bei den Luftschlägen auch Gaddafi ums Leben komme, sei dies ein "Fehler", sagte Gates der Agentur Interfax in St. Petersburg. "Es ist allen klar, dass das libysche Volk ohne Gaddafi in einer besseren Lage wäre. Aber diese Frage müssen die Libyer selbst entscheiden." Auch US-Präsident Obama betonte, dass der Einsatz begonnen wurde, um eine drohende Katastrophe für die Menschen in dem Land abzuwenden. Die USA würden die Führung des Libyen-Einsatzes abgeben, sobald die libysche Luftabwehr ausgeschaltet sei.

+++ 19.01 USA wollen Engagement bald zurückfahren +++
Die USA werden ihre Beteiligung an dem Einsatz in Libyen bald zurückfahren, sagt US-Verteidigungsminister Robert Gates der Nachrichtenagentur Interfax. Es wäre ein Fehler, sich den Tod Gaddafis zum Ziel zu setzen.

+++ 18.45 Vormarsch von Gaddafis Truppen gestoppt +++
Die US-Armee hat den Vormarsch von Gaddafis Truppen auf die Rebellenhochburg Bengasi gestoppt. Die libysche Armee zeige "wenig Willen oder Fähigkeit, die Offensive wiederaufzunehmen", sagte der Chef des US-Afrikakommandos, Carter Ham. Der General schloss zugleich die Unterstützung für eine mögliche Bodenoffensive der Rebellen in Libyen aus. Die Streitkräfte hielten sich streng an den UN-Auftrag, mit ihrem Einsatz die Zivilisten in Libyen zu schützen, sagte Ham. "Wir haben nicht den Auftrag, Oppositionskräfte zu unterstützen, sollten diese einen Angriff starten."

+++ 18.40 Alliierte vergrößern Flugverbotszone +++
Die Koalitionsstreitkräfte haben nach Angaben von US-Militärs die Flugverbotszone über Libyen erweitert. Die Zone nähere sich damit immer stärker der Hauptstadt Tripolis, erklärte das US African Command in Stuttgart. Man gehe davon aus, dass die Flugverbotszone schon bald die Städte Brega und Misrata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, umfasse, sagte General Carter Ham. Zunächst galt die Zone am Wochenende lediglich für die Rebellenhochburg Bengasi im Osten des Landes. In diesem Gebiet hätten die Einheiten Gaddafis praktisch keine Möglichkeit mehr zur militärischen Initiative.

+++ 18.01 "Charles de Gaulle" ab Mittwoch einsatzbereit +++
Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" kann ab Mittwoch vom Südwesten der Mittelmeerinsel Kreta aus in den Libyenkonflikt eingreifen. Das mit 20 Flugzeugen und Hubschraubern bestückte atomgetriebene Schiff werde im Marinestützpunkt Souda auf Westkreta erwartet. Von Kreta aus können Kampfbomber binnen 20 Minuten die Region um die libysche Hafenstadt Bengasi erreichen.

+++ 17.32 Gaddafis Truppen greifen Sintan an +++
Das libysche Militär hat einem Bericht von Al-Dschasira zufolge die Stadt Sintan mehrere Stunden lang beschossen. Derweil vermeldet die internationale Koalition, 70 bis 80 Einsätze am Montag geflogen zu haben. Dies sagt US-General Carter Ham, der Oberbefehlshaber der Koalitionstruppen.

+++ 16.48 Briten: Luftabwehr größtenteils zerstört +++
Die libysche Luftabwehr ist nach britischen Angaben zum großen Teil inzwischen ausgeschaltet. Der Rat der Rebellen lehnt unterdessen Verhandlungen mit Gaddafi über ein Ende der Gewalt ab. "Er wird weltweit als Kriegsverbrecher gesucht", sagt ein Mitglied des Rates in Bengasi.

+++ 16.21 Briten schließen gezielte Tötung Gaddafi aus +++
Der britische Generalstabschef David Richards hat einen Militärangriff zur Tötung Gaddafis ausgeschlossen. Gaddafi gehöre "absolut nicht" zu den Zielen der britischen Streitkräfte, sagte er der BBC. Die UN-Resolution 1973 erlaube dies nicht. Der Einsatz diene ausschließlich dem Schutz von Zivilisten. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte gesagt, ein Angriff auf Gaddafi wäre "unklug". Aus Regierungskreisen in der Downing Street hatte es zuvor geheißen, eine Attacke gegen Gaddafi selbst könnte für den Fall von der Resolution gedeckt sein, dass ihm Gefährdung von Zivilisten nachgewiesen werden könne.

+++ 16.03 Medwedew kritisiert Putin +++
Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Ministerpräsident Wladimir Putin dafür kritisiert, die UN-Resolution für den Libyen-Einsatz mit einem "Aufruf zum Kreuzzug" zu vergleichen. Der Begriff sei in diesem Zusammenhang inakzeptabel, sagte Medwedew. Der Einsatz von Gewalt in Libyen müsse aber verhältnismäßig sein. Russland werde sich nicht an einer Militärkoalition beteiligen, sei aber bereit, an Friedenseinsätzen in dem Land mitzuwirken, stellte der russische Präsident klar.

+++ 15.45 Libyen lässt US-Journalisten frei +++
Vier in Libyen gefangengenommene Journalisten der "New York Times" sind wieder frei. Die zwei Reporter und zwei Fotografen befänden sich in der Obhut der türkischen Botschaft in Tripolis, teilte der türkische Außenminister Davutoglu mit. Die "New York Times" bestätigte die Freilassung ihrer Mitarbeiter, die in der vergangenen Woche in die Hände von libyschen Regierungstruppen geraten waren. Die Journalisten seien "bei guter Gesundheit", sagte eine Sprecherin. Die US-Zeitung hatte die vier Journalisten am vergangenen Mittwoch als vermisst gemeldet. Sie hatten in der Nähe der Stadt Adschdabija im Osten Libyens über die Kämpfe berichtet.

+++ 15.30 Sicherheitsrat tagt zu Libyen +++
Der UN-Sicherheitsrat kommt wahrscheinlich noch am Montag zu Beratungen über den Militäreinsatz in Libyen zusammen. Das Treffen hinter verschlossenen Türen werde vermutlich am Nachmittag (Ortszeit) stattfinden, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Der Sicherheitsrat hatte am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, auf dessen Grundlage eine internationale Koalition seit Samstag mit Luftangriffen gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi vorgeht. Die massiven Luftangriffe stoßen aber bei einigen Mitgliedern des Sicherheitsrats auf Kritik. Der russische Regierungschef Wladimir Putin bezeichnete die Resolution als "mittelalterlichen Aufruf zur Führung eines Kreuzzugs". Die UN-Vetomacht Russland hatte sich bei der Abstimmung im Sicherheitsrat am Donnerstag wie Deutschland enthalten.

+++ 15.07 Westerwelle: Militärischer Schutz möglich +++
Bundesaußenminister Westerwelle schließt militärischen Schutz für humanitäre Hilfe angesichts der Kampfhandlungen in Libyen nicht aus. "Das ist eins der Dinge, die ich nicht ausschließen möchte, die aber auch natürlich operativ erhebliche Risiken mit sich bringt", sagte Westerwelle nach Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. "Eine humanitäre Aktion ist etwas, was dringend notwendig ist, aber es hört sich natürlich in einer so konfliktreichen Situation einfacher an als es ist", sagte Westerwelle. "Man muss ja auch die Helfer schützen können. Und das sind Fragen, die jetzt besprochen werden müssen." Westerwelle forderte die Europäische Union auf, sich im Bereich der humanitären Hilfe zu engagieren. Über eine deutsche Beteiligung an einem Schutz für humanitäre Hilfsaktionen für libysche Flüchtlinge machte Westerwelle keine ausdrücklichen Aussagen. "Ich will nicht über Weiteres spekulieren", sagte er. "Die Haltung der Bundesregierung ist sehr klar: Wir werden uns an diesem Kampfeinsatz, an diesem Militäreinsatz in Libyen mit der Bundeswehr nicht beteiligen. Und dass wir selbstverständlich immer auch umfangreich humanitär helfen, das versteht sich von selbst."

+++ 15.00 USA führen derzeit Kommando +++
Das Kommando über den internationalen Militäreinsatz in Libyen hat gegenwärtig ein General der US-Streitkräfte. Das stellte der Chef des britischen Verteidigungsstabes, General David Richards, in London klar. Über die militärische Führung der Anti-Gaddafi-Koalition hatte es Verwirrung gegeben. Frankreich hatte angedeutet, die Rolle für sich zu reklamieren. Großbritannien will, dass das Kommando an die Nato übergeht. Die Nato-Mitglieder konnten sich bisher jedoch nicht darauf einigen, als Bündnis am Einsatz in Libyen teilzunehmen.

+++ 14.06 Merkel: Awacs-Beschluss in Kürze +++
Die Bundesregierung wird vermutlich schon an diesem Mittwoch eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr beschließen. Dies kündigt Kanzlerin Merkel nach einer Sitzung der CDU-Führungsgremien an. Das Kabinett will die Beteiligung von deutschen Soldaten in Awacs-Aufklärungsflügen der NATO erlauben, um das Bündnis auf diese Weise beim Libyen-Einsatz zu entlasten.

+++ 13.12 EU verschärft Sanktionen gegen Libyen +++
Die Europäische Union verhängt weitere Sanktionen gegen Libyen. Die Außenminister der 27 EU-Länder beschließen offiziell, das Vermögen von elf Vertretern der libyschen Führung sowie neun Wirtschaftseinheiten wie Banken und Unternehmen in der EU einzufrieren. Den Vertretern aus dem Umkreis von Machthaber Gaddafi wird zudem die Einreise verweigert.

+++ 13.03 Putin attackiert US-Politik +++
Russlands Ministerpräsident Putin übt scharfe Kritik an dem Einsatz westlicher Mächte in Libyen: Die UN-Resolution dazu ähnle einem mittelalterlichen Aufruf zum Kreuzzug. Es entwickle sich zu einem Trend in der US-Außenpolitik, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Die Entwicklung in Libyen deute darauf hin, dass Russland seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten stärken solle.

+++ 12.41 Norwegische Flugzeuge unterwegs +++
Sechs norwegische Kampfflugzeuge werden für Einsätze über Libyen ans Mittelmeer verlegt. Es handelt sich um F-16.Kampfjets. Ihre Stützpunkte werden auf Sardinien (Italien) und Kreta (Griechenland) sein.

+++ 11.38 UN-Chef Ban mit Steinen beworfen +++
Demonstranten bewerfen auf dem Tahrir-Platz in Kairo den Konvoi von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit Steinen. Nach Angaben eines Augenzeugen bleibt er unverletzt. Der UN-Chef hatte zuvor den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, getroffen. Demonstranten, die gegen die Militäraktion des Westens in Libyen protestieren, beschimpfen zudem den UN-Chef. An der Protestaktion beteiligen sich knapp 500 Ägypter und Libyer.

+++ 10.38 Gaddafi-Sohn getötet +++
Ein Sohn Gaddafis wird offenbar Opfer eines Kamikaze-Piloten. Chamies al-Gaddafi sei in einem Krankenhaus an den Folgen schwerer Brandverletzungen gestorben, heißt es aus Tripolis. Ein Pilot der libyschen Luftwaffe hatte sich vor einigen Tagen mit seinem Kampfjet absichtlich auf den Stützpunkt Bab al-Asisija gestürzt, in dem Gaddafi und seine Familie leben.

+++ 09.43 Briten brechen Tornado-Operation ab +++
Bei den Militäreinsätzen der Alliierten bricht Großbritannien eine Operation mit Rücksicht auf Zivilisten kurzfristig ab. Ein geplanter Tornado-Einsatz wird gestoppt. An einem angepeilten Ziel hätten sich Zivilisten aufgehalten, heißt es.

+++ 08.45 Frankreich: Keine zivilen Opfer +++
Die französische Regierung erklärt, sie habe keine Informationen über zivile Opfer der Luftangriffe.

+++ 07.21 Gaddafi ruft zum Marsch auf Bengasi auf +++
Nachdem seine Panzer auf dem Weg nach Bengasi von der französischen Luftwaffe zerstört wurden, will der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi nun Tausende seiner Anhänger dort hin marschieren lassen. Ziel sei es, "die Pläne der Ausländer zu durchkreuzen, die Libyen zersplittern und ausplündern" wollten. Bengasi ist die größte Stadt, die von den Aufständischen kontrolliert wird.

+++ 05.29 Großbritannien setzt Angriffe fort +++
Großbritannien hat in der Nacht von einem seiner U-Boote erneut "Tomahawk"-Marschflugkörper abgefeuert. "Wir und unsere internationalen Partner setzen den Einsatz im Rahmen der UN-Resolution 1973 fort", teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

+++ 03.04 Gaddafis Kontrollzentrum zerstört +++
In dem zerstörten Gebäude der Residenz von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi ist ein militärisches "Kommando- und Kontrollzentrum" der libyschen Truppen beherbergt gewesen, wie ein Vertreter der internationalen Einsatzkräfte mitteilte. Das sei auch der Grund dafür gewesen, weshalb das Gebäude in Tripolis zerstört worden sei. Das Gebäude liegt rund 50 Meter von Gaddafis Zelt entfernt, in dem er häufig offiziellen Besuch empfängt.

+++ 01.57 USA lehnen Angriff auf Gaddafi ab +++
US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich entschieden gegen einen direkten militärischen Angriff auf Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi ausgesprochen. Gaddafi mit einem gezielten Militärangriff auszuschalten sei "unklug", erklärte Gates. Es sei wichtig, sich an das Mandat des UN-Sicherheitsrates zu halten, das den Schutz von Zivilisten vor Angriffen der Regierungstruppen vorsehe, sagte er. "Wenn wir anfangen, zusätzliche Ziele hinzuzufügen, wird das Probleme geben."

+++ 00.53 Militäraktion weiter ohne Nato +++
Die Militäraktion gegen Libyen findet auch weiterhin ohne Beteiligung der Nato statt. Auch nach mehreren stundenlangen Sitzungen konnten sich die Botschafter der 28 Nato-Staaten nicht auf ein Mandat für die Überwachung der Flugverbotszone gegen Libyen einigen. "Vor allem die Türkei blockiert", meinte ein Nato-Diplomat in Brüssel. Die Türkei, die sich nicht an dem Militäreinsatz beteiligt, habe die zivilen Opfer des Einsatzes beklagt und vor negativen Folgen für das Militärbündnis gewarnt. Zudem wolle Frankreich die Führung des Einsatzes nicht an die Nato abtreten. Allerdings hat die Gemeinschaft einen Einsatzplan zur Durchsetzung eines Waffenembargos beschlossen.

+++ 00:14 Militäraktion treibt Ölpreis +++
Die Militäraktion westlicher Truppen in Libyen lässt den Ölpreis steigen. Nordsee-Öl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,26 Dollar auf 116,19 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte knapp zwei Dollar auf rund 113 Dollar pro Fass zu. "Unsicherheit und Angst treiben den Ölpreis kurzfristig hoch", sagte Matthew Lewis, Analyst bei CMC Markets. Da Machthaber Muammar Gaddafi nicht den Anschein mache, aufgeben zu wollen, sei im Laufe der Woche mit weiteren Turbulenzen am Ölmarkt zu rechnen.

                    21. März

+++ 23.56 Gaddafis Residenz getroffen +++
In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist ein Gebäude der Residenz von Machthaber Muammar al-Gaddafi bei einem Angriff zerstört worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Augenzeugen meldet, handelte es sich um ein Verwaltungsgebäude in dem Komplex. Es wurde demnach von einer Rakete getroffen.

+++ 23.43 USA erkennen Waffenruhe nicht an +++
Die USA wollen ungeachtet des von libyischer Seite ausgerufenen Waffenstillstandes die UN-Resolution für eine Flugverbotszone weiter umsetzen. Ein Vertreter des US-Militärs erklärte darüber hinaus, dass die bisherigen Angriffe der amerikanischen, französischen und britischen Streitkräften auf libyische Bodentruppen südlich der Stadt Benghasi ein Erfolg gewesen seien.

+++ 23.04 London zweifelt an Waffenruhe +++
Großbritannien hat die erneute Ankündigung einer Waffenruhe von libyscher Seite mit Skepsis aufgenommen. Als am Freitag erstmals eine Waffenruhe von der libyschen Führung verkündet worden sei, sei diese wenige Stunden später gebrochen worden, hieß es von der Downing Street. "Wir haben am Freitag gesagt, dass wir Gaddafi nicht an seinen Worten, sondern an seinen Taten messen", verlautete aus Regierungskreisen. Dies gelte weiterhin.

+++ 22.20 USA bestreiten zivile Opfer +++
Das US-Verteidigungsministerium hat Angaben widersprochen, wonach es bei den Angriffen auf Libyen auch zivile Opfer gab. Es gebe "keine Anzeichen" für zivile Opfer in den Gebieten, die von der internationalen Koalition angegriffen worden seien, sagte Admiral Gortney. Das libysche Staatsfernsehen hatte berichtet, dass auch "zivile Ziele in Tripolis" angegriffen worden seien. Auch das russische Außenministerium hatte erklärt, dass bei den Luftangriffen 48 Zivilisten getötet und 150 weitere verletzt worden seien. Dem Pentagon zufolge wurde bei den Luftangriffen die Flugabwehr "stark geschädigt". Damit könne die vom UN-Sicherheitsrat beschlossene Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land "effektiv" umgesetzt werden, sagte Gortney.

+++ 21.07 Explosion in Tripolis +++
Ein Zeuge berichtet, dass in Tripolis eine laute Explosion zu hören sei. Zuvor waren zum wiederholten Male Flugabwehrwaffen zu hören. Arabische TV-Sender meldeten, über dem Stützpunkt Bab al-Asisija in Tripolis sei am Abend auch Rauch aufgestiegen. Dort lebt Gaddafi mit seiner Familie.

+++ 20.37 Dänemark beteiligt sich an Luftangriffen +++
An den Luftangriffen haben sich auch dänische Kampfflugzeuge beteiligt. Das teilte Dänemarks Verteidigungsministerin Gitte Lillelund am Abend mit. Von den sechs für die Einsätze in Libyen bereitgestellten Flugzeugen seien vier jeweils fünf Stunden bei dem "Hochrisikoeinsatz" in der Luft gewesen. Sie seien zu ihrem Stützpunkt auf Sizilien zurückgekehrt. Weitere Einzelheiten wollte die Ministerin nicht nennen."

+++ 20.12 Libysche Armee soll Waffenstillstand einhalten +++
Die libyschen Streitkräfte wurden nach Angaben eines Sprechers angewiesen, den ab sofort gültigen Waffenstillstand zu befolgen. Man folge damit einem Aufruf der Arabischen Liga. Allerdings hatte Libyen bereits am Freitag eine Waffenruhe verkündet, dann aber selbst nicht befolgt.

+++ 19.47 Luftabwehrgeschütze in Tripolis zu hören +++
Über dem Stadtzentrum von Tripolis ist schweres Feuer aus Flugabwehrgeschützen zu hören.

+++ 19.22 Schlepper wieder frei +++
Der in Tripolis festgehaltene italienischer Schlepper ist wieder frei. Das teilt der Reeder mit. An Bord sind elf Besatzungsmitglieder.

+++ 18.22 Katar beteiligt sich mit vier Flugzeugen +++
Katar hat nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums beschlossen, sich mit vier Flugzeugen am Militäreinsatz gegen Libyen zu beteiligen. Ein Ministeriumssprecher sagte, dies sei ein "entscheidender Punkt" und zeige "die arabische Teilnahme an der Operation". Die Intervention habe nur ein Ziel: den Schutz der Zivilbevölkerung vor dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi.

+++ 18.10 Nato weiter uneins über Beteiligung +++
Die Nato streitet weiter über einen Einsatz des Militärbündnisses in Libyen. Bei einer Sondersitzung konnten sich die Nato-Botschafter in Brüssel zunächst nicht auf ein Mandat zur Überwachung der Flugverbotszone in Libyen einigen. Mehrere Länder hätten Bedenken. Die Sitzung soll am Abend fortgesetzt werden.

+++ 17. 55 US-Armee: Angriffe durch Resolution gedeckt +++
Ein hochrangiger US-Vertreter hat die Militäraktion seitens der USA und der alliierten Streitkräfte in Libyen verteidigt. Die Luftschläge seien durch die UN-Resolution gerechtfertigt, sagte er in Reaktion auf Kritik der Arabischen Liga. Einem französischen Militärsprecher zufolge waren am Sonntag 15 französische Flugzeuge über Libyen im Einsatz. Probleme seien nicht aufgetreten, es habe keinen Widerstand gegeben.

+++ 16.35 Briten wollen Nato das Kommando geben +++
Das Kommando über den Militäreinsatz in Libyen soll nach dem Willen Großbritanniens möglichst schnell von den USA auf die Nato übergehen. "Ich hoffe, dass wir unter Nato-Kontrolle und unter Nato-Kommando kommen, auch wenn es keine Nato-Mission ist", sagte der britische Verteidigungsminister Liam Fox der BBC. Wichtige Nato-Mitglieder wie Deutschland und die Türkei beteiligen sich allerdings nicht an der Militäroperation. Eine zu starke Rolle der Nato könnte nach Auffassung von Fox speziell arabische Länder davon abhalten, sich militärisch zu beteiligen.

+++ 16.05 Arabische Liga kritisiert zivile Opfer +++
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, hat Kritik am Einsatz der westlichen Militärallianz in Libyen geübt. Mussa, der die Mitgliedstaaten der Liga in der vergangenen Woche dazu gedrängt hatte, eine UN-Resolution für eine Flugverbotszone über Libyen zu unterstützen, sagte in Kairo: "Für den Schutz der Zivilisten braucht man keine Militäroperationen. Wir haben von Anfang an lediglich die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert, um die Zivilisten zu schützen, und um weitere Entwicklungen zu vermeiden."

+++ 15.15 US-Armee: Ziel ist nicht der Sturz Gaddafis +++
Der Militäreinsatz in Libyen dient nach den Worten von US-Generalstabschef Michael Mullen nicht dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Ziel sei es, die libysche Zivilbevölkerung zu schützen. Um die Kampfkraft der Gaddafi-Truppen zu schwächen, plane die internationale Koalition, deren Nachschublinien anzugreifen. "Seine Truppen sind recht gut verteilt zwischen Tripolis und Bengasi", sagte Mullen mit Blick auf die Hauptstadt im Westen des Landes und die Rebellenhochburg im Osten. Ab Montag werde versucht, den logistischen Nachschub zu unterbrechen. "Wir sind jetzt in einer Situation, in der das, was wir machen, zum Teil davon abhängt, was er macht", fügte Mullen mit Blick auf Gaddafis Strategie hinzu.

+++ 14.43 Gaddafis Truppen im Zentrum von Misrata +++
Gaddafis Truppen sind nach Augenzeugenberichten in das Zentrum der von Rebellen gehaltenen Stadt Misrata eingedrungen, die etwa 200 Kilometer östlich von Tripolis liegt. Mehrere Menschen seien bei den Gefechten getötet worden, sagt ein Anwohner. Ein Sprecher der Rebellen sagt, im Stadtzentrum seien Panzer eingedrungen. "Es gibt so viele Opfer, dass wir sie nicht zählen können."

+++ 14.30 Moskau kritisiert zivile Opfer +++
Russland kritisiert scharf die Bombardierung strategischer Objekte wie Brücken beim internationalen Militäreinsatz gegen Libyen. Solche Luftschläge seien von der jüngsten UN-Resolution nicht gedeckt, erklärte das Außenministerium in Moskau. Ziel der Resolution sei der Schutz der Zivilbevölkerung in dem nordafrikanischen Land. Durch Luftschläge auf Brücken und andere nicht rein militärische Ziele seien bereits mindestens 48 Zivilisten getötet worden.

+++ 14.18 Fox hofft auf arabische Beteiligung +++
Der britische Verteidigungsminister Liam Fox hofft auf eine baldige arabische Beteiligung an dem Militäreinsatz gegen Gaddafi. Er hoffe, dass sich noch am Sonntag, spätestens aber am Montag der erste arabische Staat an der Militäraktion beteilige. "Ich glaube, es ist sehr wichtig für die öffentliche Meinung in der arabischen Welt, zu zeigen, dass nicht nur der Westen handelt, sondern dass eine internationale Koalition handelt", sagte er.

+++ 13.54 Libyen verteilt Waffen  +++
Die libysche Regierung verteilt einer Meldung der Nachrichtenagentur Jana zufolge Waffen an eine Million Männer und Frauen. Die staatliche Agentur beruft sich auf Angaben aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.

+++ 13.41 US-Flieger greifen Gaddafi-Truppen an +++
US-Tarnkappenbomber greifen nach Angaben des TV-Senders CNN libysche Truppen an. Unter Berufung auf das Pentagon berichtet CNN, dass insgesamt 19 Kampfflugzeuge, darunter auch mehrere Stealth-Tarnkappenbomber, Attacken auf Bodentruppen des Gewaltherrschers fliegen. Zugleich berichtete eine Korrespondentin des Senders aus Libyen, die Angriffe von Gaddafi-Einheiten auf die Rebellenhochburg Bengasi sei zum Stillstand gekommen. Seit Beginn der Alliierten-Operation habe es keine nennenswerten Attacken auf die Stadt in Ost-Libyen gegeben.

+++ 13.14 Rotes Kreuz warnt vor Folgen für Zivilisten +++
Das Rote Kreuz ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Auch die internationalen Streitkräfte wurden eindringlich ermahnt, bei ihren Luftangriffen die Bevölkerung zu schonen. Das Internationale Komitee zeigte besorgt, dass durch die Verstärkung der Kampfmaßnahmen immer mehr Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen würden. "Es muss immer zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden werden", heißt es.

+++ 13.10 Indien bedauert Luftangriffe +++
Indien hat die Luftangriffe auf Stellungen in Libyen bedauert und zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen. Die Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft dürften die schwierige Lage des libyschen Volkes nicht noch weiter verschärfen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Neu Delhi. Indien gehört dem UN-Sicherheitsrat als nichtständiges Mitglied an und hatte sich wie Deutschland bei der Abstimmung über die Errichtung eines Flugverbots über Libyen im Rat enthalten

+++ 12.44 Papst in Sorge um Libyen +++
Papst Benedikt XVI. ist in großer Sorge angesichts des Konflikts in Libyen und ruft zum Schutz der Zivilisten dort auf. Nach dem Angelus-Gebet richtete Benedikt in Rom den eindringlichen Appell "an alle, die politisch und militärisch Verantwortung tragen, vor allem die Unversehrtheit und die Sicherheit der Bürger im Auge zu haben". Außerdem müsse der Zugang zu humanitärer Hilfe gewährleistet sein, verlangte der Papst. "Ich verfolge die jüngsten Ereignisse mit großer Sorge und bete für alle, die in die dramatischen Ereignisse verwickelt sind", sagte Benedikt.

+++ 12.35 Westliche Angriffe bisher erfolgreich +++
Laut US-Generalstabschef Mike Mullen haben die westlichen Luftangriffe eine Offensive von Gaddafis Truppen gegen Rebellen in Bengasi erfolgreich gestoppt. Es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich noch libysche Flugzeuge in der Luft befänden. Damit sei die Flugverbotszone faktisch durchgesetzt. Er habe zudem bisher keine Berichte über zivile Opfer gesehen, sagt Mullen er dem Fernsehsender NBC. Die Ziele der Militäraktion seien begrenzt, es gehe nicht um die Vertreibung Gaddafis.

+++ 12.31 Mindestens 90 Tote bei Kämpfen +++
Bei den heftigen Kämpfe zwischen  Aufständischen und Regierungstruppen sind am Freitag und Samstag in  der libyschen Küstenstadt Bengasi mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. In dem Krankenhaus Dschala im Zentrum der Rebellenhochburg seien die Leichen von 85  Aufständischen und Zivilisten eingeliefert worden, sagte ein Arzt nun der Nachrichtenagentur AFP. Auch die Leichname von neun  Kämpfern von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi wurden in das  Krankenhaus gebracht.

+++ 11.59 Frankreich setzt Luftangriffe fort +++
Frankreich nimmt seine Luftangriffe auf Libyen wieder auf. Mehrere Kampfflugzeuge vom Typ Rafale und Mirage 2000 hätten am Morgen Libyen überflogen und Panzer von regierungstreuen Truppen angegriffen, berichteten Militärkreise. Die genauen Einsatzorte waren zunächst nicht bekannt.

+++ 11.40 Gaddafi-Truppen beschießen Misrata +++
Die Truppen des libyschen Machthabers setzen ihre Angriffe auf das von ihnen eingeschlossene Misrata fort. Die Stadt würde von drei Seiten mit Artilleriegeschützen beschossen, sagte ein Bewohner der BBC. Wohngebiete lägen unter schwerem Feuer.

+++ 11.29 Gaddafi droht mit langem Krieg +++
Libyens Machthaber Muammar Gaddafi  zeigt sich nach Beginn des Militäreinsatzes der westlichen Staatengemeinschaft kämpferisch. "Wir werden unser Land nicht verlassen und wir werden es befreien", sagte er in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Die Luftangriffe der westlichen Koalitionstruppen würden in jedem Fall abgewehrt. Seine Bodentruppen würden erfolgreich sein, sagte Gaddafi weiter. Alle Libyer trügen nun Waffen, um das Land zu verteidigen. Libyen bereite sich auf einen langen Krieg vor.

+++ 11.13 Generalinspekteur a.D. skeptisch +++
Harald Kujat, Bundeswehr-Generalinspekteur a.D., äußert sich bei n-tv skeptisch über den Einsatz in Libyen. Es seien sehr viele Fragen offen. "Wie weit geht der Einsatz? Was machen wir, wenn Gaddafi seine Truppen zurückzieht? Was passiert, wenn die  Aktion nicht dazu führt, dass das Regime Gaddafi zurücktritt?", fragt Kujat.

+++ 10.40 Mindestens 14 Regime-Kämpfer getötet +++
Mindestens 14 Tote liegen um die ausgebrannten Militärfahrzeuge entlang der strategisch wichtigen Straße zwischen der Rebellenhochburg Bengasi und Adschdabija im Osten Libyens, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Nach den Luftangriffen der westlichen Alliiertentruppen zeigt die Straße, auf der Gaddafi-Truppen nach Benghasi vorgerückt sind, ein Bild der Zerstörung. Die Munition der ausgebrannten Fahrzeuge explodiert noch immer.

+++ 10.23 Gaddafi positioniert Scharfschützen +++
Gaddafi-Truppen positionieren Scharfschützen auf den Dächern von mindestens drei Häusern im Zentrum der von Aufständischen besetzten Stadt Misurata, wie ein Bewohner berichtet. "Sie scheinen bereit zu sein, auf alles zu feuern, was sich bewegt", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. In Misurata sei es heute bisher ruhig, Gaddafis Truppen umzingelten jedoch weiterhin die Stadt.

+++ 10.05 Ruhe nach erster Angriffswelle +++
N
ach der ersten Angriffswelle gegen Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist die Lage in den Städten Tripolis und Bengasi derzeit ruhig.

+++ 9.02 Russland bedauert Angriffe +++
Russland distanziert sich vom internationalen Militäreinsatz gegen Libyen. "Wir bedauern diesen bewaffneten Einsatz im Rahmen der UN-Resolution 1973, die in Eile beschlossen wurde", teilte das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite mit. Russland rufe zu einer baldigen Waffenruhe auf. "Das Blutvergießen muss schnell gestoppt werden, und Libyen muss schnell den Dialog aufnehmen, damit der Konflikt auf Dauer gelöst werden kann." Russland hatte sich - wie Deutschland - bei der Abstimmung über die Resolution im UN-Sicherheitsrat enthalten.

+++ 8.44 Sorge um Gaddafis Giftgas-Vorräte +++
Westliche Staaten sorgen sich  einem Medienbericht zufolge um Giftgas-Vorräte von Machthaber Gaddafi. Mit Überwachungssatelliten werde ein Gebäude in einem abgelegenen Ort in der libyschen Wüste beobachtet, in dem rund zehn Tonnen Senfgas in mehreren Fässern aufbewahrt würden, berichtete die "Washington Post". Die Fässer seien südlich der Stadt Sirte gelagert. Westliche Regierungsbeamte befürchten offenbar, Gaddafi könne das Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzen.

+++ 7.58 TV: USA bombardieren Flugplatz +++
Drei US-Tarnkappenbomber werfen nach Angaben des Fernsehsenders CBS bei dem Militäreinsatz 40 Bomben auf einen bedeutenden libyschen Flugplatz, der jedoch nicht näher identifiziert wurde. Ein Sprecher des Pentagon erklärte, ihm lägen keine Informationen über einen solchen Angriff vor.

+++ 06.07 Britische Luftwaffe fliegt auch Angriffe +++
An den Luftangriffen auf Ziele in Libyen haben sich auch britische Kampfflugzeuge beteiligt. Mehrere Tornados der Royal Air Force feuerten Lenkflugkörper der Marke Stormshadow ab, sagte der britische Armeesprecher John Lorimer. Die Kampfjets seien bei ihrem Einsatz von der ostenglischen Luftwaffenbasis Marham gestartet und nach ihrem 4800 Kilometer langen Flug dorthin zurückgekehrt.

+++ 4.15 China: Libyen braucht rasche Stabilität +++
China äußert Bedauern über den Militäreinsatz gegen Libyen. Eine Eskalation und Todesopfer müssten vermieden werden, teilte das chinesische Außenministerium mit. Das Land sollte so schnell wie möglich seine Stabilität wieder erlangen. China hatte sich bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Libyen-Resolution wie Deutschland der Stimme enthalten.

+++ 03.17 Erneute Beschüsse von Tripolis +++
Das libysche Staatsfernsehen berichtet von neuen Beschüssen auf Teile der Hauptstadt Tripolis. Die Angriffe der "feindlichen Kreuzritter" gingen weiter, hieß es.

+++ 02.34 Staatsfernsehen: 48 Tote bei Alliierten-Angriffen +++
Bei der Militäraktion der westlichen Koalitionstruppen in Libyen sind dem Staatsfernsehen zufolge 48 Menschen getötet worden. 150 Personen seien bei den Beschüssen verletzt worden. Betroffen seien die Hauptstadt Tripolis sowie die Städte Sirte, Benghasi, Misrata und Suwara.

+++ 01.48 Luftangriff auf Tripolis gemeldet +++
Die libysche Hauptstadt Tripolis ist am frühen Sonntagmorgen aus der Luft angegriffen worden. Die  Luftabwehr der Stadt war in Aktion, berichtet ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Es seien Bombenexplosionen zu  hören.

+++ 01.00 Chávez: Der Westen will Libyens Öl +++
Die USA und ihre Verbündeten sind laut Venezuelas Staatschef Hugo Chávez nicht am Leben der Menschen in Libyen interessiert, sondern an den Ölvorkommen des Landes. Das sagt Chávez in einer vom Fernsehen übertragenen Rede und fordert eine sofortige Waffenruhe. "Es ist bedauerlich, mehr Tod und mehr Krieg, sie (die USA) sind die Herren des Krieges. (...) Was für eine Unverantwortlichkeit."

+++ 00.40 Libyen fordert Notsitzung des Sicherheitsrats +++
Libyen hat nach dem Beginn der internationalen Militäraktionen gegen die Truppen von Machthaber al-Gaddafi eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York gefordert. Nach den westlichen Angriffen sei die UN-Resolution 1973 nicht länger gültig, erklärt das Außenministerium in Tripolis.

                    20. März 2011

+++ 23.29 Gaddafi: Mittelmeerraum jetzt Kriegsgebiet  +++
Der libysche Machthaber al-Gaddafi bezeichnet die internationale Militäroperation gegen seine Truppen als "Auslöser eines zweiten Kreuzfahrerkrieges". In einer kurzen Ton-Botschaft im libyschen Staatsfernsehen droht er: "Das Mittelmeer wird zum Schlachtfeld werden. Das libysche Volk ist bereit, die Kreuzritter zu bekämpfen. Wir werden die Waffenlager für alle Libyer öffnen." Der Mittelmeerraum und Nordafrika seien jetzt Kriegsgebiet. Die Länder Afrikas, aus dem arabischen Raum, Lateinamerikas und Asiens ruft er auf, dem libyschen Volk im Kampf gegen den Feind beizustehen.

+++ 23.05 Frankreich dementiert Kampfjetabschuss +++
Das libysche Staatsfernsehen vermeldet den Abschuss eines französischen Kampfflugzeugs in der Region von Tripolis durch die nationale Flugabwehr. Die französische Armee dementiert die Berichte umgehend.

+++ 21.45 Libyen: Zivile Ziele wurden getroffen +++
Nach Angaben der libyschen Staatsmedien sind bei den Luftangriffen der internationalen Koalition zahlreiche zivile Ziele getroffen worden. Die offizielle Nachrichtenagentur Jana zitiert einen Sprecher der libyschen Streitkräfte, wonach es Verletzte gab. Im Staatsfernsehen sagte ein Militärsprecher, Treibstofftanks seien in der Region der Stadt Misrata getroffen worden. Zuvor hatten Augenzeugen von schweren Explosionen im Osten der Hauptstadt Tripolis berichtet.

+++ 21.37 USA feuern über 100 Raketen ab +++
Die USA haben nach eigenen Angaben die libysche Luftüberwachung beschossen. Insgesamt seien etwa 110 Tomahawk-Raketen auf libysche Ziele abgefeuert worden, hieß es in US-Kreisen. Präsident Barack Obama hatte zuvor erklärt, dass die USA eine Militäraktion in Libyen begonnen haben. Es handele sich um eine begrenzte Aktion, sagte der US-Präsident während eines Besuchs in Brasilien. Die USA könnten nicht untätig bleiben, wenn ein Tyrann seinem eigenen Volk androhe, keine Gnade walten zu lassen.

+++ 21.04 Gaddafi-Anhänger als menschliche Schutzschilde in Tripolis +++
Mehrere Hundert Anhänger des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben sich in Bab al-Asisija, einer Vorstadt von Tripolis, versammelt. Sie wollten auf diese Weise die Residenz Gaddafis gegen Angriffe französischer Militärjets "schützen", berichtete eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus der libyschen Hauptstadt. Gaddafi lebt in einem Zelt in der Militärgarnison der Vorstadt. Auch n-tv Korrespondentin Antonia Rados berichtete von Gaddafi-Anhängern, die sich angeblich freiwillig als menschliche Schutzschilde in der Hauptstadt versammeln.

+++ 20.57 Medien: US-Kriegsschiff feuert Marschflugkörper auf Ziele in Libyen +++
Ein US-Kriegsschiff bombardiert Ziele in Libyen mit Marschflugkörpern. Das berichten US-Medien unter Berufung auf Pentagonvertreter. Der britische Premierminister Cameron gibt in London bekannt, dass auch die Streitkräfte seines Landes inzwischen in Libyen im Einsatz seien. Die Militäraktion sei "notwendig, legal und richtig", sagte der Regierungschef.

+++ 20.47 CNN: US-Armee schießt auf Gaddafi-Truppen +++
Der US-Nachrichtensender CNN meldet, die US-Armee habe Raketen auf Gaddafi-Truppen abgefeuert. Der Sender beruft sich auf Informationen aus Verteidigungskreisen.

+++ 20.20 Frankreich will weitere Aktionen durchführen +++
Frankreich hat weitere Militäraktionen in Libyen angekündigt. Die Maßnahmen würden in den kommenden Tagen fortgesetzt, bis sich Machthaber Muammar Gaddafi an die UN-Resolution halte.

+++ 19.25 Französische Jets bombardieren Panzer +++
Bei Luftangriffen französischer Kampfjets auf Ziele in Libyen sind nach arabischen Medienberichten vier Panzer der libyschen Regierungstruppen getroffen worden. Die Panzer seien am Rande der Aufständischen-Hochburg Bengasi im Osten des Landes bombardiert worden, berichtete der arabischen Fernsehsender Al-Dschasira.

+++ 19.19 Russland bedauert Militäraktion +++
Russland steht dem militärischen Eingreifen in Libyen skeptisch gegenüber. "Moskau bedauert die Militäraktion", teilte das Außenministerium mit.

+++ 19.15 Libyen dementiert Angriffe +++
Die libysche Führung hat erneut Berichte über Angriffe ihrer Truppen auf die Aufständischen-Hochburg Bengasi dementiert. Außenminister Kussa sagte vor der Presse in Tripolis: "Wir halten uns vollständig an die von uns verkündete einseitige Waffenruhe und das Ende aller Militäroperationen." Die Angriffe auf die "bewaffneten Banden im Osten des Landes" seien eingestellt worden. Damit habe Libyen die UN-Resolution 1973 erfüllt, fügte er hinzu.

+++ 18.11 Frankreich gibt ersten Schuss ab +++
Frankreich hat nach eigenen Angaben in Libyen erstmals Waffengewalt eingesetzt. Um 17.45 Uhr MEZ sei ein erster Schuss auf ein Fahrzeug am Boden abgegeben worden, erklärte das Verteidigungsministerium. Einem Sprecher zufolge sind etwa 20 Kampfjets in die Operation eingebunden. Das Einsatzgebiet liege etwa 100 bis 150 Kilometer von der Rebellenhochburg Benghasi entfernt.

+++ 18.05 Frankreich schickt Flugzeugträger +++
Frankreich wird seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" am Sonntag vom Mittelmeerhafen Toulon aus nach Libyen schicken. Das gab das Verteidigungsministerium bekannt. Zuvor hatte Präsident Sarkozy erklärt, der internationale Militäreinsatz gegen Libyen habe begonnen; französische Rafale-Kampfjets überflogen nach Angaben eines Armeevertreters das "gesamte libysche Territorium".

+++ 17.37 Obama ruft zum Schutz des libyschen Volkes auf +++
US-Präsident Obama hat die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft für ein Eingreifen in Libyen bekräftigt. "Das libysche Volk muss beschützt werden", sagte Obama nach einem Treffen mit der brasilianischen Präsidentin Rousseff. Ohne ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Zivilisten sei die Koalition bereit, mit Dringlichkeit zu handeln.

+++ 17.03 Italien stellt Stützpunkte zur Verfügung +++
Italien stellt nach den Worten von Ministerpräsident Berlusconi derzeit nur Luftstützpunkte für den Einsatz über Libyen bereit. Die italienische Luftwaffe könne sich aber zu einem späteren Zeitpunkt notfalls auch direkt beteiligen. Der Nato-Stützpunkt in Neapel könnte das Kommandozentrum des Einsatzes werden. Italienische Flugzeuge haben nach einem Bericht von Al-Arabija aber zumindest Aufklärungsflüge über Libyen aufgenommen. Das Land war früher eine italienische Kolonie.

+++ 16.45 Merkel bietet indirekte Hilfe an +++
Deutschland will sich am Libyen-Einsatz nur indirekt beteiligen, indem die Bundeswehr die Nato in Afghanistan stärker entlastet. Außerdem sollen für den Libyen-Einsatz die US-Stützpunkte in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Das kündigte Bundeskanzlerin Merkel nach dem Libyen-Sondergipfel in Paris an. Ziel sei es, den Krieg des libyschen Machthabers Gaddafi gegen sein eigenes Volk zu beenden und eine Waffenruhe zu erreichen, sagte sie. "Deutschland hatte gegen Teile der UN-Resolution Bedenken. (...) Aber jetzt gilt die Resolution, und wir wollen, dass sie erfolgreich durchgesetzt wird", sagte Merkel.

+++ 15.54 Alliierte Flugzeuge greifen Gaddafis Truppen an +++
Die Umsetzung des vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Flugverbots über Libyen beginnt. Flugzeuge der internationalen Staatengemeinschaft sind nach Aussage von Frankreichs Präsident Sarkzoy bereits dabei, Angriffe der libyschen Armee in Benghasi zu stoppen. Dies sagte Sarkozy nach einem Gipfel in Paris, wo er mit Staats- und Regierungschefs die Umsetzung der UN-Flugverbotszone besprochen hatte. Das Flugverbot wird neben französischen Kampfjets auch von britischen und kanadischen Militärjets abgesichert. Das berichtete der französische TV-Sender BFMT-TV. Ihr Auftrag sei zunächst die Aufklärung. Sie hätten aber auch Befehl einzugreifen, um libysche Truppenmanöver zu unterbinden.

+++ 15.45 Libyen fordert internationale Beobachter +++
Die libysche Führung hat UN-Generalsekretär Ban gebeten, die von ihr ausgerufenen Waffenruhe durch internationale Beobachter überwachen zu lassen. Außenminister Kussa sagte, dies sei auch geschehen, um die eigene Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen. Libyen habe zudem seine Bereitschaft unterstrichen, die Resolution des UN-Sicherheitsrats anzuerkennen und entsprechende Botschaften an die Mitglieder des Gremiums sowie an Ban gerichtet. "Auf diese Weise hat Libyen alle seine Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft erfüllt", fügte Kussa hinzu.

+++ 15.10 Französische Kampfjets über Bengasi +++
Französische Kampfflugzeuge überfliegen nach Informationen des französischen TV-Senders BFMT-TV die libysche Aufständischen-Hochburg Bengasi. Dort gibt es heftige Gefechte der Rebellen mit Einheiten des libyschen Diktators Gaddafi. Rafale-Kampfjets seien zu Aufklärungszwecken über das "gesamte libysche Territorium" geflogen, bestätigte ein französischer Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP. Eine am Donnerstag bechlossene UN-Resolution erlaubt, in Libyen eine Flugverbotszone und eine Waffenruhe "mit allen nötigen Maßnahmen" durchzusetzen.

+++ 14.43 Kanada macht Druck für schnellen Einsatz +++
Kanadas Regierung spricht sich für einen schnellen Beginn eines Libyen-Einsatzes aus. Es seien bereits kanadische Kampfflugzeuge in der Region, die für die Vorbereitung eines Angriffs zwei Tage benötigen, sagt ein Sprecher.

+++ 14.40 Tausende Einwohner Bengasis fliehen +++
Wegen der anhalten Kämpfe um Bengasi flüchten tausende Bewohner aus der Stadt. Die Flüchtlinge versuchen in Richtung Tobruk und der nägyptische Grenze zu entkommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ist eine große schwarze Rauchwolke zu sehen. Vor Tankstellen und Bäckereien hätten sich lange Warteschlangen gebildet.

+++ 14.03 Sondergipfel in Paris beginnt +++
Spitzenpolitiker aus aller Welt kommen in Paris zusammen, um nach dem grünen Licht des UN-Sicherheitsrates für militärische Zwangsmittel über das weitere Vorgehen gegen Libyens Machthaber Gaddafi zu beraten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an dem Sondergipfel im Élyséepalast teil.

+++ 13.53 Rebellen: Angriff abgewehrt +++
Die Rebellen in Libyen wehren nach eigenen Angaben einen Angriff von Regierungstruppen auf Bengasi ab. Ein Sprecher der Aufständischen sagt, es seien vier Panzer erbeutet worden.

+++ 13.22 Großbritannien verlegt Kampfflugzeuge  +++
Großbritannien beginnt in Vorbereitung eines militärischen Eingreifens mit der Verlegung von Kampfflugzeugen in den Mittelmeerraum. An dem Einsatz sollen Maschinen der Typen Tornado und Eurofighter beteiligt sein, berichtet die BBC. Außerdem sollen Aufklärungsflugzeuge der Typen Nimrod und Sentinel sowie VC-Tankflugzeuge in Stellung gebracht werden.

+++ 12.51 Öl-Produktion bricht ein +++
Die Öl-Produktion in Libyen fällt nach Angaben der Regierung von 1,6 Millionen Barrel pro Tag vor der Krise auf weniger als 400.000.

+++ 11.52 Gaddafi: UN-Beschluss ungültig +++
Der libysche Machthaber Gaddafi bezeichnet in Briefen an führende Weltpolitiker den Weltsicherheitsratsbeschluss zur Verhängung eines Flugverbots über Libyen als "ungültig". "Die Resolution steht im Widerspruch zur UN-Charta, die jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Mitgliedslandes verbietet", hieß es in dem Schreiben, das der libysche Regierungssprecher Mussa verliest.

+++ 10.47 Rebellen: Brauchen schnell Hilfe +++
Nach Meinung des Rebellenchefs Mustafa Abdel Dschalil muss die internationale Gemeinschaft schnell reagieren, um die Zivilisten vor den Angriffen der Truppen von Gaddafi zu schützen. Derzeit würden alle Stadtteile von Bengasi beschossen, sagt Dschalil dem Fernsehsender Al Dschasira. Die internationale Gemeinschaft sei bereits spät dran. Falls man heute nicht die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates umsetze, werde es in Bengasi eine Katastrophe geben.

+++ 10.22 Paris: Müssen schnell agieren +++
Die internationale Gemeinschaft muss nach Angaben aus französischen Regierungskreisen bei Libyen schnell reagieren. "Es ist klar, dass wir schnell agieren müssen", hieß es in Paris. Die französische wie auch die britische Regierung wollten dazu offiziell keine Stellung nehmen.

+++ 09.46 Dänemark schickt Kampfflugzeuge +++
Dänemark schickt sechs Kampfflugzeuge des Typs F-16 für einen Libyeneinsatz nach Sizilien. Zuvor hatte das Parlament in einer Nachtsitzung einstimmig der Beteiligung an einem internationalen Einsatz zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen zugestimmt. Verteidigungsministerin Gitte Lillelund Bech erklärt, vier F-16 seien ab Sonntag einsatzbereit. Die anderen stünden als Reserve bereit.

+++ 08.45 Al-Dschasira: Bengasi wird angegriffen ++
Das Stadtzentrum der Rebellen-Hochburg Benghasi wird laut dem Fernsehsender Al-Dschasira beschossen. Der Sender bezieht sich auf seinen Korrespondenten.

+++ 08.27 Flugzeug abgeschossen oder abgestürzt +++
Über der ostlibyschen Rebellenhochburg Bengasi wird möglicherweise ein Militärflugzeug abgeschossen. Reporter berichten, die Maschine sei abgestürzt und am Boden aufgeschlagen. Zu wem die Maschine gehört, ist unklar.

+++ 08.10 TV: Gaddafi-Truppen greifen Bengasi an +++
Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi erreichen einem Fernsehbericht zufolge die Rebellen-Hochburg Bengasi. Unter Berufung auf ihren Korrespondenten berichtet Al-Dschasira, die Streitkräfte befänden sich in den westlichen Vororten der Stadt.

+++ 06.45 Luftangriff südwestlich von Bengasi +++
Das Gebiet südwestlich der libyschen Stadt Bengasi wird von einem Flugzeug aus angegriffen. Zwei Rauchwolken steigen über dem Gebiet auf. Der Flugzeuglärm war auch im Zentrum der Rebellenhochburg Bengasi zu hören.

+++ 05.55 Explosionen und Kampfjet in Bengasi zu hören +++
In der libyschen Rebellen-Hochburg Bengasi sind einem Reuters-Augenzeugen zufolge am frühen Samstagmorgen starke Explosionen zu hören. Sie seien stark genug gewesen, um Gebäude zum Beben zu bringen. Auch ein Kampfjet sei über der Stadt zu hören gewesen.

+++ 03.24 Gaddafi geißelt UN-Resolution +++
Nach Aussagen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi gibt es für die UN-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen keine Rechtfertigung. "Das ist unverhohlener Kolonialismus. Es gibt keine Rechtfertigung. Es wird ernsthafte Folgen für den Mittelmeerraum und Europa haben", sagte Gaddafi dem Fernsehsender Al-Dschasira.

+++ 02.17 Militäraktion Stunden nach Libyen-Gipfel möglich +++
Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud geht davon aus, dass eine internationale militärische Intervention gegen Libyens Machthaber Gaddafi "binnen Stunden" nach dem Sondergipfel zu Libyen beginnen wird. Der Gipfel findet am Samstag in Paris statt. An ihm nehmen alle wichtigen Teilnehmer der Aktionen und der diplomatischen Bemühungen teil. "Dies ist ein guter Moment,  um ein letztes Signal zu senden", sagt Araud der BBC.

+++ 01.33 Libysche Führung beklagt Rebellen-Angriffe +++
Die libysche Führung wirft den Aufständischen die Missachtung der Waffenruhe vor. Bei El Magrun rund 50 Kilometer südlich von Bengasi sollen die Rebellen regierungstreue Truppen angegriffen haben. "Bewaffnete Milizen haben vor wenigen Minuten angefangen zu schießen. Das Bombardement hält an", sagt der libysche Vize-Außenminister Chaled Kaaim in Tripolis. Angriffe der libyschen Armee schließt Kaaim wegen der Waffenruhe aus. Zur Überwachung der Waffenruhe müssten aber "so bald wie möglich internationale Beobachter" nach Libyen entsandt werden.

+++ 00.08 Uhr US-Botschafterin: Gaddafi verletzt Waffenruhe +++
Die Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi verletzen nach den Worten der US-Botschafterin bei der UNO, Susan Rice, die in der UN-Resolution verlangte Waffenruhe. Das sagt Rice gegenüber CNN. Die Donnerstagabend verabschiedete Resolution verlangt eine sofortige Waffenruhe und ein Ende aller Angriffe und verbietet zudem Flüge über Libyen.

                     19. März 2011

+++ 23.04 De Maizière von Militäraktion nicht überzeugt +++
Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) verteidigt erneut Deutschlands Enthaltung beim Votum über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat. "Obwohl das Herz eher dafür spricht, sagt der kühle Kopf - lieber nicht", sagt er im ZDF. "Wir sind von dieser militärischen Aktion nicht überzeugt." Eine Flugverbotszone sei eine militärische Intervention und schließe auch die Bombardierung des Landes mit ein: "Wenn die Luftwaffe ausgeschaltet ist und das Morden geht mit Panzern weiter, dann muss man gegebenenfalls Bodentruppen schicken und deswegen sagen wir: Bedenke das Ende."

+++ 22.39 Rebellen wollen Bengasi verteidigen +++
Die Führung der libyschen Rebellen fordert die Aufständischen zur Verteidigung der Tore von Bengasi auf. "Wir rufen unsere Soldaten und Offiziere auf, sich zu bewaffnen und sich nach El Malgrun zu begeben, um den Eingang von Bengasi zu verteidigen und Gaddafis Truppen zurückzudrängen", heißt es in einer im Radio verlesenen Erklärung. Dies solle möglichst "jetzt und schnell" geschehen. El Malgrun liegt rund 50 Kilometer südlich von Bengasi. Beobachtungen von AFP-Reportern zufolge machten sich anschließend dutzende Fahrzeuge mit jungen, bewaffneten Aufständischen auf den Weg in die Stadt.

+++ 22.18 Libyen lädt Beobachter ein +++
Die Regierung Muammar al-Gaddafi lädt internationale Beobachter ins Land ein, um die Einhaltung der Feuerpause zu überwachen, sagt der stellvertretende libyscheAußenminister Chalid Kaim. Zu der von den Vereinten Nationen beschlossenen Flugverbotszone heißt es, die gesamte libysche Luftwaffe habe schon seit zwei Tagen keine Einsätze mehr geflogen.

+++ 21.58 Bengasi: "Truppen marschieren nicht ein" +++
Die libyschen Truppen nahe der Rebellenhochburg Bengasi sollen nach Angaben der libyschen Regierung nicht in die Stadt vordringen. Dies sagt der stellvertretende Außenminister Chalid Kaim auf einer Pressekonferenz in Tripolis. Die Lage in Libyen ist derzeit enorm unübersichtlich.

+++ 21.49 Schwere Explosion in Bengasi zu hören +++
In der Rebellenhochburg Bengasi ereignete sich offenbar eine schwere Explosion. Reporter berichten, anschließend seien Flugabwehrgeschosse in demselben Bezirk der ostlibyschen Stadt zu hören gewesen.

+++ 21.17 Gaddafi-Truppen rücken auf Bengasi vor +++
Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi rücken dem TV-Sender Al-Dschasira zufolge trotz der erklärten Waffenruhe rasch auf die Rebellenhochburg Bengasi vor. Es fänden Kämpfe mit Aufständischen in den Ortschaften Al-Magrun und Sluk etwa 50 Kilometer von Bengasi entfernt statt.

+++ 20.38 "Militäreinsatz wäre illegitim" +++
Es ist illegitim, den libyschen Machthaber Gaddafi mit einem Militäreinsatz zu stürzen, . Jede legitimierte Regierung habe zunächst das Recht, gewaltsame Proteste niederzuschlagen - auch die libysche. "So bitter das ist." Den von Gaddafi angekündigten Waffenstillstand wertet er als eine taktische Maßnahme. "Er sitzt noch immer fest an der Macht, seine Position ist derzeit nicht gefährdet", meint der Professor.

+++ 19.53 Obama droht Gaddafi +++
US-Präsident Barack Obama fordert Libyens Machthaber Muammar Gaddafi eindringlich zu einer Waffenruhe auf. Andernfalls drohten militärische Konsequenzen, warn Obama. "Alle Angriffe auf Zivilisten müssen aufhören." Der Vormarsch auf die Rebellenhochburg Bengasi im Osten Libyens müsse ebenfalls beendet werden. Obama betont zugleich, dass die USA keine Bodentruppen in Libyen einsetzen würden.

+++ 19.24 Athen spricht mit libyschem Regierungschef +++
Athen fordert von Tripolis die sofortige Einstellung der Gewalt gegen die Opposition und damit die Einhaltung der Resolution des UN-Sicherheitsrates. Ministerpräsident Papandreou habe telefonisch mit dem libyschen Ministerpräsidenten Al-Baghdadi Ali Al-Mahmoudi gesprochen und ihm ausdrücklich gesagt, es sei Forderung der Internationalen Gemeinschaft, dass die Gewalt beendet wird.

+++ 18.57 Brasilien nicht von Resolution überzeugt +++
Brasilien begründet seine Enthaltung bei der Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat. Das Land habe Bedenken gegen die nun mögliche Gewaltanwendung. "Wir sind nicht davon überzeugt, dass der Einsatz von Gewalt (...) die Realisierung unseres gemeinsamen Zieles bringt - das sofortige Ende der Gewalt und den Schutz der Zivilbevölkerung", heißt es in der Stellungnahme der brasilianischen UN-Botschafterin Maria Luisa Viotti.

+++ 18.17 EU beschließt weitere Sanktionen +++
Die EU-Staaten beschließen Diplomaten zufolge weitere Sanktionen gegen Personen und Firmen aus Libyen. Die Außenminister der 27 EU-Staaten werden die Entscheidung, Vermögenswerte von elf weiteren Personen und neun Firmen einzufrieren sowie Reiseverbote zu erteilen, bei ihrer Sitzung am Montag absegnen, erklärt ein EU-Diplomatin Brüssel. Restriktionen gegen Ölfirmen wie die staatliche Libyan National Oil Company sollen von den EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am nächsten Donnerstag und Freitag gebilligt werden. Die Zahlungen aus der EU an die nationale Ölfirma sollen dann eingestellt werden.

+++ 17.37 Obama will sich äußern +++
US-Präsident Barack Obama kündigt an, sich um 19.00 Uhr MEZ zum aktuellen Konflikt in Libyen zu äußern.

+++ 17.17 Kanada schickt Kampfflugzeuge +++
An der Durchsetzung des UN-Flugverbots über Libyen wird sich auch Kanada beteiligen. Das Land werde sechs CF-18-Jagdbomber nach Europa entsenden, sagte Premierminister Stephen Harper. "Wenn al-Gaddafi sich nicht an die Resolution des Sicherheitsrates hält, werden die kanadischen Streitkräfte zusammen mit anderen gleichgesinnten Ländern diese Resolution durchsetzen", sagte er. Zudem werde eine kanadische Fregatte nach Libyen entsandt.

+++ 17.04 Rom will Nutzung seiner Luftwaffenbasen erlauben +++
Italien will nach Angaben von  Außenminister Franco Frattini seine Luftwaffenstützpunkte für mögliche militärische Aktionen gegen Libyens Führung zur Verfügung stellen. Die "aktive Beteiligung" Italiens inklusive der erlaubten Nutzung der Militärbasen sei bereits in Gang gesetzt worden, sagt Frattini in Rom.

+++ 16.38 Trotz Waffenstillstand: Misurata unter Beschuss +++
Die libysche Küstenstadt Misurata liegt offenbar auch nach einem vom Regime verkündeten Waffenstillstand unter schwerem Beschuss. "Ja, es gibt Artillerie- und Panzerfeuer", sagt ein Bewohner der Stadt am Telefon dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. "Von welchem Waffenstillstand wird da geredet? Es gibt keinen Waffenstillstand", empört er sich.

+++ 16.30 Clinton - UN-Resolution nur erster Schritt +++
Die Libyen-Resolution der Vereinten Nationen ist nach den Worten von US-Außenministerin Hillary Clinton nur ein erster Schritt. Die Staatengemeinschaft werde über weitere Aktionen gegen das nordafrikanische Land nachdenken müssen, sagt Clinton. Von der von Libyen angekündigten Feuerpause zeigt sich Clinton unbeeindruckt. Die Führung in Tripolis müsse Worten Taten folgen lassen. Die USA würden weiter auf den Rücktritt von Machthaber Muammar Gaddafi dringen.

+++ 16.00 Steinmeier unterstützt Kurs der Bundesregierung +++
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hält die vorsichtige Haltung der Bundesregierung gegenüber einem Militäreinsatz in Libyen für richtig. "Ob militärische Luftschläge dem Volk in Libyen wirklich helfen, daran kann man zu Recht Zweifel haben. Deshalb halte ich das Abstimmungsverhalten der Bundesregierung für verständlich und nachvollziehbar", erklärt Steinmeier. Deutschland hatte sich im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung zu einem Flugverbot und zu einem möglichen Militäreinsatz über Libyen enthalten.

+++ 15.51 Merkel - Reden mit NATO über AWACS-Einsatz +++
Die Bundesregierung erwägt eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes, um im Gegenzug einen deutschen Militäreinsatz in Libyen zu vermeiden. "Worüber wir mit der NATO im Gespräch sind, das ist die Frage, ob wir im Rahmen der Gesamtbelastung der NATO Aufgaben übernehmen könnten, zum Beispiel im Bereich von AWACS in Afghanistan", sagt Merkel. Darüber führten Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maiziere derzeit Gespräche mit der NATO. Deutsche Soldaten stellen einen großen Teil der Besatzungen der AWACS-Flugzeuge der NATO, die für die Luftraumüberwachung eingesetzt werden.

+++ 15.43 UN-Chef fordert Umsetzung der Libyen-Resolution +++
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft die Weltgemeinschaft auf, in der Libyen-Krise mit einer Stimme zu sprechen. Alle Mitgliedsstaaten müssten sich an der Umsetzung der vom Sicherheitsrat beschlossenen Libyen-Resolution beteiligen, fordert er. Mit dieser "historischen" Resolution habe die internationale Gemeinschaft ihre Entschlossenheit bewiesen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

+++ 15.14 Ashton reist zu Libyen-Gesprächen nach Paris +++
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Aston wird an diesem Samstag in Paris mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zusammentreffen. Ashton kündigt an, sie wolle in der französischen Hauptstadt auch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, und dem Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Jean Ping, sprechen. Frankreich hatte sich in den vergangenen Tagen besonders deutlich für eine Flugverbotszone über Libyen eingesetzt.

+++ 14.42 Rasmussen: Bedingungen für Eingreifen sind erfüllt +++
Die politischen Bedingungen für ein militärisches Eingreifen der Nato in Libyen sind nach Ansicht von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erfüllt. Die NATO werde jetzt "ihre Planungen abschließen, um geeignete Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution als Teil eines internationalen Vorgehens zu ergreifen", heißt es in einer Erklärung Rasmussens.

+++ 14.24 Ölpreise fallen +++
Die Ölpreise sinken nach der Ankündigung eines Waffenstillstands durch Libyen stark. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai fällt auf 113,67 US-Dollar. Das sind 1,22 Dollar weniger als am Vortag. Vor der Nachricht war Brent-Öl noch bis auf 116,20 Dollar gestiegen.

+++ 14.15 Nato noch nicht zu Libyen-Einsatz bereit +++
Die 28 Nato-Staaten sind noch nicht zu einem militärischen Eingreifen des Bündnisses in Libyen bereit. Nach Angaben von Diplomaten konnten sich die Nato-Botschafter in Brüssel nicht auf ein Mandat für einen Militäreinsatz einigen.

+++ 14.10 Libyen erkennt UN-Resolution an +++
Libyens Außenminister Mussa Kussa erklärt, sein Land werde die UN-Resolution anerkennen. Als Vollmitglied der Vereinten Nationen müsse Libyen die Resolution "gezwungernermaßen" akzeptieren.

+++ 13.44 Libyens Führung erklärt sofortige Waffenruhe +++
Der libysche Außenminister Mussa Kussa kündigt einen sofortigen Waffenstillstand an. Libyen sei bereit zum Dialog, sagt der Minister. Die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats zu einer Flugverbotszone über Libyen verurteilt er.

+++ 13.25 Spanien bietet NATO Stützpunkte an +++
Spanien wird der NATO im Falle eines Militäreinsatzes gegen Libyen die Luftwaffenstützpunkte Rota und Morón im Süden des Landes zur Verfügung stellen. Das kündigte Verteidigungsministerin Carme Chacón an. Spanien könne auch mit Schiffen und Flugzeugen zu einem solchen Eingriff beitragen, ergänzt sie. Über eine Beteiligung Spaniens müsse jedoch das Parlament abstimmen. "Wir tragen Verantwortung gegenüber dem libyschen Volk", sagt die Ministerin weiter. Der Stützpunkt Rota liegt nahe Cádiz; Morón befindet sich nahe Sevilla.

+++ 13.20 SPD uneins bei Libyen +++
Die SPD ist sich nicht einig bei der Frage, ob Deutschland die UN-Resolution für ein Flugverbot über Libyen hätte unterstützen sollen. Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich wirft der Bundesregierung nach ihrer Enthaltung im UN-Sicherheitsrat mangelnden Mut vor. Die Regierung hätte sich der Resolution anschließen sollen, weil Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi "mit mörderischer Konsequenz gegen seine eigene Bevölkerung vorgeht", sagt Mützenich. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte die Enthaltung Deutschlands im UN-Sicherheitsrat dagegen begrüßt und von einer Eskalationsgefahr gesprochen.

+++ 13.01 Belgien will Kampfflugzeuge schicken +++
Belgien ist zum Einsatz von sechs Kampfbombern des Typs F16 in Libyen bereit. "Eine breite Mehrheit" im Parlament werde diesem Einsatz zustimmen, sagt der belgische Außenminister Steven Vanackere. "Wir erwarten eine Anforderung der Nato", sagt Verteidigungsminister Pieter De Crem. Die sechs Kampfflugzeuge seien derzeit zu Übungen in Griechenland und könnten rasch eingesetzt werden, so De Crem.

+++ 12.58 Merkel: Libyen-Einsatz nicht ganz durchdacht +++
Kanzlerin Angela Merkel verteidigt die Enthaltung Deutschlands bei der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats zu Libyen. Sie glaube, dass eine Luftoperation über Libyen "nicht hundertprozentig durchdacht" sei, sagt Merkel nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unionsfraktion zur Lage in Libyen. "Wir wünschen unseren Bündnispartnern viel Erfolg, weil wir die gleichen politischen Ziele verfolgen. Aber wir sind halt anderer Ansicht, was die Erfolgsaussichten des Einsatzes angeht", wird sie zitiert. "Unsere Herzen sind schwer. Das ist keine leichte Entscheidung, aber man muss immer bedenken, was am Ende passiert."

+++ 12.55 Kämpfe in Misurat, Nalut und Sintan +++
Die Truppen des libyschen Machthabers  Muammar el Gaddafi setzen ihre Angriffe auf mehrere von den Rebellen kontrollierte Städte fort. Die Küstenstadt Misurata befinde sich seit Donnerstagabend unter heftigem Artilleriebeschuss, sagt ein Sprecher der Rebellen. Das Staatsfernsehen hatte am Donnerstag gemeldet, dass die rund 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegene Stadt von Regierungstruppen zurückerobert worden sei. Die Rebellen dementieren die Angaben. In Sintan, das sich ebenfalls noch unter Kontrolle der Rebellen befindet, gibt es Gefechte mit den Truppen Gaddafis. Ein Einwohner berichtet aus der 145 Kilometer südwestlich von Tripolis gelegenen Stadt, bei den seit Donnerstag andauernden Kämpfen habe es auf beiden Seiten Tote gegeben. "Gaddafi schickt unerfahrene junge Leute, die sich in der bergigen Region nicht auskennen. Seine Truppen haben bedeutende Verluste erlitten." In der Stadt Nalut, nahe der Grenze zu Tunesien, greifen Aufständische nach eigenen Angaben eine Stellung der Regierungstruppen vor der Stadt an.

+++ 12.48 Gipfeltreffen zur Lage in Libyen am Samstag +++
Frankreich beruft für Samstag einen internationalen Gipfel über die Lage in Libyen ein. Präsident Nicolas Sarkozy habe dazu auch Vertreter der arabischen Welt nach Paris gebeten, sagt der britische Premierminister David Cameron. Er selbst werde auch an dem Treffen teilnehmen.

+++ 12.28 Großbritannien mobilisiert Kampfflugzeuge für Libyen +++
Großbritannien stellt Tornado- und Eurofighter-Kampfflugzeuge für einen Libyen-Einsatz zur Verfügung. Sie würden in den nächsten Stunden auf Stützpunkte verlegt, von denen sie aus in Libyen operieren könnten, sagt Premierminister David Cameron.

+++ 11.55 Gaddafi-Truppen greifen Rebellen an +++
Unbeeindruckt von der internationalen Drohung mit Militärgewalt nimmt der libysche Machthaber Muammar Gaddafi die von Rebellen gehaltene Stadt Misurata wieder unter Beschuss.

+++ 11.47 Linke: Enthaltung bei Libyen-Resolution richtig +++
Die Linke stellt sich hinter die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat. "Deutschland hat im Weltsicherheitsrat die militärischen Entscheidungen nicht vorangetrieben", erklären die Vorsitzenden von Partei und Fraktion, Gesine Lötzsch, Gregor Gysi und Klaus Ernst. Sie kritisieren das Vorgehen des Sicherheitsrats scharf. Damit drohe aus dem Bürgerkrieg in Libyen ein "international geführter Krieg" zu werden. "So richtig es ist, Gaddafis mörderischem Treiben Einhalt zu gebieten, so falsch ist es, dies mit Krieg erreichen zu wollen", erklären sie. "Die Charta der Vereinten Nationen wird verletzt."

+++ 11.21 Deutschland will Awacs-Tausch wegen Libyen anbieten +++
Die Bundesregierung will nach Angaben aus Koalitionskreisen ihr Afghanistan-Engagement erhöhen, um den USA die Verlegung von Aufklärungskapazitäten für einen Libyen-Einsatz zu ermöglichen. Es sei geplant, dass sich Deutschland an der Awacs-Luftüberwachung über Afghanistan beteilige, heißt es. Dadurch könnten die USA eigene Awacs-Maschinen aus dieser Region für den Einsatz am Mittelmeer abziehen.

+++ 11.16 Libyen schließt seinen Luftraum +++
Die libysche Führung schließt nach Angaben  der europäischen Organisation für Flugsicherheit, Eurocontrol, den Luftraum über dem nordafrikanischen Land. "Tripolis erlaubt bis auf Weiteres keinen Luftverkehr", erklärte Eurocontrol.

+++ 11.06 Merkel sagt Termine ab +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt wegen der aktuellen Entwicklung zur Lage in Libyen ihre Teilnahme am Spitzentreffen mit den deutschen Wirtschaftsverbänden in München ab.

+++ 10.07 Westerwelle kündigt Regierungserklärung an +++
Der Bundesaußenminister will um 12.00 Uhr eine Regierungserklärung zur Libyen-Entscheidung des Sicherheitsrates abgeben.

+++ 10.22 Gespannte Ruhe in Tripolis +++
n-tv Korrespondentin Antonia Rados berichtet aus der libyschen Hauptstadt: In der Metropole ist noch alles ruhig.

+++ 10.05 Neue Angriffe auf Misurata +++
Gaddafi-Truppen nehmen die eingekesselte Stadt wieder unter Beschuss. Ungefähr 25 Panzer sollen an dem Angriff beteiligt sein. Misurata ist mit rund 400.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes.

+++ 09.59 Katar beteiligt sich an Militäraktion +++
Das Golfemirat kündigt als erstes arabisches Land an, sich an einem militärischen Vorgehen gegen Libyen zu beteiligen. "Der Staat Katar hat in Einklang mit der Resolution entschieden, sich an den internationalen Bemühungen zur Beendigung des Blutvergießens und zum Schutz der Zivilbevölkerung zu beteiligen", teilt das Außenministerium mit.

+++ 09.31 Deutschland macht nicht mit +++
Die Bundesrepublik wird nicht in einen Krieg gegen Libyen eintreten. "Wir sind in der Abwägung auch der Risiken zu dem Ergebnis gekommen, dass wir uns mit deutschen Soldaten an einem Krieg, an einem militärischen Einsatz in Libyen nicht beteiligen werden", erklärt Außenminister Westerwelle.

+++ 08.01 Öl verteuert sich +++
Die Rohstoffmärkte reagieren auf den drohenden Krieg gegen Libyen. Händler fürchten Produktionsausfälle. Die Öl-Sorten Brent und WTI legen deutlich zu.

+++ 00.27 Gaddafi droht mit der "Hölle" +++
Libyens Machthaber Gaddafi kündigt für den Fall von Angriffen Vergeltung an. Der Westen werde "nie wieder Frieden haben". Libyen werde der Welt das Leben "zur Hölle machen", die Länder der EU seien "Verräter".

                    18. März

+++ 23.35 Flugverbot über Libyen beschlossen +++
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution. Erlaubt sind Luftschläge und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz der Zivilbevölkerung. Nur der Einsatz von Bodentruppen ist ausgeschlossen. Zehn der 15 Mitgliedsstaaten stimmen der Resolution zu. Deutschland, Russland, China, Brasilien und Indien enthalten sich.

                     17. März 2011

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP