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Würth über sein Erfolgsrezept "Bin kein Faulpelz und kein Schweinehirte"

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In den Fünfzigerjahren übernahm Reinhold Würth das Schraubengeschäft seines Vaters. Er machte es zu einem Milliardenkonzern mit mehr als 78.000 Mitarbeitern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schrauben-Milliardär Würth gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Selbst mit 85 Jahren geht er noch fast täglich ins Büro. Was treibt ihn an? Mitarbeiter, die für ihn "durchs Feuer gehen", verrät der "Gnom" im Interview. Und der eiserne Wille, sein Unternehmen vor Größenwahn zu bewahren.

Reinhold Würth zählt zu den größten Unternehmern Deutschlands. Er hat mit Würth, einem Handelskonzern für Schrauben und Montagematerial, eine Hochleistungsorganisation aufgebaut, deren große Leidenschaft das Verkaufen ist. Weltweit macht Würth mit 78.000 Mitarbeitern 14 Milliarden Euro Umsatz. Was rät der Ausnahme-Manager anderen Unternehmern in der Krise?

"Vor allem darf man sich nicht verrückt machen lassen", sagt Würth im Podcast "Die Stunde Null". Und eine gute Verbindung mit den Mitarbeitern sei wichtig. Man müsse das Vertrauen der Belegschaft pflegen. Dann seien sie auch bereit, "mitzuhelfen und eine Krise zu bewältigen".

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Ausnahmeunternehmer Reinhold Würth

(Foto: picture alliance/dpa)

Respektvoll behandelt "gehen sie für einen durchs Feuer". In guten wie in schlechten Zeiten müsse man ein Vorbild sein, so Würth. "Mir kann niemand nachsagen, ich sei ein Faulpelz und würde wie ein Schweinehirte von hinten mit der Peitsche kommen. Ich habe immer versucht, die Fahne voraus zu tragen."

Reinhold Würth gründete sein Unternehmen in den 1950er Jahren. Noch heute im Alter von 85 ist er, wenn er in der Firmenzentrale Künzelsau und nicht unterwegs ist, jeden Tag im Büro - als Stiftungsaufsichtsrat. Und er wacht darüber, wie viel Umsatz gemacht wird.

"Wenn ich ins Büro komme, schaue ich als erstes, wie die Internetaufträge waren. Das ist mein Hobby", erzählt er. "Ich weiß genau, wie viele Aufträge in Japan, New Orleans und in Essen eingehen." Kann der Macher bei Würth etwa nicht loslassen? "Meine heutige Aufgabe sehe ich zu 80 Prozent darin, die Arroganz fernzuhalten. Das ist meine Mission", erklärt er.

"Das Unternehmen ist erfolgreich, die Menschen bewundern uns. Aber bescheiden zu bleiben, das ist wichtig. Die Mitarbeiter anzuhalten, in der Öffentlichkeit nicht den großen Zampano zu spielen, weil man für und mit Würth arbeitet. Ich möchte dieses Unternehmen davor bewahren, größenwahnsinnig zu werden."

Was Reinhold Würth vom Corona-Krisenmanagement der Kanzlerin hält, warum er auch heute noch am liebsten Briefe diktiert und warum er sich selbst als "Gnom" bezeichnet, hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, ddi