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Ufa-Chef Nico Hofmann "Wer sich küsst, muss sich testen lassen"

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Eine Szene des zweiten Teils des ZDF-Dreiteilers "Ku'damm 56".

(Foto: picture alliance / Stefan Erhard)

Mit strengen Hygienevorschriften hat die Filmbranche wieder mit Drehs begonnen. Filmproduzent und Regisseur Nico Hofmann verrät, wie das Arbeiten am Set aussieht. Worüber Produzenten und Sender sich in der Pandemie freuen, und warum Corona als Filmstoff erst in Jahren eine Rolle spielen wird.

Er verantwortete Produktionen wie "Der Tunnel", "Die Flucht", "Unsere Mütter, unsere Väter", "Ku'damm 56" oder "Charité". Er stand hinter Filmen wie "Der Junge muss an die frische Luft" - der Verfilmung der Biografie von Hape Kerkeling -, "Ich bin dann mal weg" oder "Der Medicus". Die Rede ist von Nico Hofmann, einem der wichtigsten Produzenten, Regisseure und Drehbuchschreiber des Landes.

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Produzent Nico Hofmann und Schauspielerin Alicia von Rittberg bei der Premiere der ARD-Serie "Charite" 2017.

(Foto: picture alliance / Jörg Carstens)

Der Shutdown hat die Filmbranche schwer getroffen, überall auf der Welt mussten Drehs gestoppt werden - allein Hofmann musste sechs Produktionen unterbrechen. Doch seit einigen Wochen geht es wieder los, mit strengen Hygienevorschriften. Die Bundesliga war Vorbild.

"Der Fußball hat uns die Blaupause geliefert", erzählte Nico Hofmann in dem Podcast "Die Stunde Null". Er habe sich mit dem Chef der DFL, Christian Seifert, darüber mehrmals ausgetauscht. Mit strengen Hygienevorschriften wurden die Produktionen dann auch aufgenommen. "Wir haben in Rekordzeit innerhalb von 14 Tagen die Arbeitsschutzrichtlinien verabschieden können, die Dreharbeiten wieder möglich machen."

Bei Produktionen im Studio etwa für RTL gibt es nun eine strenge Trennung zwischen Technik und Schauspielern, dazu Mundschutz, Fiebermessung und einen strengen Mindestabstand. Bei Filmen und Mehrteilern müssen ganze Gruppen von Schauspielern, vor allem in Hauptrollen, Quarantäneregeln einhalten wie im Fußball und sich testen lassen. "Um es ganz simpel zu sagen: Wenn geküsst wird und es körperliche Nähe gibt und sie sich mehrfach begegnen, wird es so gemacht", sagte Hofmann, der seit 2015 steht er an der Spitze der Produktionsgesellschaft Ufa steht.

Die Filmbranche hat zweischneidige Erfahrungen im Shutdown gemacht: Einerseits wurden die Drehs unterbrochen, was zu hohen Kosten führte. Auf der anderen Seite gab es eine starke Nachfrage nach Filmen und Serien. "Die Zugriffsraten waren exorbitant hoch", berichtet Hofmann. Allein die Serie "Unsere wunderbaren Jahre" sei in der Mediathek knapp elf Millionen Mal abgerufen worden. "Das sind schon gigantische Zahlen." Auch er selbst habe während des Shutdowns so viel Amazon Prime, Netflix und TV Now geschaut "wie noch nie zuvor, auch nachts".

Solidarität in der Krise

Hofmann berichtet, dass es während der Krise eine große Solidarität gegeben habe zwischen Produzenten und Sendern. Auch die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsministerium sei hervorragend gewesen, innerhalb kurzer Zeit hätte man für die vielen Selbstständigen in der Filmbranche Regeln für die Kurzarbeit gefunden.

Ob das Thema Corona für den Filmstoff schon eine Rolle spielt? Zumindest für die täglichen Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Unter uns" könnte das schon bald der Fall sein, wie Hofmann sagt. "Ich bin mir sicher, dass bei den täglichen Serien Corona in den kommenden Wochen eine Rolle spielen muss, da wird man in den Drehbüchern nicht drum herumkommen." Bei Filmen müsse man allerdings noch sechs bis sieben Jahre warten. Als Beispiel nannte er die Serie "Bad Banks", die erst ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise erschien.

Warum ein Land wie Neuseeland einer der wichtigsten Drehorte werden könnte, ob Animationsfilme noch wichtiger werden und warum Netflix mit seinen Produktionen im Shutdown mal wieder Vorteile hatte - all das erfahren Sie im Interview mit Ufa-Chef Nico Hofmann in dem Podcast "Die Stunde Null" direkt bei Audio Now, bei Apple oder Spotify oder über Google.

Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Wie verändert die Krise unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Podcast "Die Stunde Null - Deutschlands Weg aus der Krise" stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.

Quelle: ntv.de, ddi

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