Technik

Jeder hat das Zeug zum Star Karaoke 2.0

Vor Publikum Chart-Hits singen und sich wie ein Star fühlen - für viele gibt es kaum etwas Tolleres. Wer keine Karaoke-Bar in der Nähe findet, muss darauf trotzdem nicht verzichten. Hobbysänger von heute trällern im Internet und teilen Aufnahmen davon mit anderen Karaoke-Fans aus aller Welt. Immer mehr Dienste, die Songs zum Nachsingen bieten, stehen im Netz zur Verfügung.

Als Anlaufstelle für Karaoke-Begeisterte versteht sich die neue Plattform Mikestar aus Hamburg. Die Nutzer können aus der zwar noch kleinen, aber wachsenden Zahl von zuletzt 500 Titeln wählen, darunter Songs von Amy Winehouse, Jay-Z, Nirvana oder Pink. Aber auch Klassiker von Nena oder den Beatles sind verfügbar. Ein bisschen mehr Auswahl bietet der jüngst gestartete Dienst TalentRun: Rund 600 Titel sind nach Angaben der ebenfalls aus Hamburg stammenden Betreiber verfügbar. Alicia Keys, Nelly Furtado, Elvis Presley und Joe Cocker heißen einige der Vorlagengeber. Das Repertoire nimmt stetig zu, da das Portal sich die Rechte an vielen weiteren Stücken gesichert hat.

Ohne spezielle Software

Die technischen Anforderungen für das Internet-Karaoke sind nicht hoch: Computer, schneller Webanschluss, Browser und Mikro - mehr braucht es nicht, um sich auf der virtuellen Bühne zu präsentieren. Getreu dem Karaoke-Prinzip hauchen die Nutzer dem aus den PC-Boxen klingenden Instrumental-Playback und den auf dem Bildschirm angezeigten Versen mit ihren Stimmen Leben ein. Die Aufnahmen lassen sich mitschneiden. Ist eine Webcam vorhanden, kann auch ein selbst gedrehter Videoclip hochgeladen werden. Alle Funktionen sind direkt im Webbrowser aufrufbar, eine spezielle Software ist nicht nötig.

Anderen Nutzern steht es frei, die kreativen Ergüsse zu bewerten. Bei TalentRun können Community-Mitglieder sich sogar gegenseitig zu "Stars" und "Fans" erklären. Wer mag, misst sich zusätzlich mit anderen Interpreten in Wettbewerben mit frei wählbarem Motto. Den Sieger kürt das Publikum per Mausklick. Beide Portale sind für die Nutzer vorerst kostenlos. Geld wollen die Betreiber auf anderem Weg verdienen, zum Beispiel mit Karaoke-Wettbewerben, die von Partnerunternehmen gesponsert werden.

Ideengeber USA

Die Vorbilder für hiesige Portale stammen aus den USA. Dort bieten Karaoke-Dienste im Web ihren Nutzern schon länger die Möglichkeit, sich öffentlich die Seele aus dem Leib zu singen. Zu den bekanntesten zählen kSolo und SingSnap. Einige Funktionen sind bei beiden gratis, wer aber eine unbegrenzte Zahl von Aufnahmen speichern oder auch nur werbefreie Seiten sehen will, muss zahlen. Dafür ist das Angebot zum Teil viel größer: Bei SingSnap können Hobbysänger aus 15.000 Songvorlagen auswählen. Wer die Bedienung englischsprachiger Menüs scheut, findet aber auch hierzulande weitere Alternativen.

Portale wie Stimmenplanet mit Sitz in Reichelsheim und Musicway aus Kirchheim gehen jedoch einen etwas anderen Weg. Freizeitbarden können hier ebenfalls ihre Lieblingshits, aber zum Beispiel auch Witze zum Besten geben. Übertragen werden die Aufnahmen nicht per Mikro am Computer, sondern per Telefon. Bei Stimmenplanet kostet jeder Anruf einen Euro, bei Musicway sind es 99 Cent. Videos gibt es nicht, Musik- und Textvorlagen müssen in Eigenregie besorgt werden. Der Nachteil: Hat der Rechteinhaber eines Songs etwas gegen die Verwendung, müssen die Nutzer damit rechnen, dass ihre Beiträge wieder gelöscht werden. Darauf weist der Musicway-Betreiber hin.

Der Community-Gedanke wird auch bei den Telefon-Karaoke-Diensten nicht vernachlässigt. Bei den Nutzern beliebte Aufnahmen landen in den seiteninternen Charts, Rohrkrepierer werden virtuell mit Torten oder Eiern beworfen. Die Qualität der Beiträge schwankt bei allen Portalen tatsächlich stark. Einen "Karriereknick" muss aber niemand befürchten: Wer überzeugt ist, das Zeug zum Karaokestar zu haben, erhält im Internet immer wieder aufs Neue eine Chance.

Mit Playstation musizieren

Sich in den eigenen vier Wänden seiner Karaoke-Begeisterung auch offline hinzugeben, ermöglichen Musiktitel für Spielkonsolen. Sie sind praktisch für diejenigen, die gern mit Freunden oder auf Partys ihre Stars imitieren. Für die Playstations 2 und 3 gibt es die "SingStar"-Reihe, für die ein spezielles Mikro benötigt wird. Ausgaben für Genres wie Rock-Pop, R&B oder Aprs-Ski-Hits sind erhältlich. Nicht auf Sangeskunst, sondern auf die Fingerfertigkeit kommt es bei der "Guitar Hero"-Reihe an. Mit dem beigelegten Gitarren-Controller werden Rocksongs zum Besten gegeben. Der dritte Teil ist für alle aktuellen Spielkonsolen sowie für PC und Mac erhältlich.

Quelle: ntv.de