Panorama

Bis zu 35 Grad am Dienstag Der Sommer dreht nochmal richtig auf

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Vor dem kalendarischen Herbstanfang gibt es noch eine ordentliche Portion Sommer.

(Foto: dpa)

Der deutsche September-Rekord dürfte nicht fallen. Der ist mehr als 70 Jahre alt und liegt bei 36,5 Grad. Doch viel fehlt nicht, denn Hoch "Leiki" bringt Deutschland noch einmal eine Hitzewelle mit bis zu 35 Grad - bevor vor allem im Norden und Osten der große Absturz kommt.

Es dürfte das letzte große Aufbäumen des Sommers 2020 sein, bevor es ab Mitte der Woche einen klaren Dämpfer gibt. Zum Wochenende wird nachts teilweise sogar wieder Bodenfrost erwartet. In der ersten Wochenhälfte aber sieht es noch ganz anders aus: Stellenweise können die Nächte noch einmal tropisch warm ausfallen, also nicht mit Tiefstwerten unter 20 Grad.

Alles in allem ist die Hitze aber wesentlich weniger brutal als noch im August. Und auch die Dauer der Mini-Hitzewelle ist natürlich nicht zu vergleichen mit den heißen Augusttagen. Insofern sollten - wenn es die Zeit zulässt - die letzten Zuckungen des Hochsommers genossen werden. Denn die Abkühlung kommt schneller als es sich manch einer wünschen mag. Hier ist der Fahrplan dazu:

Dienstag: Hoch "Leiki" gibt alles und die Temperaturen erreichen den Höhepunkt

Deutschlandweit betrachtet sind wir am Gipfel der Temperaturen angekommen. Die Quecksilbersäulen klettern in zwei Metern Höhe und im Schatten - so die offizielle Norm für Wetterstationen - verbreitet auf 25 bis 34 Grad. Am heißesten wird es dabei in den Flussniederungen im Westen und Südwesten. Selbst 35 Grad sind hier nicht ganz auszuschließen. Am frischesten ist es noch an den Küsten. Aber die dortigen 25 Grad sind für Mitte September schon nicht schlecht. Da die Luft außerdem recht trocken ist, ist auch das Schauer- und Gewitterrisiko gering. Die Sonne dominiert, zumindest nach Auflösung lokaler Dunst- oder Nebelfelder.

Mittwoch: An den Alpen zucken Blitze, sonst dominiert die Sonne

Hoch "Leiki" verlagert sich langsam weiter ostwärts, und damit sind in Richtung Alpen ein paar Schauer und Gewitter möglich. Im großen Rest Deutschlands hallt das Hoch jedoch noch ordentlich nach: mit viel Sonne und Spitzenwerten zwischen 20 Grad an der Nordsee und 32 Grad am Rhein. In München reicht es dabei noch für 26 Grad, Hamburg dürfte an den 27 Grad kratzen und Berlin könnte die 30-Grad-Marke erreichen.

Donnerstag: "Leiki" geht, Hoch "Manfred" rückt nach

Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

Mit dem Wechsel der Hochs geschieht allerdings noch mehr, denn die Strömung dreht, und damit kommt Luft aus nördlichen Breiten nach Deutschland. Das wird bei den Temperaturen spürbar: Am Oberrhein sommert es bei 28 Grad zwar nach wie vor fleißig vor sich hin, die Hitze mit über 30 Grad ist aber auch hier passé, und bei 16 Grad am Strand der Ostsee weht den Menschen dort sowieso schon ein herbstliches Lüftchen um die Nasen. Überhaupt bekommen der Norden und der Osten den Absturz am krassesten zu spüren: In Berlin und Hamburg schaffen es die Höchstwerte beispielsweise nicht mehr auf 20 Grad.

Freitag und Wochenende: Der Altweibersommer legt sich ins Zeug

Mit Hoch "Manfred" geht es ganz gemütlich weiter. Die Sonne dominiert, und bis auf ein leicht erhöhtes Gewitterrisiko am Sonntag rund um den Schwarzwald passiert nicht allzu viel. Die Temperaturen sind häufig sehr angenehm und bringen es auf knapp 18 Grad an der Küste im Seewind und bis auf 27 Grad im Breisgau.

Weitere Fakten zum September-Wetter

  • Für einen neuen Deutschland-September-Rekord wird es nicht reichen. Der liegt bei 36,5 Grad - aus dem Jahr 1947.
  • Die Wassertemperaturen in den deutschen Badeseen und an den Küsten von Nord- und Ostsee liegen derzeit meist bei 17 bis 21 Grad. Gemessen wird in einem Meter Wassertiefe.
  • Nach dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September beginnt die Jahreszeit am 22. September auch kalendarisch beziehungsweise astronomisch mit der Tag-und-Nacht-Gleiche.
  • Im September 2020 sind bislang im deutschlandweiten Durchschnitt nur knapp 13 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das sind gerade einmal 20 Prozent des Monatssolls.
  • Dafür sind wir bei der Sonnenbilanz deutlich weiter vorne: Knapp 90 Sonnenstunden bis jetzt entsprechen fast 60 Prozent der durchschnittlichen Monatssumme.
  • Bislang ist der September 2020 - gemessen am Gesamtmonat - gut zwei Grad zu warm im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1961 bis 1990.

Quelle: ntv.de