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Meeresfreundin, Biologin und Model Die Frau, die mit Weißen Haien taucht

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Ocean Ramsey kann 6 Minuten und 20 Sekunden die Luft anhalten. Ihr tiefster Tauchgang mit einem Hai ging auf 53 Meter.

(Foto: youtube/oceanramsey)

Schon als Kind schwamm sie lieber im Meer, als Prinzessin zu spielen. Ocean Ramsey liebt das Meer und deren Bewohner. Im Internet wimmelt es nur so von Bildern, auf denen die schöne Meeresbiologin mit Weißen Haien schwimmt. So intim, als wäre sie eine von ihnen.

Es muss wohl an ihrem Vornamen liegen. Ocean Ramsey liebt Delphine, Seelöwen, Wale und jegliche Art von Fischen. Seit ihrer Kindheit fühlt sie sich nirgends so wohl wie im Wasser. Ihre Leidenschaft für den Ozean machte aus ihr eine professionelle Freitaucherin, eine Meeresbiologin und ein Model. Ihre größte Leidenschaft aber gilt den gefährlichsten aller Meeresbewohner - den Haien.

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Im Internet wimmelt es nur so von Bildern und Videos von der schönen Biologin, auf denen sie mit Haien und anderen Meeresbewohnern schwimmt. So intim, als wäre sie eine von ihnen. Das Bedürfnis, sich für den Artenschutz der Haie einzusetzen, sei tief in ihr verwurzelt, berichtete Ramsey jüngst im Interview mit einem österreichischen Magazin. Haie hätten ihr die schönsten Erlebnisse ihres Lebens beschert. Sie würden völlig falsch dargestellt, deshalb sei sie es den Tieren schuldig, für sie zu sprechen und sie zu schützen.

Deshalb gründete die US-Amerikanerin, die größtenteils auf Hawaii lebt, ein eigenes Meeresforschungs- und Artenschutz-Institut. Ramsey erklärt: "Es gibt nicht viele Menschen, die sich für Haie starkmachen. Ich hatte das Glück, mein Leben damit verbringen zu dürfen, sie zu erforschen und mit ihnen eine Interaktion aufzubauen. Durch die wissenschaftlichen Untersuchungen in meinem Fachgebiet kann ich die Körpersprache der Haie genau beobachten und habe einen engen Austausch mit ihnen, was unheimlich wichtig ist, um sie zu verstehen."

"Haie machen sehr wenige Fehltritte"

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Neben ihrer Forschungsarbeit gründete die Blondine eine Non-Profit Organisation. Water Inspired benutzt einzigartige Unterwasseraufnahmen, um den Artenschutz der Haie und andere Meeres-Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Tatsache, dass Menschen zweimal hinsehen, wenn sie eine junge Frau mit langen blonden Haaren zusammen mit einem gefährlichen Meeresräuber sehen, kommt der schönen Meeresbiologin dabei offensichtlich sehr zu Gute. Über 120.000 Menschen folgen ihr derzeit auf Instagram.

Ramsey will beweisen, dass Menschen und Weiße Haie nebeneinander existieren können. "Es ist wahrscheinlicher, dass ich bei einem Autounfall auf dem Weg zu den Haien sterbe, als durch einen Hai selbst", ist sie sicher. Nur am Anfang ihrer Studien tauchte sie mit einem Käfig. Der Schutz sei nötig gewesen, um die Verhaltensweisen der Meerestiere zu analysieren. Mittlerweile schwimmt sie in den ihr bekannten Gebieten frei mit den Weißen Haien und sammelt Informationen.

Seit dem Beginn ihres Studiums vor mehr als zehn Jahren widmet Ramsey ihr Leben den Haien. An normalen Tagen verbringt sie acht Stunden pro Tag im Wasser. Mit Haien und aktuell auch mit Buckelwalen. Für sie steht fest: "Haie machen sehr wenige Fehltritte. Wenn sie welche machen, dann sind es durch Menschen verursachte Fehler. Die meisten Unfälle mit Haien passieren aufgrund von Verwechslungen, zum Beispiel wenn Surfer mit ihrem Outfit wie Robben aussehen."

Die Heldengeschichte, die den Surfer Mick Fanning Mitte Juli auf einen Schlag bekannt machten, ist für Ramsey eine "Einfach-nur-Schwein-gehabt-Story": "Fanning surfte im Revier des Hais, der Hai kam ihm nahe, verfing sich in der Surfleine und drehte durch. Wenn der Hai gewollt hätte, hätte er ihn gefressen. Die Sicht war schlecht und Fanning strampelte wie eine verwundete Robbe." Sie warnt davor, Haie zu dämonisieren. Stattdessen sollten Menschen Konflikte mit Haien vermeiden und versuchen, ihr Verhalten anzupassen.

Kommt ein Hai, dann halten Sie Augenkontakt

Auch Ramsey ist schon in Situationen geraten, in denen Haie ihr gegenüber aggressiv wurden. Ihren eigenen Aussagen zufolge, waren das immer auch Situationen, in denen Fischfutter im Spiel war. Haie, so sagt sie, sind wilde Tiere und Jäger und als solche müsse man sie respektieren.

Wer doch einmal Gefahr läuft mit einem Hai in Kontakt zu kommen, für den hat die Meeresexpertin folgenden Rat: "Augenkontakt ist das Wichtigste, um nicht als Beute wahrgenommen zu werden, sondern als gleichwertiger Jäger." Zudem sei es wichtig, sich langsam zu bewegen. Man sollte immer vorbereitet sein, einen Hai wegzustoßen, wenn er zu nahe kommt.

"Dazu muss man ihn nicht schlagen, es reicht ein kurzes Wegdrücken mit steifem Arm", erklärt Ramsey, die nicht nur wegen ihres Aussehens ein Social Media Star geworden ist. "Es sind meine Hoffnung und meine persönlichen Beobachtungen, dass die Zahl der Menschen, die sich für den Schutz der Meere interessiert, stetig steigt. Es ist toll zu sehen, wie viele Leute mit aufs Boot springen, Interesse zeigen und sich aktiv für die Erhaltung und größere organisierte Projekte einsetzten."

Quelle: n-tv.de

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