Panorama

April wird deutlich zu kalt "Die nächste Polarluftklatsche kommt"

e0c68ef88868d5dc735ecfb7ea19f813.jpg

In einer Obstplantage im bayerischen Escherndorf werden Aprikosen- und Pfirsichbäume beregnet, damit eine Eisschicht ihre Blüten vor dem Erfrieren schützt.

(Foto: dpa)

Am Samstag bleibt es im Süden und im Norden freundlich bis sonnig - in der breiten Mitte dazwischen dominieren jedoch Wolken mit Regen, sagt ntv-Meteorologe Björn Alexander. "Da ist für Sommerfeeling leider nicht allzu viel Platz."

ntv.de: Wann wird es endlich schöner und wärmer?

Björn Alexander: Am Wochenende gibt es zumindest in einigen Landesteilen einen Kurzfrühling zu genießen. Doch leider lässt auch die nächste Polarluftklatsche nicht allzu lange auf sich warten. Erst zum Ende der nächsten Woche, also in etwa zehn Tagen, steigen die Chancen auf stabilere und wärmere Aussichten für ganz Deutschland.

Bekommen wir dann endlich mal so etwas wie Frühsommer zu spüren?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Erst einmal bekommt der Frühling der schöneren Art seine Möglichkeiten. Frühsommer mit Höchstwerten um 25 Grad sehen die Wettercomputer aber leider nicht. Alles in allem prognostizieren die Langfristvorhersagen den April 2021 am Ende zu kalt bis deutlich zu kalt.

Was heißt das genau?

Zum Teil mit einem Grad unterm langjährigen Durchschnitt. Da ist für Sommerfeeling leider nicht allzu viel Platz. Aber immerhin sorgt das wechselhafte und kühle Wetter dafür, dass sich unsere Böden in Punkto Feuchtigkeit weiter erholen können. Das ist definitiv eine ganz andere Ausgangslage als in den letzten Jahren. Da begann die teilweise große Trockenheit nämlich häufig bereits im April.

Wie viel Regen ist denn in nächster Zeit zu erwarten?

Das bewerten die Wettercomputer derzeit zwar noch etwas unterschiedlich. Fest steht allerdings, dass wir auf eine sogenannte Grenzwetterlage hinsteuern. Und solche Wetterlagen mit zwei unterschiedlichen Luftmassen über Deutschland sind mitunter ziemlich regenreich. Recht verbreitet bekommen wir bis Mitte nächster Woche durchaus mal um die 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter zusammen. Stellenweise sind auch um die 50 Liter oder mehr möglich.

Wo wird es am nassesten?

Wie gesagt: Die Wettercomputer verfolgen noch unterschiedliche Ansätze. Am nassesten zeigen sich wahrscheinlich die Staulagen der Mittelgebirge. Aber auch die Westhälfte könnte einiges an Regen abbekommen. Zwischenzeitlich sind erneut auch Schneeflocken bis in die Tieflagen nicht auszuschließen.

Nicht schön, aber wahrscheinlich für Wetterfreunde sehr spannend, oder?

Auf jeden Fall. Eine Wetterlage, die es in sich hat. Von Frühlingsfeeling mit Föhnsturm, Luftmassengrenze bis hin zu reichlich Regen oder Schnee. Das lässt den Wetterfreunden die Herzen ganz sicher höher schlagen. Für alle anderen heißt es aber: durchhalten oder den Kurzfrühling genießen.

Wer liegt denn bei diesen Aussichten vorn?

Am Wochenende der Süden und der Südosten. Hier gibt es einige Sonnenstunden und durchaus frühlingstaugliche Temperaturen. Im Süden mit Föhn bis 20 Grad. Platz zwei belegen die Nordlichter. Hier weht zwar eine ganz schön kühle Brise. Aber es gibt immerhin die Möglichkeit für einige Stunden Sonnenstunden. Insbesondere am Samstag.

Und wo leben die Verlierer in Sachen Kurzfrühling?

Über der breiten Mitte. Hier dominieren die Wolken, und es ist wiederholt nass und kalt, so dass vorübergehend in den tieferen Lagen auch wieder nasse Schneeflocken denkbar sind. Vor allem, wenn das Amerikanische Wettermodell bei seinen Berechnungen Recht behält. Das verfolgt nämlich den pessimistischen Ansatz. Dann wäre es im Westen ein ziemliches Wetterdesaster.

Warum "Wetterdesaster"?

Weil bei den aktuellen Prognosen bereits am Wochenende in NRW verbreitet 30 bis 50 Liter zusammenkommen könnten. Das Ganze bei nasskalten Temperaturen von nicht einmal 10 Grad.

Zu den Wetteraussichten im Detail: Was erwartet uns am Samstag?

Im Süden sowie im Norden bleibt es freundlich bis sonnig und trocken. Im großen Rest dominieren hingegen die Wolken mit Regen, teilweise in Schnee übergehend. Besonders natürlich im Bergland. Die Temperaturen sind dementsprechend unterschiedlich. Im Norden lauert die Polarluft bei 8 Grad. Auch unter den Wolken ist es kalt beziehungsweise nasskalt mit Höchstwerten bis an die 10 Grad, während es mit Sonne im Süden bis zu 18 Grad gibt.

Und am Sonntag?

Wird es im Süden mit Föhnsturm nochmals wärmer mit Spitzen bis an die 20 Grad. Auch der Osten und der Südosten können auf freundliche Momente mit milderen Werten hoffen. In der Nordwesthälfte bleibt es hingegen mehrheitlich grau und wechselhaft oder regnerisch bei teils nicht mehr als 7 Grad.

Was bringt uns der Start in die nächste Woche?

Die Luftmassengrenze verlagert sich im Zusammenspiel mit einem Italientief bis in den Süden Deutschlands. Damit bricht der Föhn zusammen und neben vielen Wolken bekommt der Süden Regen, der oberhalb von 500 Metern in Schnee übergeht, sowie einen satten Temperatursturz von rund zehn Grad. Derweil gibt es für den Westen aber auch mal gute Wetternachrichten. Hier wird es schöner und trocken in die neue Wetterwoche gehen. Die Temperaturen sind hierbei jedoch deutlich unter den jahreszeitlichen Möglichkeiten bei 3 bis 10 Grad. Und nachts sind insbesondere unter Aufklarungen weiterhin Frost oder Bodenfrost drin.

Wie sehen die weiteren Aussichten aus?

Am Dienstag zeigen die Trends auf wechselhaft mit weiteren Schauern bei 1 bis 11 Grad. Anschließend steigen die Chancen auf mehr trockene Abschnitte, und die Temperaturen können sich schrittweise etwas erholen.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.