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Pocken- und Ebolaviren gelagert Explosion erschüttert Biowaffen-Labor

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Viren sind fragil, Feuer würde sie abtöten, eine Explosion jedoch verbreiten. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance / Nicolas Armer)

Im Labor "Vector" wird zu Zeiten der Sowjetunion an biologischen Waffen geforscht. Dort lagern immer noch Pocken- und Ebolaviren. Eine Explosion in der Anlage endet glimpflich, hätte aber katastrophale Ausmaße annehmen können.

Bei einer Explosion und einem anschließenden Brand ist ein russisches Labor für Biowaffen beschädigt worden. Es bestehe jedoch keine Gefahr durch das Unglück in der Anlage in Sibirien, in der unter anderem Proben von Pocken- und Ebolaviren gelagert werden, erklärte die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor.

Nach Behördenangaben explodierte eine Gasflasche, ein Arbeiter wurde verletzt. In dem betroffenen Raum seien jedoch keine gefährlichen Stoffe gelagert gewesen, hieß es. Auch seien die Außenwände intakt geblieben.

Die Explosion ereignete sich in dem noch aus Sowjetzeiten stammenden Labor "Vector" für Virus- und biotechnologische Forschung. Heute ist es eines der weltweit größten Forschungszentren für Impfstoffe und Instrumente zur Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten.

Dabei hätten die Viren die bloße Explosion wohl überstanden, sagte Joseph Kam, Professor am Stanley Ho Centre. "Viren sind fragil und 100 Grad oder mehr würden sie töten", sagte Kam. Unter bestimmten Umständen könne eine Explosion das Virus aber auch verbreiten. "Ein Teil der Explosionswelle würde es wegtragen", sagte er.

Es ist bereits das dritte Unglück in einer staatlichen russischen Einrichtung in wenigen Wochen. Im August wurde bei einem Brand und einer Reihe dadurch ausgelöster Explosionen in einem Munitionslager in Sibirien ein Mensch getötet. Ebenfalls im August starben fünf Wissenschaftler bei einem Atomunglück auf einem militärischen Testgelände in der russischen Arktis.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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