Einsatz noch nicht abgeschlossenFeuerwehr stoppt Westerwald-Brand wenige Meter vor Wohnhäusern

Rund 60 Kilometer östlich von Bonn nähert sich ein Waldbrand einigen Häusern bedrohlich. Die Feuerwehr kann ein Übergreifen der Flammen in letzter Minute verhindern. Eine Schule bleibt aufgrund der Rauchentwicklung aber geschlossen.
Es waren bange Stunden in Gebhardshain: Die Flammen eines Waldbrandes fraßen sich am Sonntagabend bis auf etwa 20 Meter an erste Gebäude des Westerwaldortes heran - bis die Entwarnung kam. Die Lage war zwischenzeitlich so brenzlig, dass eine Straße mit 20 Haushalten zeitweise evakuiert werden musste.
"Ein Übergreifen der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern", teilte der Kreis Altenkirchen auf Instagram mit. Die Lage sei insofern unter Kontrolle, "dass das Feuer in die gewünschte Richtung gelenkt wird, das Waldgebiet wird aufgegeben". Die Anwohnerinnen und Anwohner durften wieder zurück in ihre Häuser. Der Einsatz laufe aber auch zu Beginn der neuen Woche weiter.
Mehr als 300 Einsatzkräfte - auch aus anderen Kreisen - kämpften gegen die Flammen. Vier Personen erlitten dabei Verletzungen, eine Mensch kam ins Krankenhaus. Besonders gefährdet war zwischenzeitlich eine Schule - der Unterricht fällt dort nun aus, weil Gebäudeteile zu stark verraucht sind. Die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain liegt rund 60 Kilometer östlich von Bonn in einer waldreichen Mittelgebirgsregion in Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.
Vorsichtiges Aufatmen im Hürtgenwald
Für Feuerwehrleute in Rheinland-Pfalz war es der zweite Großeinsatz binnen weniger Tage: Erst am Freitag waren in der Vordereifel, bei Langscheid, Wald und Wiese in Flammen aufgegangen, auf einer Fläche von rund 50 Hektar. Die Feuer reihen sich ein in eine Serie von Waldbränden auch jenseits der Landesgrenzen. Der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald in der Eifel ist mittlerweile nach einem tagelangen Großeinsatz unter Kontrolle.
Im Hohen Venn in Belgien lodert weiterhin ein Waldbrand auf rund 2700 Hektar Fläche. In der Nacht mussten deshalb in der deutschen Eifelstadt Monschau in NRW erneut Menschen ihre Häuser verlassen. Angesichts einer möglichen starken Rauchbelastung durch das enorme Feuer auf belgischer Seite ordnete die Stadt Monschau am späten Sonntagabend die sofortige Evakuierung zweier Straßenzüge an. Rund 30 Menschen in 17 Häusern sind den Angaben zufolge davon betroffen.
Die neue Woche könnte etwas Entspannung bringen: Das Risiko für Waldbrände in Rheinland-Pfalz schwächt sich in den kommenden Tagen voraussichtlich ab. Laut dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wird zu Wochenbeginn an den meisten Stationen eine mittlere bis geringe Gefahr erwartet. Ab Mittwoch werde die Brandgefahr sogar als "sehr gering" eingestuft.