Panorama

Verkleidet als seine Tochter Gangster scheitert bei Gefängnisausbruch

In Brasilien erleben Gefängniswärter ein eher ungewöhnliches Ereignis: Ein Häftling versucht zu fliehen - verkleidet als seine eigene Tochter. Die 19-Jährige will er zurücklassen. Doch sein nervöses Auftreten verrät den Bandenanführer.

Mit seiner Idee tritt er in die Fußstapfen von Kriminellen wie "El Chapo" - doch in letzter Sekunde kommen ihm die Gefängniswärter auf die Schliche: Ein brasilianischer Bandenführer ist bei seinem Versuch gescheitert, aus einem Gefängnis auszubrechen. Das berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf brasilianische Behörden.

Für den Ausbruch wartete Clauvino da Silva, wegen seiner kleinen Statur auch als "Shorty" bekannt, einen Besuch seiner Tochter ab. Er tauschte Kleidung mit der 19-Jährigen und setzte sich sogar eine ihr ähnelnde Maske und Perücke auf. Den Behörden zufolge plante der Kriminelle offenbar, sie in dem Gerincinó-Gefängnis bei Rio de Janeiro zurückzulassen. Wie lange die Tat geplant war oder wer ihn dabei unterstützte, ist unklar.

Die von der Gefängnisverwaltung veröffentlichten Aufnahmen zeigen den 42-Jährigen in einer Silikonmaske, Brille und einer langhaarigen, schwarzen Perücke. Er trägt eine enge Jeans, eine graue Jacke, ein enges rosafarbenes T-Shirt, Flipflops - und sogar einen schwarzen BH. Aufgeflogen sei er nur, weil er beim Rausgehen so nervös gewirkt habe, sagten die Wärter. Als er seine Verkleidung ausziehen muss, sieht man sein angespanntes Gesicht.

Tochter muss Konsequenzen fürchten

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Da Silva tauschte mit seiner Tochter die Kleidung.

(Foto: AP)

Laut brasilianischen Behörden ist da Silva der Anführer einer der mächtigsten kriminellen Banden des Landes, "Red Command". Die Gang ist für große Teile des Drogenschmuggels in Rio de Janeiro zuständig. Da Silva sei nun in ein Sicherheitsgefängnis verlegt worden und werde disziplinarischen Maßnahmen ausgesetzt. Auch seine Tochter muss Konsequenzen fürchten. Die Polizei untersucht ihre mögliche Rolle als Komplizin.

Für Schlagzeilen sorgten in der Vergangenheit vor allem zwei spektakuläre Gefängnisausbrüche des mexikanischen Drogenbosses Joaquín Guzmán. Erstmals flüchtete "El Chapo" in einem mexikanischen Gefängnis in einem Wäschekorb, weil er fürchtete, in die USA ausgeliefert zu werden. Nach 13 Jahren auf der Flucht gelang es der US-Drogenpolizei DEA, den Gesuchten erneut zu fassen und in ein Hochsicherheitsgefängnis nahe Mexiko-Stadt zu sperren.

Von dort gelang ihm ein Jahr später eine filmreife Aktion, bei der er in seiner Gefängniszelle unter der Dusche durch einen von seinen Männern selbstgegrabenen Tunnel floh. 2016 wurde er erneut gefasst und in die USA ausgeliefert. Dort muss er nun den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.

Quelle: n-tv.de, lri

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