Panorama

Drogenmachtkampf in RomMafiaboss nach Mord an Ultra-Chef in Italien festgenommen

09.09.2026, 13:56 Uhr
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Lazio-Ultra-Boss Fabrizio Piscitelli wurde vor rund sieben Jahren im Parco degli Acquedotti in Rom ermordet. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Im Sommer 2019 wird ein rechtsextremer Fußball-Ultra und Drogenkrimineller in Rom erschossen. Der mutmaßliche Schütze wird verurteilt - zunächst. Nun werden sieben Mafiosi festgenommen, darunter der Anführer.

Mehr als sieben Jahre nach dem Mord an dem Lazio-Ultra-Boss Fabrizio Piscitelli hat die italienische Polizei sieben Mafiosi festgenommen. Sie stehen im Verdacht, den Mord an Piscitelli, auch Diabolik genannt, in Auftrag gegeben und organisiert zu haben, wie die Carabinieri mitteilten. Unter den Festgenommenen befindet sich Michele Senese, Boss des Senese-Clans, der zu den mächtigsten Mafia-Gruppen in der italienischen Hauptstadt zählt.

Piscitelli war im Sommer 2019 im Parco degli Acquedotti im Osten Roms mit einem Kopfschuss getötet worden. Der damals 53-Jährige saß in dem Park auf einer Bank, als sich ein als Jogger verkleideter Mann mit Sonnenbrille ihm näherte und ihn erschoss. Der Mord hatte in Italien großes Aufsehen erregt.

Nach Angaben der Ermittler billigte Mafia-Boss Senese die Tötung Piscitellis. Organisiert worden sein soll der Mord von Leandro Bennato, der gemeinsam mit seinem Bruder eine kriminelle Gruppe anführt. Bennato soll den Todesschützen am Tattag auf einem Motorroller zum Tatort begleitet haben. Der mutmaßliche Todesschütze war vergangenes Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt, dieses Jahr jedoch vom Berufungsgericht freigesprochen worden.

Die Behörden vermuten einen Machtkampf um den lukrativen Drogenhandel als Motiv. Piscitelli, der neben seiner Rolle als Anführer einer neofaschistischen Ultra-Gruppe des römischen Fußballklubs Lazio mit Drogengeschäften beschäftigt war, soll sich mit einem Partner zunehmend von den Vorgaben des dominierenden Senese-Clans gelöst haben. Senese wollte mit dem Mord ein Zeichen setzen und für Abschreckung sorgen, um seine Macht zu erhalten.

Piscitelli war damals Roms bekanntester Fußball-Ultra. Seine Ultra-Gruppe, die "Irriducibili" (zu Deutsch: Unbeugsame), war berüchtigt für ihre rechtsradikalen Mitglieder. Schlagzeilen machten sie etwa mit Spruchbändern, die die Opfer des Holocausts verhöhnten. 2020 wurde die Gruppe aufgelöst. 

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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