Panorama

Kontaktverbot verlängert Mehr als 72.000 Infizierte in Deutschland

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Atemmasken der Filterfunktionen FFP2 und FFP3 dürfen in der Pflege nun wiederverwendet werden.

(Foto: dpa)

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Über 72.000 Menschen sind mittlerweile infiziert. Daher sehen Kanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder derzeit noch keine Möglichkeit, die scharfen Maßnahmen zu lockern.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland nach einer Berechnung von ntv.de auf mehr als 72.956 gestiegen. Demnach sind bis zum Abend 867 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 18.700 Personen gelten als genesen. Im Vergleich zum Dienstagabend sind das 5910 Neuinfizierte und 164 Menschen, die an den Folgen des Virus gestorben sind.

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Trotz des nur leichten Anstiegs wird das Kontaktverbot in Deutschland verlängert. Bund und Länder verlängerten die bestehenden Beschränkungen mindestens bis zum Ende der Osterferien. Am 14. April - Dienstag nach Ostern - wollen Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten die Lage neu bewerten. Merkel betonte, nach jetzigem Stand könne nicht gesagt werden, wie lange die Beschränkungen aufrechterhalten werden müssten.

In einem Bund-Länder-Beschluss heißt es, die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren". Merkel sagte nach den Beratungen, die Menschen sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", betonte die Kanzlerin.

Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Kontaktverbot beschlossen. Danach sind unter anderem Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu unterlassen. Ausgenommen wurden Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Schutzmasken dürfen wiederverwendet werden

Zudem billigte der Krisenstab der Bundesregierung angesichts der Notlage die Wiederverwendung medizinischer Schutzmasken. Angesichts der Beschaffungsprobleme gelte es, "pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Gesundheit und für Arbeit. Ziel sei, "die Versorgung des medizinischen Personals mit Atemmasken mit Filterfunktion zu gewährleisten".

Vorgesehen ist demnach, Atemmasken der Filterfunktionen FFP2 und FFP3 bis zu drei Mal wiederzuverwenden. Dafür gelten allerdings eine Reihe von Auflagen. So müssen die Masken personifiziert sein und zwischen den Einsätzen durch Erhitzen dekontaminiert werden. Das neue Verfahren könne "in Ausnahmefällen, wenn nicht genügend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist", angewandt werden, "ohne das Schutzniveau zu senken". Normalerweise sind medizinische Schutzmasken für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP