Panorama

Geheimbericht zur Katastrophe Staatsanwalt: Loveparade illegal

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Der Todes-Tunnel wurde zum eigentlichen Trauerort.

(Foto: dapd)

Ein Jahr nach der Panik bei der Duisburger Loveparade wird immer deutlicher, dass schon im Vorfeld einiges schiefgelaufen ist. Mitarbeiter zweier städtischer Ämter sollen ihren Verpflichtungen zur Prüfung des Sicherheitskonzepts nicht nachgekommen sein. Die Veranstaltung sei illegal gewesen, so die Ermittler.

Die Loveparade in Duisburg, bei der vor einem Jahr 21 Menschen ums Leben kamen, hätte so nicht genehmigt werden dürfen. "Die Erteilung der Genehmigung erfolgte rechtswidrig", heißt es in einem Bericht der Staatsanwaltschaft an die vorgesetzten Behörden.

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Die Großveranstaltung hätte besser vorbereitet werden müssen.

(Foto: dapd)

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Als Beschuldigte gelten derzeit 16 Menschen, darunter 11 städtische Mitarbeiter. Ihnen wird vorgeworfen, das Konzept des Veranstalters trotz Mängeln ohne die nötigen kritischen Prüfungen übernommen zu haben. Der zuständige Staatsanwalt Rolf Haferkamp sagte, zu den Beschuldigten zähle auch ein leitender Polizeibeamter wegen seines Verhaltens bei der Loveparade am 24. Juli 2010. Veranstalter Rainer selbst und der in starke Kritik geratene Oberbürgermeister Adolf Sauerland zählen nicht zu den Beschuldigten.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden wegen der enormen Menge an Daten und mehr als 3000 Zeugen noch einige Monate in Anspruch nehmen, sagte Haferkamp. Bis zum Abschluss der Ermittlungen und der Entscheidung über eine mögliche Anklageerhebung werde es daher voraussichtlich ebenfalls noch Monate dauern. Der Zwischenbericht wird regionalen Medienberichten zufolge von der NRW-Landesregierung bislang geheim gehalten.

Während der Loveparade am 24. Juli 2010 war am überfüllten Zugangstunnel zum Veranstaltungsgelände in Duisburg eine Massenpanik ausgebrochen. 21 junge Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.

Quelle: ntv.de, dpa

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