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Auto raste in Parteizentrale Täter bekommt für SPD-Attacke Bewährung

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An Heiligabend 2017 fährt ein PKW in die Parteizentrale der SPD in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit explosivem Material und einer brennenden Petroleumlampe rast ein Mann mit seinem Auto in die SPD-Parteizentrale. Nun wird er deshalb verurteilt. Vor Gericht gesteht er die Tat und nennt seine Gründe für die Attacke.

Knapp ein Jahr nach seiner Auto-Attacke gegen die SPD-Bundeszentrale ist ein 59-jähriger Berliner zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte habe sich der versuchten Brandstiftung, des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Sachbeschädigung schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Tiergarten. Der 59-Jährige leide an einer Anpassungsstörung.

Rat und Nothilfe

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Mit der Aktion habe er ein Zeichen gegen die erzwungene Teilnahme am Mikrozensus, der jährlichen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik, setzen wollen, sagte der Mann während seines Geständnisses. "Ich habe mich wie in einem Tunnel befunden", sagte der 59-Jährige. Heute sei ihm sein damaliger Entschluss fremd. Es tue ihm leid.

Der Täter hatte Gasflaschen und Benzinkanister im Kofferraum seines Wagens, als er Heiligabend 2017 mit hohem Tempo in den Eingang der SPD-Zentrale in der Wilhelmstraße in Berlin-Kreuzberg fuhr. Zuvor habe er eine Petroleumlampe in seinem Fahrzeug angezündet, hieß es in der Anklage. Der Mann habe eine Explosion herbeiführen wollen. Dazu kam es nicht. Der 59-Jährige erlitt eine Platzwunde.

Der Mann erklärte, er habe bei seiner Aktion keine anderen Menschen verletzen und keine Sprengung verursachen wollen. Er gab auch zu, dass er vor der Auto-Attacke eine Tasche mit brennbaren Materialien vor der Bundesgeschäftsstelle der CDU abgestellt habe. Dies sei eine "angetäuschte Aktion" gewesen.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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