Panorama

Instagram vs Gemäldegalerie Van Gogh ist jetzt Hipster

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In Berliner Cafes würde dieser bärtige Herr gar nicht auffallen. Selbstporträt Vincent van Goghs.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es geht um Bilder - das ist aber auch schon alles, was Instagram und eine Gemäldegalerie gemeinsam haben. Ein Künstler bringt auf seinem Account nun Dinge zusammen, die nicht zusammengehören, aber überraschend gut passen.

Ein Trip durch die Kunstgeschichte kann aufregend sein. Doch nicht bei jedem macht es Klick, wenn er vor einem verrückten Sternenhimmel van Goghs, dem "Mädchen mit dem Perlenohrring" oder der lächelnden Mona Lisa steht. Stattdessen kann es richtig dröge werden und die Augen fallen auf den langen Gängen der Pinakotheken, Louvres und Prados dieser Welt immer weiter zu. Wer erst wieder im Museumsshop am Ende der Ausstellung wach wird, hatte eines ganz sicher nicht: Spaß.

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Dass es auch anders geht, zeigt der zypriotische Grafikdesigner Hayati'nin Evreni auf seinem Instagram-Account. Dort tut er das, was der größte Albtraum der Museumswärter sein könnte: Er reißt die berühmten Werke aus ihrem Habitat der edlen Marmorgänge und gediegenen Beleuchtung heraus und schleudert sie in neue Zusammenhänge. Seine Bilder dürften all jene unterhalten, die schon einmal oder mehrmals durch die Gänge besagter Galerien wandelten.

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Da sehen wir plötzlich oben erwähnten Vincent gemeinsam mit dem Perlenohring-Mädchen, das hier nicht mehr wie bei Vermeer brav am Fenster sitzt, sondern mit dem plötzlich ziemlich hip wirkenden Van Gogh ein Selfie in den Dünen macht. Facebook-Selfie meets ganz große Kunst - dabei kommt eine Mischung heraus, die einen ganz neuen Unterhaltungswert generiert. Gerade die beiden Motive, der rotbärtige Van Gogh und das Vermeer-Mädchen, scheinen dem Zyprioten besonders gut zu gefallen.

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Interessant ist an den Motiven, wie gut die uralten Gesichter in die heutige Zeit passen. Ein schwersttätowierter Van Gogh mit Smartphone? Das blonde Mädchen in Lederjacke, Chucks und Bierflasche in der Hand? Funktioniert überraschend gut. Genau wie die durch ihre Selbstporträts bekannte Frida Kahlo, die plötzlich an einer Graffiti-Wand lehnt und an einer Zigarette zieht. Amüsant sind die vielen Michelangelo-Figuren, die der Designer in einen Bus gezwängt hat. Der Account lädt jedenfalls zum Stöbern ein. Und durch einen Museumsshop muss man am Ende auch nicht.

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Quelle: n-tv.de, vpe