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Schon 500 Tiere verendet Vogelgrippe-Variante tötet Seehunde

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500 Seehunde wurden bislang tot oder schwer erkrankt angespült.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Grund für die an der Nordseeküste tot angespülten Seehunde ist gefunden: Eine Variante der Vogelgrippe hat bislang 500 Tiere dahingerafft. Womöglich ist die Epidemie bereits ausgestanden. Dennoch sollten Strandgänger weiter vorsichtig sein.

Eine Variante des Vogelgrippe-Erregers ist für den Tod mehrerer hundert Seehunde an der Nordseeküste verantwortlich. Experten hätten die Viren in Kadavern als Typ H10N7 identifiziert, teilte der schleswig-holsteinische Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Tönning mit.

Unterdessen sei trotz der starken Westwinde der vergangenen Tage die Gesamtzahl der tot an der schleswig-holsteinischen Westküste angespülten Seehunde nur leicht gestiegen. "Das gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Erkrankungswelle nicht verstärkt hat", erklärte Detlef Hansen, der Leiter der Nationalparkverwaltung des Landes Schleswig-Holstein.

Dänemark bestätigt Influenza-Diagnose

An den Stränden der Inseln Helgoland, Föhr, Sylt und Amrum wurden der Behörde zufolge bis Donnerstagabend 500 Tiere gezählt, die tot angespült oder so schwer erkrankt waren, dass Ranger sie töten mussten. Dennoch geben die letzten Erkenntnisse Hoffnung auf ein Abklingen der Krankheitswelle.

Nach Angaben des Landesbetriebs identifizierten die Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover den für den Tod der Tiere verantwortliche Grippe-Erreger durch genauere Untersuchungen als Influenza-Virus Typ H10N7. Diesen hatten Veterinäre auch im benachbarten Dänemark in toten Seehunden nachgewiesen, wo in den vergangenen Monaten ebenfalls eine erhöhte Seehundsterblichkeit verzeichnet worden war.

Generelle Vorsicht ist immer geboten

H10N7 ist einer von vielen Typen des Influenza-Virus, das Vögel, Säugetiere und Menschen befallen und teils auch zwischen Arten wechseln kann. Hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit und Aggressivität unterscheiden sie sich aber sehr. H10N7 wurde in der Vergangenheit nach Angaben von Wissenschaftlern und der WHO gelegentlich auf Geflügelfarmen nachgewiesen. Die Variante gilt demnach als nur wenig aggressiv. In einem Fall in Australien erkranken zwei Menschen ohne ernste Folgen.

Die Nationalparkverwaltung wies Strandbesucher erneut auf ihre Standardverhaltensempfehlung hin, tote oder verletzte Tiere nicht zu berühren. Auch Hunde sollten auf Abstand gehalten werden. Wie andere Wildtiere könnten auch Seehunde Krankheiten übertragen. Das gelte "nicht nur in der jetzigen Situation, sondern generell", hieß es in ihrer Mitteilung.

Quelle: n-tv.de, lda/dpa/afp

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