Panorama

Mindestens 74 Tote bei Athen Waldbrände wüten in Europa

Die sengende Hitze dieses Sommers und starker Wind verursachen im Norden und Süden Europas verheerende Waldbrände. In Griechenland sterben im Feuer mehr als 70 Menschen. Auch in Schweden und Lettland brennen Wälder.

Flammenmeere im Norden und im Süden Europas: Während die Retter in Schweden mehr und mehr die Oberhand über die schweren Waldbrände gewinnen, hat Griechenland ein tödliches Inferno erlebt. Mindestens 74 Menschen sind im Feuer nahe Athen ums Leben gekommen, wie die Feuerwehr mitteilte. Politiker sprachen von einer "nationalen Tragödie". Die Rettungskräfte fürchten, in den unzähligen abgebrannten Häusern noch weitere Leichen zu finden. Unter den Todesopfern sollen viele Kinder sein, berichtete das Staatsfernsehen ERT.

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Nahe Athen bekämpfen Feuerwehrleute einen tödlichen Waldbrand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als 160 Menschen wurden bei den Feuern in der beliebten Ferienregion nahe der Hauptstadt verletzt. Mehr als 1000 Ferienhäuser und Wohnungen fielen den Flammen in dem dichten Pinienwald zum Opfer. Ministerpräsident Alexis Tsipras betonte, es gehe jetzt darum, noch zu retten, was zu retten sei, und zusammenzustehen. "Keiner soll ohne Hilfe bleiben - und nichts bleibt ohne Antworten", versprach er. Denn schon jetzt wird die Frage der Verantwortlichkeit in griechischen Medien heiß diskutiert - und auch, warum die Orte nicht rechtzeitig evakuiert wurden.

Hilfe sei unterwegs von vielen EU-Ländern, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk, Europa werde in diesen schweren Zeiten an der Seite seiner griechischen Freunde stehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sicherten Tsipras die Solidarität Deutschlands zu. Papst Franziskus sprach seine Anteilnahme aus.

Auch Lettland und Schweden betroffen

Während in Griechenland eine Fläche von rund 40 Quadratkilometer lichterloh brannte, sind es in Schweden seit Tagen mehr als 200 Quadratkilometer - also fünf Mal so viel. Doch anders als in Griechenland sind die Waldregionen im weiten Skandinavien viel weniger dicht besiedelt. Bislang gibt es keine Berichte über Opfer oder abgebrannte Häuser, die wenigen kleinen Dörfer in den Krisenregionen konnten bereits in der vergangenen Woche evakuiert werden, bevor ihnen die Flammen zu nahe kamen. Inzwischen bekommen die Rettungskräfte die Waldbrände im ganzen Land etwas besser unter Kontrolle. Es wüteten noch rund 25 Feuer unterschiedlicher Größe. Die Begrenzungen hielten, die Brände breiteten sich kaum weiter aus, erklärte der Katastrophenschutz. Löschen kann man die größten Feuer allerdings weiterhin nicht.

An einem der größeren Feuer in der mittelschwedischen Region Dalarna sind seit Dienstag auch deutsche Feuerwehrleute im Einsatz. Der Brandherd sei schwer zugänglich, sagte der Einsatzleiter. Aus dem Helikopter habe er sich einen Überblick über den brennenden Wald verschafft. "Man kriegt eine Gänsehaut."

Schweden hatte bereits in der vergangenen Woche bei der EU um Hilfe gebeten, weil das Land selbst nicht auf solche Großfeuer vorbereitet war. Löschflugzeuge aus Italien, Frankreich und Portugal sowie Hubschrauber auch aus Deutschland wurden in den Norden geschickt. Angesichts der schlimmen Lage in Griechenland müssen die Schweden jetzt aber möglicherweise auf mehr Unterstützung verzichten. Die Ressourcen der EU müssten natürlich da zum Einsatz kommen, wo sie am meisten gebraucht würden, betonte Innenminister Morgan Johansson.

Auch Lettland hatte wegen eines großen Waldbrandes bei der EU um Hilfe gebeten. Angesichts der Situation in Griechenland habe man sich nun aber an Weißrussland gewandt, sagte der stellvertretende Leiter des staatlichen Feuerwehr- und Rettungsdienstes im Fernsehen. Im Nordwesten des Landes brennt es in einem Torfmoor. Bislang wurden rund zehn Quadratkilometer Wald, Buschland und Moor zerstört. Die Rettungskräfte konnten am Dienstag zumindest verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitete. Am Mittwoch soll ein Helikopter aus Minsk in dem schwer zugänglichen Gebiet beim Löschen helfen.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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