Politik

Wahl-Ticker +++ 23:59 Söder und Laschet wollen an Schuldenbremse festhalten +++

Armin Laschet und Markus Söder haben eine Aufweichung der Schuldenbremse abgelehnt. "Ich will keine Steuererhöhung, ich will die Schuldenbremse einhalten", sagt Laschet bei der Diskussion der Spitzenkandidaten bei ARD und ZDF. Söder warnt vor einer Schuldenunion in Europa.

+++ 23:06 Linken-Chefin Wissler sieht Verfassungsschutz als "Teil des Problems" +++
Linken-Spitzenkandidatin Janine Wissler verteidigt die Forderung ihrer Partei nach einer Auflösung des Verfassungsschutzes. Mit Blick auf die Morde des rechtsextremistischen Netzwerks NSU sagt sie, der Verfassungsschutz sei dabei eher Teil des Problems als der Lösung gewesen. Insbesondere kritisiert Wissler das System der V-Leute. Da würden "Neonazis dafür bezahlt, dass sie Neonazis sind".

+++ 22:27 Grüne und FDP kritisieren Investitionsabkommen mit China +++
FDP-Chef Christian Lindner und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock haben das EU-Investitionsabkommen mit China kritisiert. Lindner fordert dagegen mehr Freihandelsabkommen mit anderen Regionen der Welt. CSU-Chef Markus Söder warnt vor einer "kompletten Belehrungsdogmatik" gegenüber China, es gebe auch deutsche Wirtschaftsinteressen. Er wirft den Grünen einen naiven Weltblick vor.

+++ 22:19 FDP-Chef sieht keinen klaren Regierungsauftrag für Wahlsieger +++
FDP-Chef Christian Lindner betont, dass ein Wahlergebnis von SPD oder Union in den 20er-Prozentbereichen keinen klaren Regierungsauftrag darstellt. Er betont inhaltliche Schnittmengen mit der Union, wirft CDU und CSU aber vor, nicht ausreichend hart gegenüber Grünen-Forderungen zu sein.

+++ 22:07 Scholz grenzt sich von Linken ab +++
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz grenzt sich indirekt von der Partei Die Linke ab. "Ich sage das mal sehr klar: Wir brauchen einen Verfassungsschutz, den wir auch in Deutschland weiter stärken müssen", sagt Scholz in einer ARD-ZDF-Wahlsendung. "Wir brauchen die Zusammenarbeit in der Nato. Wir brauchen ein gutes Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika." Mit dem Geld müsse ordentlich umgegangen werden, die Wirtschaft müsse wachsen, die Sicherheit im Inneren müsse funktionieren. Es müsse dafür gesorgt werden, dass es eine starke und souveräne Europäische Union gebe und dass die Bundeswehr "wie in den letzten Jahren weiter ausreichend ausgestattet wird", sagt Scholz weiter. "All das gehört zu den Dingen, die zum Regieren in Deutschland dazugehören."

+++ 21:59 Vorsprung der SPD schmilzt laut "Politbarometer" leicht +++
Kurz vor der Bundestagswahl verkleinert sich der Vorsprung der SPD vor der Union im neuen ZDF-"Politbarometer" leicht. CDU/CSU kämen in der am Abend veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 23 Prozent - 1 Prozentpunkt mehr im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent. Die Grünen kämen demnach auf 16,5 Prozent (plus 0,5). Die AfD liegt in der Umfrage derzeit bei 10 Prozent (minus 1), die FDP bei 11, die Linke bei 6 Prozent (beide unverändert).

+++ 21:46 Laschet: Pipeline Nord Stream 2 notfalls stoppen +++
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich für die Inbetriebnahme der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. Dies sei ein wirtschaftliches Projekt. Aber es müsse sichergestellt werden, dass die Ukraine als Transitland keine Nachteile habe. "Sollte Russland das infrage stellen, wird das Projekt unmittelbar gestoppt", sagt der CDU-Chef.

+++ 21:33 Söder fordert Auslandseinsätze mit bewaffneten Drohnen +++
CSU-Chef Markus Söder fordert künftig konkretere Vorgaben für Auslandseinsätze, die aber teilweise "robuster" werden müssten, wenn sie an der Seite etwa Frankreichs stattfänden. Er wirft der SPD vor, die Bewaffnung der Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen verhindert zu haben. 40 andere Staaten in der Welt hätten diese Drohnen längst, sagt er.

+++ 21:25 Lindner: Staatsausgaben müssen überprüft werden +++
FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner bekräftigt seine Absage an Steuererhöhungen und eine Aufweichung der Schuldenbremse. Stattdessen müsse der Staat seine Ausgaben überprüfen, sagt Lindner bei der Diskussion der Spitzenkandidaten bei ARD und ZDF. Ein E-Auto werde mit bis zu 20.000 Euro subventioniert, während sich der Staat eine Schülerin pro Jahr nur 8000 Euro kosten lasse.

+++ 21:12 Scholz: Lieber Wohnungen bauen als enteignen +++
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht in Enteignungen keinen geeigneten Weg, mehr bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen. "Ich bin dagegen, dass wir jetzt Wohnungsunternehmen enteignen", sagt Scholz in einer ARD-ZDF-Sendung. "Das kostet sehr viel Geld. Wir sollten lieber neue Wohnungen bauen." Mit einem Mietenmoratorium wolle die SPD nach der Wahl den Mietpreisansteig begrenzen.

+++ 21:01 Söder greift AfD und Linke in Debatte um Querdenker an +++
CDU-Chef Markus Söder greift AfD und Linke in der Debatte um radikalisierte Querdenker an. Die AfD "stimuliere" diese Gruppen, die Linke wollten den Verfassungsschutz schwächen, sagt Söder. Man müsse beim Impfen auf Verunsicherte zugehen, aber der Staat müsse ein klares Stoppschild gegen radikale Kräfte aufstellen.

+++ 20:47 Baerbock fordert schärferes Waffenrecht +++
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fordert nach dem Mordanschlag in einer Tankstelle in Idar-Oberstein, Hass und Hetze in den sozialen Medien konsequenter zu bekämpfen. Es werde bei den großen Plattformen "nicht schnell genug ermittelt und gelöscht", sagt Baerbock in einer Wahlsendung in ARD und ZDF. Hinzu komme: "Wir brauchen dringend eine Verschärfung des Waffenrechts in Deutschland."

+++ 20:36 Cyberangriff auf Behörde: "Keine Gefahrenlage für Bundestagswahl" +++
Entwarnung nach einem Hackerangriff auf das Statistische Bundesamt: Ein Sprecher der Behörde, deren Chef der Bundeswahlleiter Georg Thiel ist, teilt dazu am Abend mit, die schnelle Identifizierung des Schadens zeige, dass die Sicherheitssysteme funktionierten. "Die internen Wahlserver für die Ermittlung des Wahlergebnisses und das Internetangebot des Bundeswahlleiters werden jedoch in separaten Netzen betrieben, es besteht demnach keine Gefahrenlage in Bezug zur Bundestagswahl", betont er. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik laufe eine normale Sicherheitsüberprüfung, um jeglichen Schaden ausschließen zu können.

+++ 19:54 Straftaten bei AfD-Veranstaltung und Gegenprotest +++
Bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung und Gegenprotesten in Erfurt hat die Polizei mehrere Straftaten registriert. Bei der Kundgebung der AfD kam es den Angaben zufolge zu einer Sachbeschädigung, außerdem sei der Hitlergruß gezeigt worden. Bis zu 150 Menschen nahmen laut Polizeiangaben teil. Begleitet wurde die Kundgebung durch zwei Gegendemonstrationen des Bündnisses "Auf die Plätze" und der Linksjugend, bei denen die Polizei jeweils 100 beziehungsweise acht Teilnehmende zählte. Bereits vor Beginn der Veranstaltungen wurden demnach Graffitis an den Anger angebracht, die sich gegen die AfD richteten. Die Beamten leiteten zu allen Straftaten Ermittlungen ein. Insgesamt verliefen die Versammlungen laut Polizei friedlich.

+++ 19:27 "Schwerwiegendes Sicherheitsereignis": Hackerangriff auf Bundeswahlleiter +++
Auf die Behörde von Bundeswahlleiter Georg Thiel hat es einem Bericht zufolge erneut einen Hackerangriff gegeben. Am Mittwoch hätten Unbekannte dort eine Software installiert, die den Zugriff von außen auf Server und Dateisysteme ermögliche, berichtet das Magazin "Business Insider". Derzeit werde ermittelt, ob Daten abgeflossen seien. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stufe den Vorfall als Cyberangriff im Zusammenhang mit der Bundestagswahl ein, berichtet das Magazin weiter. Beim IT-Zentrum des Bundes (ITZBund) werde er als "Major Incident", also schwerwiegendes Sicherheitsereignis, geführt.

+++ 18:54 Maas glaubt nicht an Kurswechsel in Außenpolitik nach Wahl +++
Bundesaußenminister Heiko Maas geht davon aus, dass es nach der Bundestagswahl keinen Kurswechsel in der deutschen Außenpolitik geben wird. "Auf die Verlässlichkeit der deutschen Außenpolitik wird man auch in Zukunft setzen können", sagt der SPD-Politiker am Rande der UN-Generalversammlung in New York. "Ich habe allen, mit denen ich hier gesprochen habe, sehr deutlich gesagt, dass ich nicht davon ausgehe, dass der Ausgang der Bundestagswahl die Kontinuität der deutschen Außenpolitik wesentlich verändern wird."

+++ 18:17 Scholz sagt Stahlindustrie Unterstützung zu +++
Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagt der Stahlindustrie für den Fall einer von ihm angeführten Bundesregierung Rückendeckung für den Umbau zu einer klimafreundlichen Produktion zu. "Alles, das was Deutschlands industrielle und wirtschaftliche Zukunft ausmacht, bedeutet, dass wir sehr viel mehr Strom einsetzen können, als wir das heute tun", sagt Scholz bei einem Besuch von Thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg. Nur so könnten die Pläne der Unternehmen auch umgesetzt werden. "Deswegen gibt es von mir die klare Zusage: Ich will im ersten Jahr der kommenden Regierung alle Entscheidungen treffen für den Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland", so Scholz.

+++ 17:50 "Ne, ne": Den Uhu möchte Merkel nicht halten +++
Ob Wellensittiche, Nymphensittiche, Zebrafinken oder Papageien - die Bundeskanzlerin stand am Donnerstag im Vogelpark Marlow hoch im Kurs: Ganze Schwärme von knallbunten Lori-Papageien umflatterten Angela Merkel und fraßen ihr aus der Hand. Vor der Bundestagswahl am Sonntag war Merkel noch mal auf Abschiedstour in ihrem angestammten Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Auch die Wellensittiche waren zutraulich und ließen sich von der scheidenden Regierungschefin füttern. Nur beim ausgewachsenen europäischen Uhu war Merkel zurückhaltend: Die etwa 60 Zentimeter große Eule mit den großen Augen wollte sie dann doch nicht halten. "Ne, ne. Ich habe das bei den Sittichen gut gemacht."

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Die Lori-Papageien fraßen Merkel aus der Hand.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 17:28 Umfrage: Wie gut funktionieren Wahlplakate? +++
"Für ein gutes Leben im Alter" - von welcher Partei stammt dieser Slogan? Wahlplakate sollen kurze, einprägsame Botschaften transportieren. Parteien hoffen, damit gerade unentschlossene Wähler zu überzeugen. Wie gut das funktioniert, zeigt eine Umfrage unter Passanten in Hamburg.

+++ 17:03 Immenser Briefwahl-Anteil in Rheinland-Pfalz +++
In Rheinland-Pfalz kündigt sich wie schon bei der Landtagswahl im März eine immense Briefwahl-Beteiligung an. Von den rund 3,06 Millionen Wahlberechtigten haben bis heute 48,7 Prozent Briefwahl für die Bundestagswahl beantragt. Das habe eine Befragung bei allen Kommunen im Bundesland ergeben, teilte Landeswahlleiter Marcel Hürter in Bad Ems mit. "Gegenüber der Bundestagswahl 2017 ist die Zahl der Wahlberechtigten, die einen so genannten Wahlschein beantragt haben, deutlich gestiegen", erklärte Hürter. Damals hatten sich bis zum Donnerstag vor der Wahl 27,8 Prozent dafür entschieden. Gehe man von einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent aus, läge der Anteil der Briefwähler bei rund 65 Prozent, hieß es. 2017 wurden knapp 35 Prozent aller Stimmen per Briefwahl abgegeben. Bei der Landtagswahl im März waren es 66 Prozent.

+++ 16:39 Drei von vier Wählern haben sich entschieden +++
Für die meisten Wähler sind die Würfel zur Bundestagswahl gefallen - welche Koalition nach Sonntag rauskommen könnte, ist dagegen völlig offen. Kurz vor der Abstimmung haben sich drei von vier Wahlberechtigte einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge inzwischen für eine Partei entschieden. Eine spannende Frage dabei ist nicht nur, welche Partei die meisten Stimmen bekommen wird, sondern auch, wie hoch die Wahlbeteiligung sein wird und ob sich der positive Trend seit dem Tiefpunkt 2009 fortsetzt. Vor zwölf Jahren lag die Beteiligung nur gut 70 Prozent - bei der Wahl vor vier Jahren waren es immerhin rund 76 Prozent.

+++ 16:29 Was in der Wahlkabine erlaubt ist +++
Bei der Wahlkabinen-Etikette besteht oft Unsicherheit. Darf ich während des Wählens telefonieren oder gar den Stimmzettel bemalen? ntv beantwortet die wichtigsten Fragen.

+++ 16:01 FDP verzeichnet Mitgliederrekord +++
Die FDP verzeichnet einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge kurz vor der Bundestagswahl einen Mitgliederrekord. Wie die Zeitung unter Berufung auf Parteikreise berichtet, knackten die Liberalen diese Woche die Marke von 75.000 Mitgliedern. Im Interview mit ntv.de zeigte sich Parteichef Christian Lindner offen für eine Koalition mit der SPD. Erste Wahl wäre für ihn aber ein Bündnis mit der Union.

+++ 15:54 Auch im Land Berlin läuft es auf ein Dreierbündnis hinaus - und auf eine Frau +++
Nicht nur im Bund, auch im Land Berlin läuft alles auf ein Dreier-Bündnis nach der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag hinaus. Laut ZDF-Politbarometer kommt die SPD momentan auf 22 Prozent (plus eins zur Vorwoche), die Grünen auf 19 Prozent (minus eins), die CDU unverändert auf 17 Prozent. Die Linke kommt in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 13 Prozent (plus eins), die AfD weiterhin auf neun Prozent, die FDP auf sieben Prozent (minus eins). Es sieht stark danach aus, dass erstmals eine Frau die Hauptstadt regieren wird - entweder SPD-Kandidatin Franziska Giffey oder die Grüne Bettina Jarasch.

+++ 15:39 Baerbock ruft Aktivisten zu Hungerstreik-Ende auf +++
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fordert die verbliebenen Hungerstreikenden in Berlin zu einem Abbruch ihrer Protestaktion auf. "Werfen Sie ihr Leben nicht weg, die Gesellschaft braucht Sie" appellierte sie nach Angaben der "Welt". "Ich weiß, dass in der jungen Generation viele verzweifelt über die Klima-Krise und wütend über unzureichende Politik sind." Es sei klar, dass es "mit dem Klimaschutz schneller vorangehen" müsse. Die Aktivisten, die in der Nähe des Reichstags ausharren, fordern ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten. Dieses hatten sie für den heutigen Donnerstag um 19 Uhr verlangt. Baerbock, Laschet und Scholz hätten jedoch bis zuletzt keine Bereitschaft dazu signalisiert, hatten die Aktivisten am Mittwoch erklärt. Die verbleibenden beiden Hungerstreikenden wollen demnach bei Nichterscheinen der Kandidaten auch keine Flüssigkeit mehr aufnehmen. Bereits seit Montag waren die Aktivisten der Gruppe getrennte Wege gegangen. Am Mittwoch hatten drei weitere Aktivisten der Gruppe nach 23 Tagen in Berlin ihren Hungerstreik beendet.

+++ 15:25 WSJ: "Merkel hat diese Herausforderungen in den Sand gesetzt" +++
Zur Bundestagswahl schreibt das "Wall Street Journal": "Deutschlands nächster Regierungschef muss die wirtschaftliche Erholung von der Pandemie steuern, die Beziehungen zu Washington nach dem Afghanistan-Debakel wiederherstellen, sich mit Russlands strategischem Treiben herumschlagen und eine angespannte wirtschaftliche und strategische Beziehung zu einem China lenken, das zunehmend mit dem Westen in Konflikt steht. Frau Merkel hat die beiden letztgenannten Herausforderungen in den Sand gesetzt und außer in den schweren Krisenzeiten der Eurozone nur selten eine starke wirtschaftliche Führungsrolle übernommen. Bei keinem der drei Hauptanwärter (auf ihre Nachfolge) sieht es sehr viel anders aus. (...) Die deutschen Wähler scheinen diese Stabilität als eine Tugend zu betrachten, was ein Grund dafür sein muss, dass sie Frau Merkel so oft wiedergewählt haben, wie sie es getan haben. Das macht die Wahl am Sonntag zu einem Sonderfall, da in den meisten großen Demokratien ein größerer politischer Wettbewerb und kühnere politische Schachzüge von Linken und Rechten zu beobachten sind. Für den Moment scheinen die deutschen Wähler damit zufrieden zu sein, aus dem langen Schatten von Frau Merkel herauszustolpern."

+++ 14:55 Söder am Wahlabend nicht in München +++
CSU-Chef Markus Söder wird am Wahlabend in Berlin und nicht in der CSU-Zentrale in München sein. Söder werde in Berlin vor Ort an der sogenannten Elefantenrunde der Parteivorsitzenden teilnehmen, bestätigte die Parteizentrale in München einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatt". Anders als bei den vorangehenden Bundestagswahlen soll nicht der CSU-Spitzenkandidat - in diesem Jahr Alexander Dobrindt -, sondern der Parteivorsitzende selbst an der Nachwahl-Debatte teilnehmen.

+++ 14:28 Klimaliste: Nicht die Union wählen +++
Die Partei Klimaliste rät ihren Anhängern davon ab, bei der Bundestagswahl am 26. September CDU oder CSU zu wählen. "Wir sind der Überzeugung, dass die Union in die Opposition gehört", sagte ein Sprecher. Das Wahlprogramm der Union sei "definitiv nicht die Lösung in der Klimakrise". Ein ambitionierterer Kampf gegen den Klimawandel ist eine der Hauptprioritäten der Partei, der sich auch Aktivisten der Klimabewegung Extinction Rebellion und Wissenschaftler angeschlossen haben. Auch wenn sie nicht selbst als Partei zur Bundestagswahl antrete, gebe die Klimaliste für keine der Parteien eine direkte Wahlempfehlung ab, erklärte der Sprecher weiter. Das gelte auch für die Grünen, die dem Kampf gegen den Klimawandel große Bedeutung beimessen.

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+++ 14:02 Neue Umfrage: Union verringert Abstand zur SPD +++
In einer Kantar-Umfrage für den "Focus" kann die Union ihren Rückstand zur SPD leicht verringern. CDU/CSU legen einen Punkt auf 21 Prozent zu. Die SPD büßt gegenüber der Vorwoche einen Punkt ein und kommt noch auf 25 Prozent. Die Grünen liegen an dritter Stelle mit 16 Prozent, ein Punkt weniger als zuletzt. AfD und FDP kommen jeweils auf elf Prozent, die Linke auf sieben Prozent.

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Wo geht's lang? Merkel in Greifswald.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 13:43 Merkel in Greifswald: "Wollte noch mal Arrivederci sagen" +++
Für einen Überraschungsbesuch taucht die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel Greifswald auf. "Ich wollte noch mal Arrivederci sagen", sagte sie auf dem Wochenmarkt zu einer Blumenverkäuferin. Zuvor war die Regierungschefin zusammen mit ihrem Nachfolger als CDU-Direktkandidat für den Bundestag, Georg Günther, und dem CDU-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, durch die Fußgängerzone gegangen und hatte Geschäfte besucht. Sie wurde umringt von überraschten Passanten und verharrte immer wieder für Selfies.

+++ 13:20 Laschet-Nachfolge soll "nach Oktober" geklärt werden +++
Die Entscheidung über seine Nachfolge als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen soll nach Angaben von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zu einem Zeitpunkt nach Oktober getroffen werden. "Ende Oktober wählen wir einen neuen Landesvorstand, danach entscheiden wir über unsere Aufstellung für die Landtagswahl", sagte Laschet dem Magazin "Focus". Ein konkretes Datum für seinen Rücktritt gebe es noch nicht. Wer auf den CDU-Vorsitzenden folgen wird, ist noch nicht klar. Als mögliche Nachfolger aus seiner Partei werden unter anderem Landesverkehrsminister Hendrik Wüst und Landesbauministerin Ina Scharrenbach gehandelt. "Es gibt mehrere Kandidaten und Kandidatinnen, die geeignet sind", sagte Laschet dem Magazin.

+++ 13:06 Bleibt Pinneberg das Wahl-Orakel? +++
Hält die Pinneberger Serie? Die Partei, die bei Bundestagswahlen den Wahlkreis Pinneberg gewinnt, hat seit Jahrzehnten auch den Bundeskanzler gestellt. Für die CDU geht am Sonntag Michael von Abercron ins Rennen, der 2017 die Nase vorn hatte. Für die SPD tritt der frühere schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende, Minister und Fraktionschef Ralf Stegner an, den es von der Landes- in die Bundespolitik zieht. Der Wahlkreis Pinneberg sei wirklich ganz besonders, findet Stegner. "Der einzige Wahlkreis in Deutschland mit einer Hochseeinsel, dem roten Felsen von Helgoland, und eben der einzige, für den seit 1953 gilt: Wer den Wahlkreis gewinnt, dessen Partei erobert auch das Kanzleramt", erklärte Stegner am Donnerstag. Das solle auch 2021 mit Olaf Scholz als Kanzler gelingen. "Also will und muss ich den Wahlkreis gewinnen." Stegner spricht von einer strammen Herausforderung angesichts des Vorsprungs von fast zehn Prozentpunkten, den von Abercron das letzte Mal hatte. "Die positive Resonanz für Olaf Scholz und mich lässt mich hoffen, dass das klappen wird."

+++ 12:39 Söder warnt vor Links-Koalition +++
Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder warnt erneut vor einem Linksruck nach der Bundestagswahl. "Denn klar ist: Liegt die SPD nur ein Mandat vorn, gibt es entweder eine Linkskoalition oder eine Ampel", sagte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Für die Union gehe es darum, auf den letzten Metern noch einmal um jedes Prozent zu rackern. "Es zählt nur das Gewinnen", sagte Söder. Es gebe nur eine Chance auf eine bürgerliche Mehrheit, auch auf Jamaika - wenn die Union die Wahl gewinne. Die Grünen würden mit einer Union, die auf Platz zwei ist, keine Mehrheit bilden, "sondern nur dann, wenn wir Nummer eins sind", sagte der CSU-Chef.

+++ 12:25 Postbote stellt Hunderte Wahlberechtigungen nicht zu +++
Die Kriminalpolizei durchsucht in Schleswig-Holstein die Wohnung eines Postboten, weil dieser mehrere Hundert Wahlbenachrichtigungen zurückgehalten hat. Wie die Polizei mitteilte, hatten interne Ermittlungen bei der Post ergeben, dass der Mann 650 bis 700 Wahlbenachrichtigungen im Bereich der Ortschaften Borgwedel und Stexwig nicht zugestellt hat. Daraufhin erstattete die Post Anfang September Anzeige gegen ihren Mitarbeiter. Am Dienstag durchsuchten Polizeibeamte dessen Wohnung. Dabei fanden sie nicht nur die nicht zugestellten Wahlbenachrichtigungen, sondern weitere Kisten voller zurückgehaltener Briefe. Insgesamt schätzt die Polizei sie auf eine vierstellige Anzahl. Gegen den Postzusteller wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Wahlbenachrichtigungen wurden den betroffenen Haushalten nach Angaben der Polizei mittlerweile erneut zugesandt.

Der Countdown läuft, am Sonntag schlägt nach monatelangem Wahlkampf die Stunde der Wahrheit für die Parteien. Stimmen die Umfragen? Wird die SPD die Wahl gewinnen? Oder zieht die Union noch an der SPD vorbei? So spannend wie jetzt war es seit mindestens drei Wahlen nicht. Zugleich werden auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein neues Abgeordnetenhaus und ein neuer Landtag gewählt. Im Wahl-Ticker auf ntv.de halten wir sie bis zur Wahl und darüber hinaus über alle großen und kleinen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts/AFP

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