Politik

Alle Daten, alle Fakten Die wichtigsten Zahlen zur Bundestagswahl

Deutschland stellt die bundespolitischen Weichen für die kommenden vier Jahre: Am Tag nach der Wahl steht das vorläufige Ergebnis fest. Alle Daten, Zahlen und Infografiken zur Bundestagswahl im Überblick.

Die Bundestagswahl 2021 schafft neue Mehrheitsverhältnisse im Parlament: Die SPD hat die Parlamentswahl laut vorläufigem amtlichen Ergebnis klar gewonnen. Mit einem Zweitstimmenanteil von 25,7 Prozent liegen die Sozialdemokraten nach Auszählung aller Wahlkreise knapp vor der Union, die nur 24,1 Prozent der abgegebenen Zweitstimmen auf sich Vereinen konnte. Im Vergleich zum Wahlergebnis der zurückliegenden Bundestagswahl 2017 müssen CDU/CSU deutliche Verluste hinnehmen.

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Im Herbst 2021 blickt Deutschland auf eine stark veränderte Machtbalance in der politischen Landschaft: Als drittstärkste Kraft gehen die Grünen aus der Bundestagswahl 2021 hervor. Die Grünen erreichen mit 14,8 Prozent ihr bislang stärkstes Wahlergebnis auf Bundesebene. Die FDP kommt auf 11,5 Prozent. Die AfD kann sich mit 10,3 Prozent knapp im zweistelligen Bereich halten. Die Linke bleibt mit einem vorläufigen Ergebnis von 4,9 Prozent hinter der Fünf-Prozent-Hürde zurück, wird aber aufgrund der gewonnenen Direktmandate dennoch erneut im Bundestag vertreten sein.

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Das Wahlergebnis stellt die Parteien vor eine schwierige Aufgabe: Welches Lager den Kanzler stellen wird, ist noch offen. SPD, Grüne und FDP seien gestärkt worden, sagte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. "Diese drei Parteien sollen auch die nächste Regierung führen." Die Union hofft zunächst weiter auf die Bildung einer Jamaika-Koalition. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hält aber offenbar nicht an einem Regierungsanspruch für die Union fest.

Deutschland steuert auf eine komplizierte Phase der Regierungsbildung zu. Als reines Zweierbündnis wäre nur eine neue Große Koalition möglich, die aber weder SPD noch Union anstreben. Zum ersten Mal seit den 1950er Jahren dürfte es daher zu einer schwierig zu schmiedenden Dreier-Koalition auf Bundesebene kommen. Rein rechnerisch wären mehrere Farb-Kombinationen möglich.

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Die Auszählung der Stimmen zog sich nach schließung der Wahllokale bis tief in die Nacht. Erst am Morgen nach der langen Wahlnacht konnte der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Ergebnis bekannt geben. Aufgrund des Wahlchaos' in Berlin hatten Wähler dort vereinzelt auch weit nach 18.00 Uhr noch ihre Stimme abgegeben.

Hinweis: Infografiken wurden auf Basis der eintreffenden Hochrechnungen laufend aktualisiert und zeigen nun das vorläufige amtliche Ergebnis.

Wie viele Sitze im Parlament zu vergeben sind, stand ebenfalls erst am Morgen nach dem Wahltag fest: Insgesamt werden 735 Abgeordnete in den Bundestag einziehen. Regulär umfasst die Volksvertretung 598 Sitze. Ausgleichs- und Überhangmandate blähen die Größe des Bundestags weiter auf.

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Entscheidend für die endgültige Anzahl der zu verteilenden Sitze ist die Zahl der Direktmandate, die kleinere Parteien für sich beanspruchen können. Hat eine Partei mindestens drei Wahlkreise gewonnen, kann sie die Fünf-Prozent-Hürde umgehen. Für Minderheitenparteien wie den Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommen Ausnahmeregelungen zum Tragen.

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SPD-Kanzlerkandidat Scholz rechnet mit einer schnellen Klärung der Koalitionsfrage. "Das glaube ich, wird sich in kurzer Zeit klären", sagte er. Aus dem sich abzeichnenden Wahlergebnis leitete er einen Auftrag zur Regierungsbildung für die SPD ab. Das Votum der Bürgerinnen und Bürger sei "sehr eindeutig", sagte er bereits am Wahlabend mit Blick auf erste Hochrechnungen.

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Die Balken bei der SPD seien nach oben gegangen, und die SPD liege vorn, erklärte Scholz. "Das ist eine ermutigende Botschaft und - wie ich finde - auch ein sehr klarer Auftrag, jetzt dafür zu sorgen, dass wir eine gute, pragmatische Regierung für Deutschland zustande kriegen, die sich mit den wichtigsten Zukunftsaufgaben beschäftigt."

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Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet geht davon aus, dass nicht unbedingt die stärkste Partei den Kanzlerposten in der künftigen Regierung beanspruchen kann. "Nicht immer war die Partei auf eins auch die, die den Kanzler stellte", sagte er in der sogenannten Elefantenrunde der Spitzenkandidaten. Es brauche einen echten Neuanfang. Die große Aufgabe der demokratischen Parteien sei zu sehen, wo es die größten Gemeinsamkeiten gebe.

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Bei dem künftigen Bündnis gehe es, so Laschet am Wahlabend, nicht um eine "arithmetische Mehrheit" im Bundestag. "Ich wünsche mir eine Regierung, wo auch jeder Partner vorkommt, wo auch jeder sichtbar ist - keine Regierung, wo allein der Kanzler mit seinen Punkten glänzen kann", sagte Laschet. Unterschiedliche politische Positionen müssten so zusammengeführt werden, dass man "gerne" eine Koalition bilde. "Das war in der Großen Koalition am Ende so nicht mehr der Fall."

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Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, räumte mit Blick auf das Wahlergebnis ihrer Partei eigene Fehler ein, zeigte sich aber kämpferisch. "Das ist nicht nur Grund zur Freude", sagt Baerbock angesichts des verfehlten Wahlziels, stärkste Partei zu werden. Zugleich sei mit dem Zugewinn an Stimmen der "klare Auftrag verbunden, für eine Erneuerung in diesem Land zu sorgen". Zudem macht Baerbock klar, dass sie zusammen mit ihrem Co-Bundesvorsitzenden Robert Habeck als Team in die Koalitionsverhandlungen gehen wird.

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Der Parteichef der FDP, Christian Lindner, will mit allen demokratischen Parteien nach der Bundestagswahl verhandeln. Bei einer Jamaika-Koalition gebe es allerdings die "größte inhaltlichen Übereinstimmungen", sagt Lindner. Auf die Frage, ob er die Koalitionsverhandlungen wie vor vier Jahren nochmals platzen lassen würde, antwortet er, dass der Satz von damals noch immer gilt. Aber: "Wenn Gutes bewirkt werden kann, darf man die Regierung des Landes nicht anderen überlassen."

Zur Stimmabgabe aufgerufen waren bei der Bundestagswahl 2021 insgesamt rund 60,4 Millionen Deutsche, darunter 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. Die Zahl der Wahlberechtigten war damit geringer als bei der Bundestagswahl 2017. Damals hatte es rund 61,7 Millionen wahlberechtigte Personen gegeben. Grund für den Rückgang ist die demografische Entwicklung: Seit 2017 sind schlicht mehr Deutsche gestorben als Jungbürger volljährig wurden und damit ins wahlberechtigte Alter kamen.

Wahlberechtigt waren diesmal auch etwa 2,8 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. "Damit haben Erstwählende einen Anteil von 4,6 Prozent an allen Wahlberechtigten", teilte der Bundeswahlleiter mit. "Die Zahl der Erstwählerinnen und Erstwähler umfasst alle jungen Deutschen, die seit der Bundestagswahl 2017 volljährig geworden sind." Das heißt aber auch: Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag durften Millionen Menschen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben, die in ihrem politischen Bewusstsein nie jemand anderen als Angela Merkel im Kanzleramt erlebt haben.

Quelle: ntv.de, mit Material von dpa und rts

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