Politik

Anschläge weisen ins Ruhrgebiet Abaaoud hatte Kontakte nach Deutschland

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Soll Kontakte zu Dschihadisten aus Dinslaken gehabt haben: der getötete Paris-Attentäter Abdelhamid Abaaoud.

(Foto: AP)

Der Terrorist Abdelhamid Abaaoud soll enge Kontakte zu deutschen Islamisten gepflegt haben. Eine Spur führt ins beschauliche Dinslaken. Männer der dort ansässigen "Lohberger Brigade" kannten Abaaoud - auch aus Syrien.

Er war offenbar häufig in Deutschland unterwegs: Abdelhamid Abaaoud, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in Paris vom 13. November, soll enge Verbindungen zu Islamisten aus Nordrhein-Westfalen gehabt haben. Das berichtet der "Spiegel". Demnach stand Abaaoud zur "Lohberger Brigade" in Dinslaken in Kontakt.

Dinslaken liegt nördlich von Duisburg, am nordwestlichen Rand des Ruhrgebietes. Rund 70.000 Menschen leben dort. Im Stadtteil Lohberg haben sich Salafisten angesiedelt, einige von ihnen entwickelten sich zu Dschihadisten und brachen 2013 nach Syrien auf. Abbaoud, so der "Spiegel", kannte diese Männer gut. Im Frühjahr 2014 soll er in Asas, Nordsyrien, mit einigen Mitgliedern der "Lohberger Brigade" im selben Haus gewohnt haben. Auch posierten sie dort dem Bericht zufolge für ein Propaganda-Foto.

"Hoch konspirative Planung"

Bislang war lediglich bekannt, dass Abbaoud, der am 18. November bei dem Polizei-Einsatz in Saint-Denis getötet wurde, 2007 und 2008 in Köln Autos gekauft und nach Belgien überführt hatte. Außerdem war er 2014 vom Flughafen Köln/Bonn aus in die Türkei gestartet. Er war der bekannteste belgische Dschihadist. Dennoch war es ihm möglich, zwischen Europa und Syrien hin- und herzureisen und Anschläge zu organisieren.

Der "Spiegel" zitiert aus einem vertraulichen internen Papier der Bundesregierung vom 23. November: "Wir müssen davon ausgehen", heißt es darin, "dass es sich um die erste koordinierte Anschlagserie des sog. Islamischen Staates in Europa handelt. Das konzertierte Vorgehen und die verwendeten Tatmittel deuten auf gut ausgebildete und zu allem entschlossene Täter sowie eine längere hoch konspirative Tatplanung hin."

Laut Bundesjustizminister Heiko Maas jedoch haben die Sicherheitsbehörden noch keine Verbindungen zwischen Deutschland und den Attentaten in Paris nachweisen können. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gibt es keinen Bezug zwischen Deutschland und den Anschlägen in Paris", sagte Maas der "Welt am Sonntag". Die Ermittlungsbehörden gingen aber weiter allen Hinweisen nach.

Quelle: ntv.de, asc