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Stadtrat aus Freital vor Gericht AfD-Politiker gibt sich als Polizist aus

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Mit einer Anhaltekelle zog der AfD-Politiker Thomas Prinz einen Audi aus dem Autobahnverkehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er ist bereits mehrfach vorbestraft, jetzt kommt für einen AfD-Stadtrat aus Freital noch eine Verurteilung wegen Identitätsfälschung hinzu. Auf einer Autobahn gibt sich der Lokalpolitiker als Polizist aus. Beim Prozess kommen dann noch weitere Straftaten ans Licht.

Der AfD-Politiker Thomas Prinz ist vom Amtsgericht Meißen am Dienstag zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er sich fälschlicherweise als Polizist ausgegeben hat. Der neue AfD-Stadtrat aus Freital soll einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge im November 2016 auf einer Autobahn einen Wagen angehalten und sich als Autobahnpolizist vorgestellt haben. Dafür muss er nun eine Strafe von 3000 Euro zahlen.

Prinz soll am 4. November mit einem Mercedes über die A 13 bei Radeburg in Richtung Dresden gefahren sein. Nachdem ihn ein Audi Q7 rechts überholt, hält der 47-Jährige eine rot leuchtende Anhaltekelle aus dem Fenster und zieht den Wagen aus dem Verkehr. Der Audi-Fahrer berichtet vor Gericht, Prinz habe sich als Autobahnpolizist ausgegeben und gesagt, "dass er das nächste Mal seine Kollegen informieren müsse". Die Sache sei dem 59-Jährigen komisch vorgekommen, weshalb er die Polizei alarmiert hätte.

Der AfD-Politiker stritt die Vorwürfe ab. "Ich habe das nicht getan, ich kenne diese Leute nicht. Wenn ich Scheiße gebaut habe, habe ich das immer zugegeben", sagte er demnach vor Gericht. Prinz hat bereits rund ein Dutzend Vorstrafen. Zwischen 1991 und 2005 war er offenbar wegen Raubes, gefährlicher Körperverletzung, Zuhälterei und Missbrauch von Berufsbezeichnungen verurteilt worden.

Araber fälschlicherweise des Diebstahls bezichtigt

Zudem droht Prinz nun ein weiteres Ermittlungsverfahren: Auf Wahlwerbung der AfD und der offiziellen Wahlausschreibung gab der Politiker "Gerichtsmediziner" als Beruf an. Als Richter Andreas Poth ihn darauf ansprach, gab der 47-Jährige zu: „Ich habe den Abschluss achte Klasse, habe Schuhmacher gelernt. Später habe ich Leichenwagen gefahren und war Sektionshelfer im Gerichtsmedizinischen Institut.“

Das ist jedoch nicht die einzige Straftat, die bei dem Prozess ans Licht kam. Prinz soll kurz nach dem Autobahn-Vorfall zwei Araber wegen Diebstahls angezeigt haben. Seinen Angaben zufolge wurde er von den Männern geschlagen und sein Tablet geraubt. Später stellte sich heraus, dass Prinz nach dem angeblichen Raub selbst noch mit dem Tablet telefoniert hatte. Der beschuldigte Araber saß zu dem Zeitpunkt bereits beim Haftrichter und konnte einer U-Haft nur knapp entgehen.

In der Vergangenheit soll Prinz immer wieder angegeben haben, dass er verhandlungsunfähig sei. "Sie sind nicht so krank, wie sie sich hier darstellen", soll Richter Poth nach einer Begutachtung gesagt haben. Der Prozesstermin musste immer wieder verschoben werden. Deshalb könnten auf Prinz, der erwerbsunfähiger Rentner ist, ebenfalls die Prozesskosten zukommen. Der AfD-Stadtrat will in Revision gehen.

Quelle: n-tv.de, vck

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