Politik

Streit oder Anschlag? Afghane erschießt NATO-Soldaten

Auf dem Flughafen Kabul liefern sich ein afghanischer Pilot und Soldaten der NATO einen Schusswechsel. Dabei sterben zehn Menschen. Die Taliban sprechen von einem Selbstmordattentat, das afghanische Verteidigungsministerium behauptet, ein Streit zwischen den Soldaten sei dem Vorfall vorangegangen.

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Afghanische Soldaten patroullieren auf dem Kabuler Militärflughafen.

(Foto: AP)

Bei einem Schusswechsel zwischen einem afghanischen Piloten und Soldaten der NATO am Militärflughafen von Kabul sind zehn Menschen getötet worden. Zwischen dem Afghanen und seinen Ausbildern sei zuvor ein Streit ausgebrochen, teilte das afghanische Verteidigungsministerium mit. Der Vorfall ereignete sich demnach im Hauptquartier der afghanischen Luftwaffe, das an den Flughafen angeschlossen ist.

Der Afghane hatte das Feuer eröffnet und acht ausländische Soldaten getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Außerdem sei ein ziviler Nato-Mitarbeiter bei dem Gefecht ums Leben gekommen, sagte die Sprecherin der NATO-Ausbildungsmission in Afghanistan. Angaben zur Nationalität der Soldaten machte die Allianz nicht. Deutsche Truppen waren aber nicht involviert, bestätigte ein Bundeswehrsprecher. Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, es habe sich um Amerikaner gehandelt.

Taliban vermelden Selbstmordanschlag

Die radikalislamischen Taliban behaupten, für den Vorfall verantwortlich zu sein. Ein Selbstmordattentäter, der im Hauptquartier der Luftwaffe gearbeitet habe, habe zahlreiche afghanische und ausländische Soldaten getötet. In den vergangenen Monaten hatten Islamisten in Armee- oder Polizeiuniformen immer wieder gut bewachte Einrichtungen der afghanischen Sicherheitskräfte oder Behörden angegriffen. So attackierte ein Mann mit Sprengstoffweste vergangene Woche das Verteidigungsministerium. Zwei Soldaten und der Angreifer starben, bevor dieser seine Sprengstoffweste zur Explosion bringen konnte.

Im Februar hatte ein zum Wachdienst eingeteilter Afghane in einem Außenlager der Bundeswehr plötzlich um sich geschossen. Drei deutsche Soldaten und der Angreifer kamen ums Leben. Im Anschluss hatte es in Deutschland - wie zuvor auch in anderen Ländern, die am ISAF-Einsatz beteiligt sind - Diskussionen über das Konzept des "Partnering", also des gemeinsamen Einsatzes von westlichen und afghanischen Einheiten, gegeben.

Quelle: n-tv.de, cba/AFP

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