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Jahrestag der Revolution spaltet Ägypten Behörden melden 50 Tote

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Bei Protesten islamistischer wie auch säkular-liberal gesonnener Demonstranten gegen die Armee kam es zu teils schweren Zusammenstößen.

dpa

Tausende Anhänger feiern in Kairo Armeechef Abdel Fatah al-Sisi am dritten Jahrestag der Revolution. Doch nicht allen Ägyptern ist nach Feiern zumute. Demonstrationen von Islamisten und Liberalen gegen die Militärregierung schießen und jagen die Sicherheitskräfte auseinander.

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen am dritten Jahrestag des Volksaufstandes in Ägypten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 50 Menschen getötet wurden. Wie das Ministerium weiter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden mindestens 49 Menschen getötet und fast 250 weitere verletzt.

In Kairo hatten sich Regierungsgegner den ganzen Tag Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, am Abend war zunächst von 29 Toten die Rede gewesen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zudem mehr als tausend Menschen festgenommen.

Bei den regierungskritischen Demonstranten handelte es sich vor allem um Anhänger des vom Militär im vergangenen Sommer gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Aber auch liberale Gegner der derzeitigen Regierung hatten zu Demonstrationen im Stadtzentrum von Kairo aufgerufen. Die Polizei feuerte Tränengasgranaten und Schüsse ab, um die Kundgebungen aufzulösen. Tausende Unterstützer der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung hielten unterdessen unbehelligt auf dem Tahrir-Platz eine Kundgebung ab.

Touristen sollen im Hotel bleiben

Bereits am Freitag waren bei vier Bombenanschlägen auf Polizeieinrichtungen in Kairo sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Zu den Anschlägen bekannte sich am Samstag die islamistische Gruppe Ansar Beit al-Makdis. Die Gruppe, die von der Sinai-Halbinsel stammt und dem Al-Kaida-Netzwerk nahesteht, hatte in einem dschihadistischen Internetforum allen Muslimen davon abgeraten, sich in der Nähe von Einrichtungen der Sicherheitsbehörden aufzuhalten.

Angesichts der Gewalt in Ägypten forderte das Auswärtige Amt deutsche Touristen in Kairo und anderen großen Städten auf, ihre Hotels am Wochenende nicht zu verlassen. Es sei damit zu rechnen, "dass es anlässlich des Jubiläums zu weiteren Anschlägen sowie Demonstrationen kommt, die ebenfalls einen gewalttätigen Verlauf nehmen können", erklärte das Auswärtige Amt. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen sollten daher "unbedingt gemieden werden".

Am 25. Januar 2011 hatte in Ägypten der Aufstand gegen die Regierung des langjährigen Machthabers Husni Mubarak begonnen. 18 Tage später wurde Mubarak gestürzt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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