Politik

Eine Übersicht Anschläge und Attentate in Frankreich

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Das Attentat am 7. Januar 2015 auf die Redaktion des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" ist nicht der erste seiner Art. Auch in der Vergangenheit gab es bereits Anschläge mit extremistischem Hintergrund in Paris.

AP

Der Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris ist der blutigste in Frankreich seit rund 40 Jahren. Mindestens zwölf Menschen werden getötet, als schwer bewaffnete Angreifer die Redaktionsräume im Zentrum von Paris stürmen. Eine Übersicht über Anschläge in Frankreich in den vergangenen Jahrzehnten:

März 2012:

Der 23-jährige Mohammed Merah erschießt innerhalb von vier Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten auf offener Straße. Wenige Tage später erschießt er drei Kinder und einen Lehrer einer jüdischen Schule in Toulouse. Am 22. März wird Merah von einer Spezialeinheit getötet. Ein TV-Sender veröffentlicht Videomaterial, in dem Merah minutenlang spricht - über seine Morde und weitere Anschlagspläne. Al-Dschasira veröffentlich ein anderes Video, auf dem Merahs Morde dokumentiert sind.

Dezember 1996:

Bei einem Anschlag auf einen Regionalzug (RER) in Paris sterben vier Menschen. Weitere 91 werden verletzt. Es gibt Ähnlichkeiten zu einer Anschlagsserie vom Sommer 1995.

Juli 1995:

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Das jüngste Attentat vom Januar 2015 - Hier wird ein Polizist auf offener Straße hingerichtet. Zuvor hatten die 2 Täter mindestens 12 Redakteure des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" ermordet.

(Foto: REUTERS)

In einem RER am Bahnhof Saint-Michel im Zentrum von Paris explodiert eine Bombe. Acht Menschen sterben, 119 werden verletzt. Der Anschlag wird algerischen Extremisten zugeschrieben. Es ist das blutigste Attentat einer Reihe von Anschlägen in dem Sommer, bei denen insgesamt acht Menschen sterben und mehr als 200 verletzt werden. 2002 werden zwei Männer für drei der Anschläge zu lebenslanger Haft verurteilt.

September 1986:

Vor einem Kaufhaus in Paris explodiert eine Bombe - sieben Menschen werden getötet und rund 55 weitere verletzt. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Attentaten eines pro-iranischen Terrornetzwerks in den Jahren 1985 und 1986 ein. Insgesamt sterben bei diesen Anschlägen 13 Menschen, mehr als 300 werden verletzt.

Dezember 1983:

Zwei Menschen sterben und 34 werden verletzt, als eine Bombe am Bahnhof Saint Charles in Marseille explodiert. Nur wenige Minuten zuvor sterben bei einer Bombenexplosion in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Marseille-Paris drei Menschen. Zu beiden Anschlägen bekennt sich eine arabische Gruppe mit Verbindungen zu dem Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, besser bekannt als Carlos.

Juli 1983:

Am Turkish-Airlines-Schalter am Flughafen Orly südlich von Paris explodiert ein Sprengsatz, wodurch acht Menschen getötet und 54 verletzt werden. Zwei Jahre später werden drei Armenier für die Tat verurteilt.

August 1982:

Bei einem Anschlag auf das Restaurant "Goldenberg" im jüdischen Viertel von Paris werden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Bis heute ist nicht klar, wer für die Tat verantwortlich ist.

März 1982:

Bei einem Anschlag auf einen Zug zwischen Toulouse und Paris werden fünf Menschen getötet und 77 verletzt. An Bord sollte ursprünglich der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac sein. Der Terrorist Carlos soll in den Anschlag verwickelt sein.

Oktober 1980:

Vor einer Synagoge in der Pariser Rue Copernic geht eine Bombe hoch - vier Menschen sterben, rund 20 weitere werden verletzt.

Mai 1978:

Palästinensische Terroristen eröffnen am Flughafen Orly das Feuer auf Passagiere, die ein Flugzeug nach Tel Aviv besteigen wollen. Acht Menschen sterben, bei ihnen handelt es sich um drei Angreifer, zwei Polizisten und drei Passagiere. Drei weitere Passagiere werden verletzt.

Quelle: n-tv.de, spt/AFP

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