Politik

Uno warnt vor Drogenelend Ärmste betäuben sich häufiger

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Von Drogensucht sind zunehmend die Ärmsten der Armen betroffen.

(Foto: dpa)

Für viele Menschen in der Dritten Welt ist es ein teuflischer Kreislauf: Ihre Not betäuben Arme immer häufiger mit Drogen, die Sucht macht es ihnen dann unmöglich, sich wieder zu fangen. Dass dieses Problem schlimmer wird, zeigt der neue Weltdrogenbericht der UN. Mittlerweile nähert sich der Konsum in Entwicklungsländern dem in Industrienationen an.

Die Vereinten Nationen warnen vor zunehmenden Drogenproblemen in Entwicklungsländern. Im Weltdrogenbericht der Organisation heißt es zudem, dass der Konsum in Industrieländern auch einem konstanten Niveau bliebe.

In einer Reaktion auf den Bericht und anlässlich des Welttags gegen den Drogenmissbrauch rief die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans von der FDP, zu einem gemeinsamen Vorgehen über Grenzen hinweg auf. "Die Drogenproblematik ist ein globales Phänomen, dem grenzübergreifend begegnet werden muss", sagte Dyckmans.

Die UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung - kurz UNODC - stellte in ihrem Bericht als weiteren wichtigen Trend fest, dass weltweit immer mehr künstliche chemische Drogen genommen werden. In Afghanistan hat die Opiumproduktion nach einem Rückgang 2010 inzwischen mit 5800 Tonnen wieder fast den hohen Stand früherer Jahre erreicht.

Heroinkonsum in China nimmt zu

Der immer größere Drogenkonsum in den Entwicklungsländern und Schwellenländern sei besorgniserregend, sagte UNODC-Direktor Juri Fedotow. Auch in diesem Bereich würden sich diese Länder langsam den Industrieländern annähern.

Inzwischen gibt es allein in China nach offiziellen Zahlen eine Million Heroinsüchtige. Realistisch geschätzt liege die Zahl aber wohl eher bei 2,4 Millionen, sagten die Experten der UN-Behörde. Bis zum Jahr 2100 könnte so die Zahl der Menschen, die Drogen probieren, von jetzt 230 Millionen auf 300 Millionen steigen.

Der weltweite Drogenkonsum ist nach Daten der UNODC seit Jahren etwa konstant. 27 Millionen Menschen sind drogensüchtig - einer von 200 Erdbewohnern. Knapp zehn Mal so viel nehmen ab und zu Drogen. 200.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen.

Immer mehr Europäer kiffen

Fedotow wies aber auch daraufhin, dass gerade die erlaubten Suchtmittel gefährlich sind. An den Folgen des Alkoholtrinkens sterben demnach 2,3 Millionen Menschen, am Rauchen 5,1 Millionen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilte mit: "Drogenmissbrauch und illegaler Drogenhandel haben weiterhin eine sehr negative Auswirkung auf die Entwicklung und Stabilität in aller Welt."

Einer parallel veröffentlichten Untersuchung der EU-Drogenbeobachtungsstelle zufolge wächst der Cannabismarkt in Europa und fördert damit auch die Kriminalität. Die durch den Cannabishandel zu erzielenden Gewinne hätten dazu geführt, dass er sich zu einem "zentralen Geschäftsbereich krimineller Organisationen" entwickelt habe, erklärte EBDD-Direktor Wolfgang Götz.

Nach EBDD-Angaben haben mehr als 78 Millionen Europäer im Alter zwischen 15 und 64 Jahren mindestens einmal im Leben Cannabis ausprobiert. Etwa neun Millionen junge Europäer zwischen 15 und 34 Jahren hätten Cannabis im letzten Monat konsumiert. Jährlich würden in Europa rund 700 Tonnen Cannabiskraut und -harz beschlagnahmt.

Quelle: ntv.de, dpa

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