Politik

Vergünstigungen für Mediziner Ärzte werden aufs Land gelockt

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Das Landleben hat durchaus idyllische Seiten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesweit sind derzeit 550 zur Patientenversorgung unbedingt notwendige Arztpraxen nicht besetzt. Die Lücke dürfte sich in den kommenden Jahren noch vergrößern. Mit einem Gesetz will Bundesgesundheitsminister Bahr gegensteuern.

Das Bundeskabinett hat Maßnahmen zur Bekämpfung des Ärztemangels in ländlichen Regionen auf den Weg gebracht. . So sollen sie in unterversorgten Gebieten künftig keine Abschläge mehr bei Honoraren hinnehmen müssen. Zusätzlich sieht der Gesetzentwurf mehr Geld für Zahnärzte vor. Die Mediziner sollen ihre Berufstätigkeit außerdem besser mit der Familie vereinbaren können. Auch sollen die Länder künftig mehr Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Schließung von Versorgungslücken erhalten. Die Verteilung der Ärzte innerhalb eines Landkreises soll flexibler gehandhabt werden. Im Gegenzug soll es in überversorgten Gebieten wie beispielsweise Ballungsräumen finanzielle Anreize für Praxisschließungen geben.

Weil die niedergelassenen Mediziner im Schnitt älter als 50 Jahre sind und in den nächsten zehn bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen, droht in manchen Gebieten ein massiver Ärztemangel. Viele Jungmediziner wandern zudem nach dem Studium in andere Berufsbereiche ab. Daher gibt es bereits trotz einer nie dagewesenen Anzahl an Ärzten in vielen ländlichen Regionen zu wenige Mediziner. In Städten hingegen herrscht meist ein Überangebot.

Wer trägt die Kosten?

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Vor allem im ländlichen Raum finden Ärzte kaum noch Nachfolger.

(Foto: dpa)

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann, kritisierte, das Vorhaben sei ein "Ärzteversorgungsgesetz". Die Kosten würden alleine den Versicherten aufgebürdet, sagte die SPD-Politikerin.

Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) begrüßte den Gesetzentwurf. Er ermögliche es, rechtzeitig Gegenmaßnahmen für den Wegfall für 40.000 Ärzten zu treffen, die in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand gingen, sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler in der ARD.

Vorwürfe der Klientelpolitik wies Köhler zurück. "Das ist ein Gesetz für eine verbesserte Versorgung der Versicherten in Deutschland und nicht für die Ärzte", so Köhler. Die Kosten des Gesetzes in Höhe von 300 Millionen Euro gingen nicht zu Lasten der Versicherten, sondern würden durch Einsparungen erreicht. "Derzeit gehen wir davon aus, dass wir das innerhalb der stabilen Beitragssätze, ohne das Zusatzbeiträge erhoben werden müssen, durch Einsparungen durchaus finanzieren können", sagte Köhler.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts